beruf & karriere

Sozialarbeiter/Sozialpädagogen – Personalerstatements

Arbeit mit Menschen und Gesetzen

In welchen Bereichen kommen Sozialarbeiter und -pädagogen zum Einsatz? Welche Kenntnisse und Fähigkeiten braucht man in der Sozialen Arbeit? Drei Personalverantwortliche schildern abi», worauf es ankommt.

Junge Frau spielt Tischkicker

Sozialarbeiter werden in vielen unterschiedlichen Bereichen eingesetzt, beispielsweise in der Arbeit mit Jugendlichen.

Maja Schäfer, Projektleiterin Recruiting und Karriereportal, Diakonie Deutschland

Für Sozialarbeiter kommen bei der Diakonie über 60 verschiedene Arbeitsfelder infrage – von der Schuldnerberatungsstelle über die Straßensozialarbeit bis hin zur Unterkunft für Geflüchtete. Zu den neueren Einsatzbereichen gehört die Berufseinstiegsbegleitung, da viele junge Menschen heutzutage Probleme beim Übergang zwischen Schule und Beruf haben. Hinzu kommt die „Sozialarbeit im Kiez“, da der Trend dahin geht, alte Menschen oder Menschen mit Behinderung nicht mehr in abgeschotteten Einrichtungen unterzubringen. Stattdessen möchte man sie an der Gesellschaft teilhaben lassen.

Porträtfoto von Maja Schäfer

Maja Schäfer

Mindestens ein Bachelorabschluss in Sozialer Arbeit ist notwendig, um eine Anstellung zu bekommen. Wichtig ist, sich so früh wie möglich bereits im Studium für ein Arbeitsfeld zu entscheiden. So lassen sich die Praxiseinsätze dafür nutzen, Berufserfahrung und Kontakte in verschiedenen Einrichtungen in diesem Bereich zu sammeln, denn auf einschlägige Berufserfahrung wird viel Wert gelegt. Außerdem benötigt man Interesse an Recht und Gesetzen, denn in der Sozialarbeit geht es nicht nur um die Arbeit mit Menschen, sondern man muss sich auch in den Sozialgesetzbüchern gut auskennen. Die Zugehörigkeit zur evangelischen Kirche ist nicht unbedingt Einstellungsvoraussetzung. Das wird bei jeder Stelle und jedem diakonischen Träger unterschiedlich gehandhabt.
Sozialarbeiter können sich bei der Diakonie zum/zur Diakon/in weiterbilden. Auch fachliche Masterstudiengänge wie Intensivpädagogik kommen infrage. Oder, wenn die Karriere in Richtung Einrichtungsleitung gehen soll, ein Master Management im Sozialwesen.

Christian Kuhnert, koordinierender Fachdezernent für Schulsozialarbeit in der Regionalabteilung Osnabrück der Niedersächsischen Landesschulbehörde

Sozialpädagogen im niedersächsischen Landesdienst werden in Schulen insbesondere in drei Bereichen eingesetzt: In der schulischen Sozialarbeit bieten sie Beratungs- und Unterstützungsangebote für Schüler, Erziehungsberechtigte und Schulakteure an, arbeiten an einer professionellen Netzwerkarbeit im schulischen Umfeld mit und bilden eine Schnittstelle zu den kommunalen Kinder- und Jugendämtern. Im Bereich sozial-emotionale Entwicklung an Förderschulen und allgemeinen Schulen werden sie eingesetzt, um im Unterricht und Schulalltag das inklusive Leben zu stärken. Neben der konkreten Einzelfallarbeit mit den Schülern arbeiten sie eng mit Klassen- und Förderschullehrkräften, Schulsozialarbeitern, Erziehungsberechtigten und weiteren Akteuren zusammen. Außerdem machen sie für unterrichtsbegleitende Tätigkeiten und außerunterrichtliche Angebote an Grundschulen und Ganztagsschulen Angebote im Bereich Erlebnispädagogik und Teamstärkung.

Porträtfoto von Christian Kuhnert

Christian Kuhnert

Dafür werden in der Regel Bewerber gesucht, die über einen Hochschulabschluss in der Sozialen Arbeit beziehungsweise Sozialpädagogik mit staatlicher Anerkennung verfügen. Berufliche Erfahrungen und Kenntnisse etwa aus der Jugendhilfe, Jugendarbeit beziehungsweise Elementar- oder Sonderpädagogik sind wünschenswert.
Die Auswahlgespräche finden in den Schulen statt. Neben den fachlichen Erfahrungen und Kenntnissen spielen auch die persönlichen Einschätzungen eine Rolle. Also mit welcher Haltung, Funktion und Rolle die Sozialpädagogen ihre Profession in die Schule einbringen möchten. Außerdem sind ausgeprägte Teamfähigkeit, Verlässlichkeit und Empathie wichtig.

Markus Kissel, Referent Recruiting & Employer Branding beim Internationalen Bund (IB)

Der Internationale Bund (IB) ist als überparteilicher und überkonfessioneller Träger mit bundesweit über 1.000 Einrichtungen präsent. Sozialarbeiter und Sozialpädagogen sind bei uns in zahlreichen Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit beschäftigt – angefangen von Ambulanten Diensten über Behindertenhilfe, Offene Kinder- und Jugendarbeit sowie Schulsozialarbeit bis zur Beratung in der Flüchtlingsarbeit oder Wohnungslosenhilfe.

Porträtfoto von Markus Kissel

Markus Kissel

Eine wichtige Voraussetzung für Bewerber sind über einen Bachelor- oder Masterabschluss im Studiengang Soziale Arbeit/Sozialpädagogik nachgewiesene Fachkenntnisse, die sowohl methodisches Wissen als auch nötige Rechtskenntnisse umfassen. Grundlagen für ein professionelles Fallverstehen und Gesprächstechniken sollten ebenso bekannt sein wie die Gesetzesgrundlage, auf der gearbeitet wird. Hingegen ist das Anerkennungsjahr beim IB nicht zwingend erforderlich. Idealerweise bringen Bewerber Problemlösungskompetenz, Liebe zu Menschen sowie zum Menschsein und den Wunsch mit, sich weiterzuentwickeln. Mit vergleichsweise flachen Hierarchien und gezielten Personalentwicklungsmaßnahmen bietet der IB bei entsprechender Motivation und Eignung viele Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung. Als erster Schritt die Übernahme der Teamleitung, mit mehr Berufserfahrung schließlich die der Einrichtungs- oder Regionalleitung und nicht zuletzt das Einschlagen der Expertenlaufbahn als Fachreferent – je nach Arbeitsfeld eröffnen sich attraktive Perspektiven.
Satzungsgemäß ist der IB dabei fest auf dem Boden unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung und der UN-Menschenrechte verankert. Das Bekenntnis dazu ist maßgeblich für unsere Arbeit und damit unverzichtbar.

abi» 16.12.2019

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