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Fernstudium während Corona: kein Stress und bessere Noten: Fernstudium

Vorlesungen von zu Hause streamen, Inhalte digital vorbereiten und Seminare virtuell besuchen – was für viele Studierende durch die Pandemie neu hinzukam, ist für Furkan Coskun (24) selbstverständlich. Er studiert an der Fernuni Hagen und genießt die Vorteile der digitalen Lehre seit Studienbeginn.

Ein junger Mann sitzt mit seinem Laptop auf einem Balkon. (Foto: Andreas Franke)

„Nach zwei Jahren Selbstständigkeit hat mir etwas in meiner Persönlichkeitsentwicklung gefehlt“, erinnert sich Furkan Coskun. Wie man eigenständig Geld verdienen kann, wusste der 24-Jährige damals schon. Was ihm fehlte, war die Entfaltung und Erfüllung darin. „Ich suchte keinen Studiengang, der meinen Lebenslauf für den Arbeitgeber besonders attraktiv macht, sondern einen, der mich persönlich weiterbringt.“ Sein Wissensdurst brachte den jungen Mann zum Studiengang Kultur- und Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt Philosophie.

Studium und Arbeit kombinieren

Ein Porträtfoto von Furkan C. (Foto: privat) Ein Porträtfoto von Furkan C. (Foto: privat)

Furkan Coskun

Eigentlich wollte er nach dem erlangen der Fachhochschulreife vor vier Jahren ins Studentenleben eintauchen, am Campus leben und neue Menschen kennenlernen. Dann kam das Angebot, als selbstständiger Unternehmer einen eigenen E-Zigaretten-Shop zu übernehmen und Geld zu verdienen. Mit diesem Vollzeitjob hatte der Abiturient allerdings keine Zeit für ein Präsenzstudium. „Ich habe zehn bis zwölf Stunden am Tag gearbeitet, da kam nur ein Fernstudium in Frage.“ Als deutschlandweit erste und einzige staatliche Fernuniversität überzeugte ihn die Fernuni Hagen. Jetzt ist Furkan Coskun bereits im 5. Semester und möchte auch nicht mehr zum Campusleben wechseln. Dank der digitalen Lehre kann er in seiner Heimatstadt Heilbronn leben, arbeiten und seinen Bachelor örtlich und zeitlich ungebunden machen. Trotz der Vorteile verlangt ihm das Studium zu Hause auch Disziplin und einen guten Zeitplan ab.

Flexibel lernen und anonym bleiben

Um Aufgaben zu bearbeiten und den Kontakt zwischen den Studierenden und Professoren*innen herzustellen, greift die Fernuni auf Plattformen wie „Moodle“ oder „Schreibwerkstatt“ zurück. Online-Vorlesungen über Zoom sind freiwillig und gehören nicht zum Pflichtprogramm. Das ist Furkan Coskun wichtig, da er sich trotz der digitalen Angebote am liebsten mit ausgedruckten Skripten auf die Prüfungen vorbereitet. Zu den Lehrenden hat der Heilbronner über E-Mail Kontakt – das reicht für die Betreuung meist aus. In seltenen Fällen verabredet man sich zu einem Telefonat.

Zu seinen Kommiliton*innen hat Furkan Coskun kaum Kontakt. „Das Studium ist eher anonym. Der Kontakt über Online-Gruppen ist studienbezogen, weniger persönlich“, berichtet der 24-Jährige. „Die einzige Möglichkeit, sich persönlich kennenzulernen, besteht bei der Anreise zur Prüfung und da ist der Kopf mit anderen Dingen voll.“ Freundschaften aus seinem Studium erhofft er sich keine. Den fehlenden Austausch kompensiert er durch seine Freunde in Heilbronn.

Keine Veränderung und bessere Noten während der Pandemie

Aufgrund des Lockdowns musste der junge Unternehmer seinen Laden schließen. Am Studium hat sich allerdings nichts geändert. Außer, dass seine Noten sich sogar verbessert haben. „Die Langeweile hat mich dazu getrieben, mehr zu lesen und zu lernen.“ Lediglich Blockseminare, die als Präsenzveranstaltung konzipiert waren, finden jetzt online statt. Statt Prüfungen, die früher unter Aufsicht geschrieben wurden, liefert Furkan Coskun in den meisten Fällen Hausarbeiten ab. „Ich glaube, dass die Schulen und Hochschulen durch die Pandemie viel gelernt haben und sich in Zukunft digitaler aufstellen.“

Nach der Pandemie möchte Furkan seinem E-Zigaretten-Laden eine zweite Chance geben und ihn wieder eröffnen. In welche Richtung er sich beruflich und privat entwickelt – damit möchte er sich selbst überraschen. Das Fernstudium und seine Berufserfahrung schenken ihm dafür den nötigen Spielraum.