Wohin soll die Reise gehen?

Smartphone, bei dem eine Reise-App geöffnet ist, liegt auf einer Landkarte.
Die Digitalisierung spielt auch in der Touristikbranche eine große Rolle: Onlineangebote und -buchungen sind mittlerweile die Norm.
Foto: Martin Rehm

Reise & Touristik

Wohin soll die Reise gehen?

Es gilt nach wie vor: Deutschland ist ein beliebtes Reiseland und auch die Deutschen selbst reisen mit Begeisterung um den Globus. Nichtsdestotrotz müssen die Fachleute der Reise- und Touristikbranche derzeit viele Veränderungen und Herausforderungen meistern. Dazu zählen mehr Onlineangebote und -buchungen, überfüllte Touristenattraktionen und veränderte Kundenansprüche.

Das Leben in den Weltmeeren erkunden, ohne nasse Füße zu bekommen – das können die Tages- und Feriengäste im Ozeaneum in Stralsund. Unter einem Dach tummeln sich zahlreiche Arten aus Ostsee, Atlantik und Co. In einem riesigen Aquarium mit 2,6 Millionen Litern Wasser, das sich auf zwei Ebenen erstreckt, schwimmen Haie, Rochen und Schwarmfische um ein Schiffswrack. Auf der Dachterrasse leben Humboldtpinguine. Und neben anderen Meeresgiganten hängt das Modell eines 26 Meter langen Blauwals von der Decke. Keine Frage: Das Ozeaneum ist ein Besuchermagnet.

Ein Porträt-Foto von Sandra Stahnke

Sandra Stahnke

Foto: Romy Kiebel

Hier arbeiten Aquaristen, Techniker, Wissenschaftler, Taucher, Museumspädagogen, Service- und Verwaltungsmitarbeiter sowie Marketingleute. Zu ihnen gehört Sandra Stahnke, die für Gruppenreservierungen und Vertriebsaufgaben zuständig ist. „Da sich das Museum selbst finanzieren muss, brauchen wir die vielen Besucher“, erzählt sie. Um neue Gäste zu gewinnen, muss die 34-Jährige das Museum nach außen bewerben und bekannt machen. Seit fünf Jahren kümmert sie sich deshalb um Gruppenreservierungen, berät Gäste dazu, welche Führung am besten passt oder klärt, ob besondere Kriterien wie Barrierefreiheit eine Rolle spielen. Sie präsentiert zudem das Haus auf Messen, pflegt den Kontakt zu Hotels, Reiseveranstaltern und anderen Ticketverkaufsstellen und informiert Vertriebspartner über Jahresthemen, Veranstaltungen und sonstige Neuigkeiten.

Studiert hat Sandra Stahnke an der Hochschule Stralsund „Leisure and Tourism Management“. Das englischsprachige Studium dauert acht Semester, beinhaltet ein 21-wöchiges Praktikum und kombiniert wirtschaftliche und tourismusrelevante Themen. Nach ihrem Abschluss arbeitete sie zunächst als Marketingassistentin in einem Vier-Sterne-Hotel in der Region, bevor sie ins Ozeaneum wechselte.

Kreuzfahrten und Nachhaltigkeit

Ein Porträt-Foto von Nicole von Stockert

Nicole von Stockert

Foto: privat

Nicht nur die Ostsee samt Ozeaneum erfreut sich bei Touristen großer Beliebtheit: „Kreuzfahrten liegen seit Jahren im Trend“, erzählt Nicole von Stockert, Pressesprecherin des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW). Gefragt sind zudem Wellness- und Gesundheitsreisen. Auch nachhaltiges und bewusstes Reisen spielen zunehmend eine Rolle: „Es gibt Kunden, die klimabewusster reisen möchten oder nach Alternativen zu klassischen Pauschalreisen suchen. Anderen geht es um Entschleunigung und zum Beispiel um eine kleine Flucht aus dem digitalen Alltag im Hotel ohne Netzzugang.“

Eine Herausforderung im Tourismusmarketing ist die Frage, wie Touristenströme besser gesteuert werden können: „Die Innenstädte von Barcelona und Venedig, aber auch von kleineren Städten wie Passau sind zeitweise total überlaufen. Hier könnten zum Beispiel Apps helfen, die Touristenströme räumlich oder zeitlich besser zu streuen“, erläutert sie. Überhaupt biete die Digitalisierung viele Möglichkeiten, neue Produkte in der Tourismusbranche zu platzieren. „Deshalb vergeben wir vom BTW seit 2018 einen Preis für innovative Start-ups. Das ist übrigens auch ein Bereich, der spannende Jobmöglichkeiten bietet“, weiß die Expertin.

