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„Die Fahrradbranche ist sehr locker und offen“

Ein junger Mann fährt mit einem BMX Fahrrad eine Allee entlang
Die Fahrradbranche hält viele neue Trends bereit.
Foto: Katharina Kemme

Fahrradindustrie – Interview

„Die Fahrradbranche ist sehr locker und offen“

David Eisenberger ist Leiter Marketing & Kommunikation beim Zweirad-Industrie-Verband (ZIV). Dass das Fahrrad das urbane Verkehrsmittel der Zukunft ist, davon ist er überzeugt. Und er weiß: Die Branche sucht Fachkräfte.

abi» 38 Prozent Zuwächse im Segment E-Bike, zwei Prozent bei den Fahrrädern im Jahr 2018 – wird sich dieser positive Trend fortsetzen?

David Eisenberger: Was das Fahrrad angeht, halten sich die Zahlen auf ungefähr gleichbleibendem Niveau. 2018 und 2019 haben wir vom guten Wetter profitiert. Bei der mittelfristigen Entwicklung des E-Bikes sind wir definitiv sehr zuversichtlich, dass der Markt weiterhin wachsen wird. Das E-Bike hat noch lange nicht die Phase erreicht, wo sich der Trend abschwächt. Jedes vierte Rad ist ein E-Bike und wir rechnen mittel- bis langfristig damit, dass jedes dritte Rad ein E-Bike sein wird.

abi» Welche weiteren Trends verzeichnet die Branche?

Ein Porträt-Foto von David Eisenberger

David Eisenberger

Foto: privat

David Eisenberger: Über allen Entwicklungen steht das große Thema urbane Mobilität. Neben der Motorisierung aller Modellgruppen, die im Kommen ist, wie Rennräder, Falträder oder auch Jugend- und Kinderräder, spielt natürlich das Cargobike eine wichtige Rolle. Rund um dieses entstehen völlig neue Geschäftsmodelle. Neben der Paketbranche und dem ganzen logistischen Bereich steigen auch Handwerker, Eisverkäufer, selbst der ADAC auf Lastenräder um.
Ein weiteres großes Thema ist die Digitalisierung. Dank des eingebauten Akkus haben wir viele Möglichkeiten, von der Leistungsmessung über die Steuerung der Komponenten vom Cockpit, also dem Lenker aus, bis hin zu Navigation und Vernetzung.

abi» Was sollte man mitbringen, um in der Branche erfolgreich zu sein?

David Eisenberger: Das Schöne an der Fahrradbranche ist, dass sie sehr locker und offen ist und viele Quereinsteiger aufnimmt. Viele Profis wechseln nach ihrer sportlichen Karriere in die Fahrradbranche. Die Industrien fördern das. Und weil die Standorte oftmals nicht in den Ballungszentren liegen, sondern eher in nicht so stark besiedelten Gegenden, sorgen die Arbeitgeber dafür, dass es für Bewerber interessant ist, dorthin zu kommen. Eine sportliche Karriere ist natürlich keinesfalls ein Muss. Aber ohne Affinität zum Fahrrad, besonders in den branchenspezifischen Berufen, geht es nicht.

abi» Und wie gelingt der Einstieg in die Branche?

David Eisenberger: Es ist in den letzten Jahren etwas aus der Mode geraten, eine Ausbildung zu absolvieren. Der Trend wurde sehr in Richtung Studium verschoben. Trotzdem ist es ein sehr interessanter Weg, gerade für Abiturienten, erst einmal die Ausbildung zum Zweiradmechatroniker zu absolvieren. Diese ist sehr anspruchsvoll und bietet gerade im Bereich E-Bike viel mehr als nur das Schrauben. Wenn man dann ein Studium draufsetzt, entweder BWL oder Ingenieurwissenschaften, ist man hinterher für die Branche top qualifiziert. Schließlich beherrscht man dann man sowohl das Handwerkliche als auch das Akademische.

abi>> 24.10.2019

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