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Journalist*innen - Hintergrund

Nachrichten und mehr

In Krisenzeiten gelten sie als systemrelevant, verfolgen Journalist*innen doch ein großes Ziel: Die Verbreitung von Nachrichten auf der ganzen Welt. Dabei ist der Weg in den Beruf so vielschichtig wie die Aufgaben selbst.

Verschiedene Medienuntensilien liegen auf einem Schreibtisch.

Als Journalist*in ist es wichtig auf dem aktuellsten Stand zu sein.

Buchneuerscheinungen, Preise für renommierte Autor*innen oder groß angelegte Kampagnen: Jennifer Selchows Aufgabe ist es, die Öffentlichkeit auf dem Laufenden zu halten. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen bei der Verlagsgruppe Oetinger schreibt sie Pressemitteilungen, organisiert Interviews für Journalist*innen oder stellt Pressemappen zusammen. Kurzum: Sie gibt Informationen weiter, die die Vertreter*innen der Presse für ihre Berichterstattung nutzen können.

Als PR- und Produktmanagerin ist die 31-Jährige an vielen Stellen gleichzeitig im Einsatz. „Neben dem Pressebereich, der einen Großteil meiner Tätigkeit ausmacht, betreue ich Marketingprojekte von bekannten Autor*innen, wie Kirsten Boie, Peter Wohlleben oder Paul Maar. Hier setze ich zum Beispiel Kampagnen in Gang und überwache das Budget dafür.“

Jennifer Selchow

Nach dem Abitur in Münster entschied sie sich zunächst für eine Ausbildung zur Industriekauffrau. Danach absolvierte sie an der Westfälischen-Wilhelms-Universität in Münster den Bachelor-Studiengang Kommunikationswissenschaften. Es folgten Praktika sowie Festanstellungen im Bereich PR und Marketing, etwa in der Windkraftbranche oder bei einem Hersteller für Laufräder. Durch einen Ortswechsel nach Hamburg landete sie schließlich bei der Verlagsgruppe Oetinger. Ein Glücksfall, wie die PR-Managerin betont und mit dem sie anderen jungen Menschen Mut machen will. „Ich habe einen tollen Job, in einer tollen Stadt mit super Kolleginnen und einem Produkt, hinter dem ich vollen Herzens stehen kann. Dies ist ein Privileg, das ich sehr zu schätzen weiß.“

Ob auf Unternehmensseite als PR-Manager*in oder als klassische*r Journalist*in: Eine fundierte Ausbildung ist entscheidend. Bei Studiengängen am besten in Kombination mit einschlägigen Praktika im Medienbereich. Gerade für angehende Journalist*innen ist dies wichtig, da die Berufsbezeichnung rechtlich nicht geschützt ist. Der Jobeinstieg kann über ein Volontariat, eine Journalistenschule und/oder ein Studium im Bereich Journalistik erfolgen. „Ein Hochschulstudium ist kein Muss, aber die meisten jungen Journalisten haben studiert“, erklärt Hendrik Zörner vom Deutschen Journalisten-Verband (DJV). Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren im Wintersemester 2019/2020 bundesweit 2.605 Erstsemester für ein Studium im Bereich Kommunikationswissenschaft oder Publizistik eingeschrieben. Etwa 75 Prozent davon waren Frauen.

„Für den Einstieg in den Beruf, beispielsweise über ein Volontariat, ist ein Journalistikstudium jedoch nicht unbedingt erforderlich“, ergänzt Claudia Suttner, Arbeitsmarktexpertin der Bundesagentur für Arbeit (BA). „Auch andere geisteswissenschaftliche oder fachspezifische Studiengänge kommen in Frage. Da die sprach- und kulturwissenschaftlichen Studiengänge insgesamt sehr beliebt sind, könnte allerdings perspektivisch die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt noch anwachsen.“

Hendrik Zörner

Die journalistischen Aufgabenbereiche sind breit gefächert: Zu den klassischen Einsatzgebieten zählen noch immer Printmedien, Rundfunk und Fernsehen, aber auch Nachrichtenagenturen. Mit der Digitalisierung sind Online-Medien und Social-Media-Kanäle stärker in den Vordergrund getreten. Viele Journalist*innen und Kommunikationswissenschaftler*innen wechseln auf die andere Seite – in die Unternehmenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit.

Seit der Jahrtausendwende befindet sich die Medienbranche in einem erneuten Wandel. Während der Printbereich finanzielle Einbußen durch weniger Anzeigen und eine geringere Auflage beklagt, boomt der Online-Bereich in puncto Zugriffszahlen. „Medienunternehmen haben viele Jahre lang die Nutzer durch kostenlose Artikel auf ihre Portale gelockt. Wirtschaftlich war das Blödsinn, publizistisch ein Freudenfest. Denn nirgendwo können sich Journalisten so stark entfalten wie im Digitalen“, bewertet Hendrik Zörner die Situation.

Trotz des Umbruchs in der Medienlandschaft stehen laut Arbeitsmarktexpertin Claudia Suttner die Beschäftigungsbedingungen nicht schlecht. „Im Jahr 2019 waren rund 70.000 Redakteure und Journalisten sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren knapp zwei Prozent mehr als im Jahr zuvor.“ In der schreibenden Zunft kommt auch der freiberuflichen Tätigkeit eine große Bedeutung zu. Mit etwa 39.000 Selbständigen war 2019 fast jeder Dritte sein eigener Chef.

Die Zahl der Arbeitslosen sank im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent. 3.400 Arbeitslose waren 2019 auf der Suche nach einer Anstellung in der Medienbrache – vor allem in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit sowie in der Verlags- und Medienwirtschaft. „Offen bleibt bei einem Blick in die Zukunft, wie sich der Kostendruck im klassischen Medienbereich und die Dynamik der Online-Nachrichtenwelt künftig weiter auswirken werden“, fügt Claudia Suttner ergänzend hinzu. Auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie dürften schwierig abzuschätzen sein.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk der Bundesagentur für Arbeit für Berufe mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort: Journalist)

berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen (Suchwort: Journalismus). 

studienwahl.de

Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit

arbeitsagentur.de/jobsuche

BERUFETV

Das Filmportal der Bundesagentur für Arbeit

berufe.tv

Berufsfeld-info.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung

berufsfeld-info.de

Deutscher Journalisten-Verband (DJV)

Umfassende Informationen zum Berufsbild Journalist*in und wichtige Zahlen und Fakten findest du auf der Website des DJV.

djv.de

Deutsche Journalistinnen – und Journalisten-Union (dju)

Umfassende Informationen für Journalist*innen und solche, die es werden wollen

dju.verdi.de

Freischreiber.de

Der Berufsverband freier Journalist*innen

freischreiber.de

Stand: 11.02.2021

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