Klassiker: Tourismuskaufleute

Laut dem BTW arbeiten rund 2,9 Millionen Beschäftigte in der deutschen Reise- und Tourismusbranche. Sie sind in Reisebüros und bei -veranstaltern, an Flughäfen und bei Fluggesellschaften, bei der Bahn, Reedereien und Reisebusunternehmen, in Restaurants, Hotels oder Event-Locations bis hin zu Tourismusmarketing-Agenturen, Reiseversicherungen und Duty Free Shops tätig. So heterogen die Branche ist, so vielfältig sind die Berufe (siehe Interview „Den Urlaub zum Beruf machen“).

In Deutschland gibt es rund 2.500 Reiseveranstalter. Mitte 2017 arbeiteten gut 70.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Reisebüros und bei Reiseveranstaltern, davon waren die Hälfte Tourismuskaufleute. Diese Ausbildung ist besonders bei Abiturienten beliebt – laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) wurden 2016 über zwei Drittel der Ausbildungsplätze in diesem Bereich von Abiturienten abgeschlossen.

Beschäftigung in Hotels auf Wachstumskurs

Während die Experten die Arbeitsmarktlage für Tourismuskaufleute als gut bezeichnen, gestaltet sich der Stellenmarkt für Reiseleiter und Fremdenführer schwieriger. „Allerdings sind hier auch viele selbstständig“, sagt Arbeitsmarktexpertin Ilona Mirtschin von der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Im Bereich Hotellerie ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in den vergangenen fünf Jahren um 13 Prozent gestiegen – stärker als in allen anderen Branchen. Mitte 2017 waren insgesamt 275.000 Menschen in Hotels beschäftigt. „Neben branchentypischen Berufen wie Hotelkauf- und Hotelfachleute werden vor allem ausgebildete Fachkräfte beschäftigt“, erklärt Ilona Mirtschin. Laut BIBB hatte 2016 etwa die Hälfte der Auszubildenden zur/m Hotelkaufmann/-frau Abitur. Insgesamt profitiert der Arbeitsmarkt davon, dass Deutschland als Reiseland seit Jahren immer beliebter wird – von der Ostsee bis zu den Alpen.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwörter: z. B. Reise, Touristik)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen (Suchwörter: z. B. Reise, Touristik).
www.studienwahl.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

http://jobboerse.arbeitsagentur.de

berufsfeld-info.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung. Weitere Informationen findest du im Teilberufsfeld Tourismus und Freizeitwirtschaft.
berufsfeld-info.de/abi

Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft e.V.

www.btw.de

Die Reisewirtschaft

www.drv.de

 

Reiseleiterin

Sechs-Tage-Woche mit Meerblick

Damit die Urlaubsgäste möglichst schnell Sonne und Strand auf Teneriffa genießen können, kümmert sich Reiseleiterin Alexandra Schneider beim Veranstalter Alltours um den Transfer vom Flughafen zum Hotel. Außerdem vermittelt die 24-Jährige Ausflüge und ist erste Ansprechpartnerin für … so ziemlich alles!

Wenn Alexandra Schneider mit ihrem Willkommensschild morgens am Flughafen steht, sind ihre Gäste schon seit vielen Stunden auf den Beinen. „Viele möchten den ersten Flieger in den Urlaub erwischen. Die einen sind dann einfach nur glücklich, dass ihr Urlaub beginnt, andere brauchen noch etwas, um in den Urlaubsmodus zu schalten“, sagt die 24-Jährige.

Es ist ihre zweite Saison als Reiseleiterin bei Alltours: Sie organisiert den Transfer der Gäste zu den verschiedenen Hotels, hält Begrüßungstreffen für „die Neuen“ ab, bei denen sie Wissenswertes über die Insel erzählt, und gibt Tipps für Ausflüge. Was für die Gäste die schönste Jahreszeit bedeutet, ist für Alexandra Schneider mit einem strammen Terminkalender verbunden: Aktuell betreut sie um die 15 Hotels, darunter auch kleinere Anlagen. „Wie viele Häuser man betreut, hängt vom Einsatzgebiet ab. Mein Dienstplan richtet sich dann nach den Ankunftszeiten der Gäste“, erzählt sie.

