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Studieren am Balkan – Erfahrungsbericht: Slowenien hat viel zu bieten

Linn (24) hat ihr drittes Semester im Masterstudium an der Universität Ljubljana in Slowenien verbracht. abi» erzählt sie, wie es ihr in der slowenischen Hauptstadt gefallen hat.

Ansicht von Ljubljana. (Foto: privat)

Ich studiere Geographie mit dem Schwerpunkt „Natürliche Ressourcen und Ressourcenmanagement“ an der Universität Augsburg. Von Ende September 2019 bis Januar 2020 habe ich einen Auslandsaufenthalt in Ljubljana verbracht – glücklicherweise noch vor Corona.

Für Ljubljana habe ich mich wegen des angenehmen Klimas im Herbst und Winter sowie wegen der attraktiven Freizeitmöglichkeiten entschieden. Für das Geographie-Studium bietet ein Land wie Slowenien mit seiner landschaftlichen Vielfalt von der Adriaküste über Karstgebiete und Tiefebenen bis zum Hochgebirge viele interessante Anknüpfungspunkte.

Slowenien ist viel moderner und fortschrittlicher als viele annehmen. Es werden innovative Ideen angeboten, wie beispielsweise kostenlose Leihräder der Stadt oder subventioniertes Essen für Studierende. Die Menschen sind sehr nett und gastfreundlich.

Mit Erasmus nach Slowenien

Ein Porträt-Foto von Linn.  (Foto: privat) Ein Porträt-Foto von Linn.  (Foto: privat)

Linn

Für das Erasmus-Semester habe ich mich online beworben. Neben Abi-Zeugnissen und Uni-Nachweisen sind ein Motivationsschreiben und ein Englisch-Einstufungstest notwendig. Davor hatte ich ein wenig Sorge. Ich wurde letztendlich weit besser eingestuft, als es für die Teilnahme am Erasmusprogramm notwendig gewesen wäre. In Ljublijana wird übrigens viel und gut Englisch gesprochen, sodass man auch ohne Slowenisch-Kenntnisse gut durchkommt. Das ist leider aber der Grund, warum ich außer einiger weniger Floskeln kein Slowenisch gelernt habe.

Erasmus erleichtert den organisatorischen Aufwand ungemein. Von möglichen Studiengebühren an der Gasthochschule über das Einreichen der Bewerbungsunterlagen bis hin zur Anrechnung der Noten, die im Ausland erbracht werden. Sowohl in Augsburg beim akademischen Auslandsamt, als auch in Ljubljana bekam ich immer Unterstützung.

Teurer als gedacht

Die Lebenshaltungskosten in Slowenien sind genau wie der Lebensstandard höher als ich erwartet hatte. Die Wohnungspreise sind in Ljubljana in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Wenn man kein Zimmer in einem der Dorms – das sind Studentenwohnheime – bekommt oder möchte, muss man auf teurere Doppel- oder selten Einzelzimmer ausweichen. Ich selbst habe eine schöne und geräumige Airbnb-Wohnung mit einer Schwedin geteilt.

Finanziert habe ich mein Auslandssemester über das Erasmusgeld, das mit 330 Euro pro Monat fast für die Miete gereicht hat, einen Zuschuss von meinen Eltern und Ersparnissen von meinem Studentenjob.

Exkursionen und Geländepraktika

Die Kurse an meiner Gasthochschule waren etwas anders strukturiert als an der Universität Augsburg. Statt getrennter Theorie- und Praxismodule wird in Ljubljana auf die Verbindung von beidem gesetzt. Ich fand es zum Beispiel toll, dass viele Exkursionen und Geländepraktika integriert waren. Die Organisation des Studiums vor Ort war anfangs nicht immer ganz einfach. Beispielsweise konnten manche im Vorfeld ausgesuchten Kurse doch nicht von Austauschstudierenden besucht werden oder fanden nicht auf Englisch statt. Bei diesen Kursen habe ich dann Sprechstunden der Dozierenden besucht, im Selbststudium Paper gelesen und Hausarbeiten verfasst. Insgesamt hat dennoch alles gut geklappt. Den Hochschulalltag in Slowenien fand ich grundsätzlich sehr ähnlich zu dem in Deutschland.

Slowenien hat viel zu bieten. Meine Freizeit habe ich genutzt, um mein Gastland beim Reisen und Wandern kennenzulernen und viel mit neuen Freunden – Erasmus-Studierenden und slowenischen Kommilitonen und Kommilitoninnen – zu unternehmen. In Ljubljana selbst wird auch immer einiges geboten: In meinem Gastland habe ich mich immer sehr wohl und sicher gefühlt. In den Monaten dort habe ich viel gelernt, was mich sowohl persönlich, in meinem Studium als auch in beruflicher Hinsicht weitergebracht hat.