beruf & karriere

Tiermediziner*innen – Hintergrund

Tierisch was zu tun!

Von A wie Affe bis Z wie Ziege: Wer seine Tierliebe zum Beruf machen möchte, ist mit einem Studium der Veterinärmedizin gut aufgestellt. Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind für entsprechende Absolvent*innen gut.

Tierarzt betrachtet Röntgenaufnahme eines Hundes. Foto: Nancy Heusel

Interessante Einblicke: Veterinärmediziner*innen kennen sich aus mit der Anatomie von Tieren.

Ihre Passion für Pferde war für Anke Ebeling der Grund, den Beruf der Tierärztin zu ergreifen. Ein Wunsch, den sie zielstrebig in die Tat umsetzte: Nach dem Studium der Veterinärmedizin an der Freien Universität Berlin arbeitete die 34-Jährige in einer Pferdeklinik im Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Eine Zeit, die sie „auf gar keinen Fall missen möchte“. Die Liebe und die bevorstehende Geburt ihrer ersten Tochter führten sie jedoch nach drei Jahren zurück in die Hauptstadt – und zur Erkenntnis: „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist als praktizierende Tierärztin nicht einfach. Es handelt sich nun mal nicht um einen Nine-to-five-Job und Pferdekliniken liegen nicht mitten in der Stadt.“ So entschied sich Anke Ebeling, den Arbeitgeber zu wechseln und trat eine Stelle als amtliche Tierärztin im öffentlichen Dienst an.

Mischung aus Außendienst und Büroarbeit

Ein Porträt-Foto von Anke Ebeling

Anke Ebeling

Seit Januar 2019 arbeitet sie nun bei der Veterinär- und Lebensmittelaufsicht im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. „Ich hätte anfangs nicht gedacht, dass die Arbeit hier so abwechslungsreich sein und mir so viel Spaß machen würde.“ Ihre Aufgabe ist es, Gesetze, die Tiere und Lebensmittel betreffen, zu überwachen, sprich deren Einhaltung zu kontrollieren – sei es im Bereich Tierschutz, Tierseuchenbekämpfung oder in Betrieben mit gewerblicher Lebensmittelherstellung. Die eine Hälfte ihrer Arbeitszeit verbringt Anke Ebeling im Büro mit verwaltungsbehördlichen Aufgaben, die andere ist sie im Bezirk unterwegs. So prüft die Tiermedizinerin zum Beispiel, ob bestimmte Auflagen und Anordnungen eingehalten werden. „Man weiß nie genau, was an einem Arbeitstag wirklich passiert. Manchmal sind auch schnelle Interaktionen nötig.“ Der Umgang mit den tierischen Patienten und deren Halter*innen liegt ihr besonders: „Das kann durchaus zu einer Herausforderung werden. Wenn man jedoch Geduld beim Erklären beweist und fachlich gut argumentiert, sind die Meisten doch sehr einsichtig. Dann weiß ich, dass ich einen guten Job im Sinne der Tiere gemacht habe.“

Unterschiedliche Arbeitsfelder

Das Beispiel der amtlichen Tierärztin zeigt: Man muss sich nach dem Studium der Veterinärmedizin nicht zwangsläufig um kleine Haustiere oder große Nutztiere kümmern – sei es in einer Praxis, Klinik, bei Bauern/Bäuerinnen vor Ort oder auch im Zoo. Auch in der Forschung und Lehre an Hochschulen und Forschungsanstalten, in der freien Wirtschaft und Industrie, zum Beispiel in den Bereichen Pharma oder Lebensmittel, im Tierschutz oder als Veterinär*in der Bundeswehr sind Tiermediziner*innen gefragt. „Je nach Tätigkeit ist man angestellt oder selbstständig“, erklärt Dr. Petra Sindern, 1. Vizepräsidentin des Bundesverbands praktizierender Tierärzte (bpt). „Im öffentlichen Veterinärwesen kann man auch den Beamtenstatus beziehungsweise den Offiziersrang bekleiden, an Universitäten ist man wissenschaftliche Mitarbeiterin oder Professorin.“

Laut Bundestierärztekammer gibt es insgesamt 42.709 Tierärzt*innen in Deutschland (Stand: 31.12.2019). Die meisten Veterinärmediziner*innen arbeiten als tierärztlich Tätige: Ihre Zahl lag bei insgesamt 31.888, darunter 12.019 niedergelassene Tierärzt*innen. Die beamteten Tiermediziner*innen beziffert die Statistik mit 1.521, die der angestellten im öffentlichen Dienst mit 5.315.

Vollbeschäftigung und Mangel an Fachkräften

Das Statistische Bundesamt meldete 1.304 Studierende, die im Jahr 2019 das Studium der Tier-/Veterinärmedizin erfolgreich abgeschlossen haben. Im Vergleich zum Vorjahr sind das rund 200 Absolvent*innen mehr. Sie haben aktuell gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt: „Bei Tierärzten herrscht Vollbeschäftigung. In vielen Regionen ist laut Aussage von Verbänden ein Mangel an Fachkräften zu verzeichnen“, sagt Claudia Suttner vom Team Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Die Zahl der sozialversichert beschäftigten Tierärzte wächst: Sie stieg zuletzt um fünf Prozent auf 14.000.

„Die Zahl der Arbeitslosen befand sich 2019 auf einem weiterhin geringen Niveau mit gut 400 Personen und einer berufsspezifischen Arbeitslosenquote von 1,6 Prozent“, ergänzt die Arbeitsmarktexpertin. Im Jahresverlauf gingen bei der Bundesagentur für Arbeit knapp 800 Stellenangebote ein, zwei Prozent weniger als im Vorjahr. Der durchschnittliche Stellenbestand lag bei gut 200 gemeldeten Stellen.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk der Bundesagentur für Arbeit für Berufe mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort: Tiermediziner).

berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen (Suchwort: Tiermedizin).

studienwahl.de

Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit

arbeitsagentur.de/jobsuche

BERUFE.TV

Das Filmportal der Bundesagentur für Arbeit

berufe.tv

Berufsfeld-info.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung. Weitere Informationen zum Beruf „Tiermediziner“ sowie zu verwandten interessanten Berufen findest du im Teilberufsfeld „Human-, Zahn-, Tiermedizin (Ärzte)“.

berufsfeld-info.de/abi

Bundestierärztekammer

Umfassende Informationen zum Thema Tiermedizin gibt es bei der Bundestierärztekammer.

www.bundestieraerztekammer.de

Bundesverband praktizierender Tierärzte

www.tieraerzteverband.de

Bund angestellter Tierärzte e.V.

www.bundangestelltertieraerzte.de

abi» 15.10.2020

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