Vom Arzt bis zum Schuster - Alexandra Schneider kümmert sich

Ein Porträt-Foto von Alexandra Schneider

Alexandra Schneider

Foto: privat

In der sogenannten Servicezeit können die Gäste auf sie zukommen: „Ich gebe Ausflugstipps, verkaufe Tickets, bin Ansprechpartnerin und helfe bei allen möglichen Fragen weiter, etwa wenn jemand einen Arzt braucht oder einen Schuster sucht.“ Büroarbeiten, etwa die Nachbereitung des Tages, erledigt sie zwischendurch. Sie hat einen deutschen Arbeitsvertrag, ist in der Woche sechs Tage im Einsatz und hat einen Tag dienstfrei. Den verbringt sie meist an ruhigen Stränden, um runterzukommen. „Vor allem im Norden der Insel gibt es wunderschöne Orte, die nicht so überlaufen sind“, erklärt die junge Reiseleiterin.

Gemeinsam mit einer Kollegin bewohnt sie eine Wohnung. Jede hat ihr eigenes Zimmer, mitten in Playa de las Américas, einem Ferienmekka an der Südwestküste Teneriffas. Von hier aus fährt die 24-Jährige mit dem Auto zu den Hotels: „Die Insel ist wunderschön, aber leider gibt es auch viel Verkehr.“ Einen Führerschein und mindestens zwei Jahre Fahrpraxis sind daher die Voraussetzungen für ihre Arbeit.

Gefragt sind Offenheit und Toleranz

Das Leben in der WG, die Teamarbeit mit anderen Reiseleitern, aber auch der Kontakt mit den Gästen erfordern Offenheit und Toleranz: „Man muss einfach mit ganz unterschiedlichen Typen umgehen können“, betont Alexandra Schneider.

Teneriffa ist ihre zweite Station. Angefangen hat sie auf Fuerteventura: „Ich wollte immer im Ausland arbeiten und dachte, Reiseleitung sei ein guter Einstieg“, erzählt sie. Auf Mallorca absolvierte sie ein Einsteigerseminar, in dem sie auf die Tätigkeit vorbereitet wurde. Rollenspiele und Beschwerdemanagement wurden trainiert. Außerdem erfuhr sie, wie man Begrüßungstreffen organisiert und welcher Ausflug zu welchem Gast passt. „Auch heute noch besuche ich regelmäßig Seminare und Treffen mit anderen Reiseleitern, auf denen wir uns austauschen.“

Am Anfang wollte sie den Job eine Saison lang ausprobieren: „Mir hat das dann so viel Spaß gemacht, dass ich geblieben bin. Für mich ist es eine gute Gelegenheit, die Welt zu erkunden.“

Auch ein Job für Quereinsteiger

Zuvor hatte Alexandra Schneider an der Hochschule Rhein-Waal studiert. Während des Studiums „Nachhaltiger Tourismus“ hat sie unter anderem bei einem Reiseveranstalter im Reklamationsmanagement gearbeitet: „Hier vor Ort zu arbeiten, ist aber etwas ganz anderes. Ich bekomme sehr viele positive Rückmeldungen von unseren Gästen, weil ich ihnen bei Fragen und Problemen helfen kann.“

Das Studium war keine Grundvoraussetzung für ihre Stelle als Reiseleiterin: „Hier arbeiten auch Quereinsteiger, die raus aus ihrem typischen Bürojob und mal was anderes machen wollten.“ Allerdings hilft ihr ihre fachliche Kompetenz in vielen Situationen weiter. Was sie nie gedacht hätte: In schwierigen Situationen hilft auch die Dienstuniform dabei, für einen respektvollen Umgang zu sorgen.

 

Luftverkehrsmanager

Bodenhaftung, um pünktlich abzuheben

Flughäfen sind komplexe Welten für sich. An dem in Stuttgart sorgt Luftverkehrsmanager Domenic Globisch (24) dafür, dass alle Abläufe perfekt ineinandergreifen und die Flugzeuge pünktlich abheben.

