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Jobben neben dem Studium – Erfahrungsbericht: Jobben in Pandemiezeiten

Die Studentin Carla Szerbinski (23) war wegen der Coronakrise monatelang auf der Suche nach einem Nebenjob. Dank des boomenden Onlinehandels arbeitet sie jetzt im Lager eines Berliner Modegeschäfts.

Blick auf verschiedene Oberteile, die aufgebügelt an einer Kleiderstange hängen. (Foto: Julien Fertl)

„Mein Job ist ganz schön sportlich“, erzählt Carla Szerbinski lächelnd. „Zu Beginn jeder Schicht hole ich mir die Bestellungen für den Tag und klettere damit die riesigen Leitern und Regale im Lager hoch. Danach lege ich die Klamotten in eine Plastikwanne und flitze damit zu den Verpackern.“ Seit Anfang 2021 arbeitet die 23-Jährige Studentin im Online-Shop eines Berliner Modegeschäfts. Zwei Mal die Woche, fünf bis sieben Stunden pro Tagesschicht. Ein sicherer Job, gerade in Pandemiezeiten. Denn der Onlinehandel boomt und viele Geschäfte kommen mit ihren Bestellungen gar nicht mehr hinterher. „Ich mache oft Überstunden, auch damit ich auf meine 450 Euro komme.“ 9,50 Euro verdient die Studentin pro Stunde. Als gebürtige Münchnerin ist sie andere Stundenlöhne gewöhnt und hatte schon mal darüber nachgedacht, in eines der Testzentren zu wechseln. „Die sind unter Studierenden immer beliebter geworden, man kann dort bis zu 15 Euro pro Stunde verdienen. Ich kenne einige Leute, die früher in der Gastronomie arbeiteten und jetzt ins Testzentrum gewechselt sind.“

Vier Monate auf der Suche

Carla Szerbinski (Foto: privat) Carla Szerbinski (Foto: privat)

Doch Carla Szerbinski mag ihren jetzigen Job. „Mein Team ist total nett. Bei uns herrscht ein freundschaftliches Miteinander.“ Im Lager tragen derzeit wegen der Corona-Maßnahmen alle eine Maske. Den Mindestabstand einzuhalten ist allerdings schwer, auch weil die Räumlichkeiten nicht sehr groß sind. Die 23-Jährige ist jedoch sowieso meistens für sich alleine. „Mein Job ist nicht gerade kommunikativ. Ich höre oft Podcasts, während ich meine Zettel abarbeite.“

Zu ihrem Nebenjob ist die Studentin über eine Freundin gekommen. „Im letzten Sommer hatte ich in einer Eisdiele gearbeitet. Als die Saison rum war, war ich wieder auf der Suche. Vier Monate lang.“ Mithilfe der App Zenjob, einer VermittlungsApp für Studierende, kam Carla Szerbinski zwischendurch an zeitlich begrenzte Nebenjobs und konnte sich so ein bisschen was dazuverdienen. „Ich habe zum Beispiel in einem Supermarkt Waren eingeräumt oder in einem Mode-Outlet gearbeitet.“

Viele Erfahrungen, wenig Freizeit

In unterschiedliche Tätigkeitsbereiche und Unternehmen zu schnuppern sind wertvolle Erfahrungen – auch für Carla Szerbinskis späteres Berufsleben. Sie lernt zudem belastbarer zu werden, denn nicht selten hat sie eine Sechs-Tage-Woche. Die 23-Jährige studiert im vierten Semester Kostüm und Bühnenbild. Nebenjob und Studium unter einen Hut zu bringen ist nicht immer einfach. „Arbeiten am Wochenende ist keine Seltenheit und Zeit für mich Mangelware.“ Trotzdem ist sie natürlich dankbar, dass sie überhaupt einen Nebenjob hat, der zudem noch pandemiesicher ist.