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Studieren in Portugal – Erfahrungsbericht: Architektur in Porto

Heike Raabe (30) hat während ihres Masterstudiums Architektur an der TU Berlin ein Jahr in Porto verbracht. abi» erzählt sie, was sie in der portugiesischen Küstenstadt erlebt hat.

Frau am Flughafen vor Anzeigetafel (Foto: Martin Rehm)

Wenn ich auf mein Studium zurückblicke, fallen mir viele schöne Erlebnisse ein. Eine der besten Erinnerungen ans Studium: Mein Erasmus+-Jahr in Porto. Dass ich mich für Portugal entschieden habe, hat mit einem Auslandsaufenthalt während des Bachelorstudiums in Australien zu tun. Dort hatte ich mich mit Brasilianern angefreundet. Das weckte meine Lust, Portugiesisch zu lernen – und nach Brasilien zu gehen. Doch als das nicht klappte, entschied ich mich stattdessen für ein Erasmus+-Programm in Portugal. Eine Entscheidung, die goldrichtig war.

Meine Wahl fiel auf Porto, eine Stadt mit knapp 238.000 Einwohnern. Als Berlinerin reizte mich die Aussicht, in einer etwas kleineren Stadt mit kürzeren Wegen, aber einer dennoch lebendigen Studierendenszene zu leben. Das Kulturangebot ist super, und wenn man abends in die Bars geht, trifft man oft Leute, die man kennt. Außerdem konnte ich in der Nähe surfen gehen. Überhaupt hat sich Porto als echter Volltreffer entpuppt.

Studium und Alltag

Ein Porträt-Foto von Heike Raabe (Foto: privat) Ein Porträt-Foto von Heike Raabe (Foto: privat)

Heike Raabe

Ich verbrachte mein drittes und viertes Mastersemester an der Universidade do Porto, damals eine Partnerhochschule der TU Berlin. Besonders interessant fand ich den Kurs „Armut und Urbanisierung“, der die sozialen Aspekte von Architektur behandelte oder auch „Architektonisches Spielzeug“. In diesem Kurs ging es um die Parallelen zwischen dem Entwerfen von Häusern und von Spielzeug. Außerdem wählte ich einen Zeichenkurs und beschäftigte mich mit einem eigenen großen Designprojekt – dem Modellbau einer Schule. Fast alle Kurse waren auf Portugiesisch. Zum Glück hatte ich zwei Jahre lang Sprachkurse belegt und kam gut mit. Ich würde jedem empfehlen, die Sprache vorher zumindest ein wenig zu lernen. So hat man viel mehr von seinem Aufenthalt.

Gewohnt habe ich in einer WG mit anderen internationalen Studierenden. In Portugal entscheidet oft der Vermieter, an wen er die einzelnen Zimmer vergibt, man sucht sich seine Mitbewohner*innen also nicht selbst aus. Als ich einmal ein Zimmer besichtigte, fragte ich, wo denn meine zukünftigen WG-Kolleginnen und -Kollegen seien, damit ich sie kennenlernen könne – und wurde ganz verwundert angeschaut. Die Menschen in Portugal reagierten zunächst etwas reserviert, aber wenn man sie geknackt hatte, waren sie sehr herzlich und extrem hilfsbereit. Am Wochenende etwas gemeinsam zu unternehmen, war jedoch nicht immer einfach. Viele fuhren dann zu ihren Eltern – das ist dort so üblich. Kurztrips unternahm ich also eher mit anderen Erasmus+-Studierenden.

Zurück zu Hause

Was das Anrechnen der Kurse betrifft: Jede Uni und teilweise sogar jede Fakultät regelt das etwas anders. Ich hatte mir vor meinem Auslandsjahr angeschaut, welche Kurse mir noch fehlten und welche ich in Porto machen konnte. Wer sich unsicher ist, sollte am besten mit den Dozierenden sprechen.

Nach Portugal zieht es mich heute immer wieder. Ich gehe dort Surfen, genieße den Lebensstil und frische meine Sprachkenntnisse auf. Im Alltag zu Hause halte ich mein Portugiesisch durch Tandem-Partner*innen am Leben. Die Sehnsucht nach dem Land bleibt einfach!