beruf & karriere

Bahnindustrie – Interview

„Die Bahnindustrie wird zur Hightech-Industrie“

abi» sprach mit Pauline Maître, die beim Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) für Kommunikation und Nachwuchs zuständig ist, über die Chancen für Berufseinsteiger.

Foto einer Eisenbahnerin im Betriebsdienst vor einem Bahngleis.

Die Bahnindustrie bietet vielfältige Karrieremöglichkeiten und modernisiert sich zunehmend.

abi» Frau Maître, welche Trends gibt es derzeit in der Bahnindustrie?

Pauline Maître: Das zentrale Thema ist der Klimaschutz. Die Bahnindustrie sorgt für klimaneutrale Mobilität. Und da immer mehr Menschen am liebsten umweltfreundlich von A nach B kommen wollen, gehört die Bahnindustrie auf jeden Fall zu den Zukunftsbranchen par excellence. Der Nahverkehr in den Großstädten soll ausgebaut werden, ebenso die emissionsfreie Mobilität in den Ballungszentren und die Anbindung des ländlichen Raums.

abi» Welche Entwicklungen sehen Sie außerdem in der Zukunft?

Pauline Maître: Uns beschäftigt derzeit vor allem die digitale Revolution in der Mobilität. Wir trennen uns immer mehr von analogen und gehen hin zu vernetzten und intelligenten Systemen. Ein Beispiel ist die Leit- und Sicherungstechnik, die den Zugverkehr datenbasiert viel effizienter macht und viele Informationen über Fahrzeuge liefert. Das macht Bahnfahren heute schon schneller, sicherer und zuverlässiger. Künftig wird es noch mehr autonomen, also fahrerlosen Bahnverkehr geben. Die Digitalisierung schafft auf jeden Fall ganz neue Arbeitsbereiche. Die Bahnindustrie ist eine Hightech-Industrie, in der zunehmend Informatiker und Programmierer gebraucht werden. Hinzu kommen die Neuerungen durch den 3-D-Druck: Man muss nicht mehr lange darauf warten, dass Ersatzteile hergestellt werden, sondern kann sie künftig vor Ort einfach drucken. Berufseinsteiger können diese Mobilitätsrevolution mit vorantreiben.

Porträtfoto von Pauline Maître

Pauline Maître

abi» Wie stehen für junge Menschen die Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten in der Bahnindustrie?

Pauline Maître: Ein Vorteil unserer Branche aus meiner Sicht: Es gibt sehr viele international tätige Unternehmen, ob großer Zughersteller oder „Hidden Champion“. Das macht die Bahnindustrie für Einsteiger interessant, die gern in einem internationalen Umfeld arbeiten. Darüber hinaus legen gerade Mittelständler viel Wert auf Kontinuität: Wer hier einsteigt, hat gute Chancen, sich Stück für Stück unternehmensintern weiterzuentwickeln. Schon junge Leute bekommen schnell Verantwortung für eigene Bereiche. Und es gibt bei uns immer mehr Start-ups. Und eines ist man in jedem Bahnindustrieunternehmen garantiert: Klimaschützer!

abi» Was sind Ihre Tipps für den Berufseinstieg?

Pauline Maître: Über ein Praktikum kann man gut in einen Betrieb hineinschnuppern, weil man dabei oft ganz verschiedene Bereiche kennenlernt. Auch als Werkstudent kann man einen Fuß in die Türe bekommen und sich nebenbei noch ein gutes Taschengeld verdienen. Durch die Digitalisierung werden zudem mehr Quereinsteiger gesucht, zum Beispiel Softwareentwickler oder Elektrotechniker. Diese Berufsgruppen haben die Bahnindustrie als Arbeitgeber oft gar nicht auf dem Schirm.

abi» 16.04.2020

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