Wenn Domenic Globisch aus seinem Bürofenster blickt, sieht er Flugzeuge starten und landen – er sitzt den Rollbahnen gegenüber. Bis zu 400 Abflüge und Ankünfte finden hier pro Tag statt, 100 internationale Ziele stehen auf dem Flugplan. An den Terminals sind rund 55 Fluggesellschaften aktiv. Ein Mikrokosmos, der gut organisiert sein muss.

Daran arbeitet der 24-jährige Luftverkehrsmanager in der Abteilung „Beratung Aviation“, wo er logistische Prozesse am Boden plant. „Beratung Aviation“ umfasst unter anderem Projekte aus den Bereichen Flugbetrieb, Terminalbetrieb, Qualitätsmonitoring, Ressourcenplanung und Personalsteuerung sowie Daten- und Auswertungssysteme. Domenic Globischs Schwerpunkt liegt auf der Ressourcenplanung und Personalsteuerung.

Beauftragen? Oder selbst machen?

Ein Porträt-Foto von Domenic Globisch

Domenic Globisch

Foto: Alina Henne

Eine typische Aufgabe für den Luftverkehrsmanager: Dafür sorgen, dass das Gepäck nach einer Landung so schnell wie möglich beim Passagier ankommt. „Es gibt viele Unternehmen am Flughafen, mit denen wir partnerschaftlich zusammenarbeiten“, erzählt er. Anhand sogenannter „Make or Buy“-Analysen erarbeitet er die Datenbasis für die Entscheidung, ob eine bestimmte Leistung oder ein bestimmtes Produkt von externen Anbietern eingekauft oder intern erbracht und angeboten wird. Dabei geht es um Kosten, Qualität, Zeit, Ressourcenverfügbarkeit und Risiken. Die Abfertigung ist ein typisches Beispiel, wo mit derlei Analysen gearbeitet wird.

„Wir sind aber keine klassische Unternehmensberatung, da alles speziell auf die Bedürfnisse des Flughafens zugeschnitten ist“, ergänzt er. Ein Flughafenbetrieb ist aus vielen Gründen nicht mit einem normalen Industriebetrieb zu vergleichen: „Der Flugbetrieb ist schwankend. In der Regel herrscht morgens und abends reger Verkehr, dazwischen geht es etwas ruhiger zu. Auch das Personal muss speziell geschult sein. Eine Flugzeugabfertigung ist kein Standardprodukt: Man muss sich mit Airlines, Flugzeugtypen, Passagiertypen und so weiter auskennen“, führt der Luftverkehrsmanager aus.

Viele Prozesse sind eng getaktet, müssen reibungslos ineinandergreifen, damit der nächste Flieger den Flughafen wieder pünktlich verlassen kann. „Hier an Lösungen mit verschiedenen Akteuren zu arbeiten – das fasziniert mich“, sagt Domenic Globisch. Den Großteil seiner Zeit verbringt er am PC, plant Abfertigungsprozesse und analysiert Daten. „Aber natürlich schaue ich mir auch die Situation vor Ort an und bin immer mal wieder auf dem Flughafengelände unterwegs.“ Da sein Arbeitsplatz im Sicherheitsbereich liegt, passiert er täglich mehrfach die Sicherheitskontrollen.

Vom Segelflieger zum Luftverkehrsmanager

Dass sein Beruf einmal mit Luftverkehr zu tun haben würde, war eigentlich klar: Mit 17 Jahren begann er selbst mit dem Segelfliegen. „Das Thema Wirtschaft hat mich ebenfalls interessiert und wenn man die beiden Bereiche kombiniert, kommt man sehr schnell auf das Studium Luftverkehrsmanagement“, begründet er seine Wahl.

Es gibt nicht viele Hochschulen, die dieses Studium anbieten. Domenic Globisch hatte sich für die praxisintegrierende duale Variante entschieden und sich bei der Flughafen Stuttgart GmbH beworben. Der englischsprachige Studiengang „Aviation Management“ ist eine Kooperation mit der Hochschule Worms. „Während der Praxisphasen in den Semesterferien war ich von Beginn an in Projekte eingebunden und habe mich mit Analysen, Auswertungen und Optimierung von Prozessabläufen befasst“, erinnert sich Domenic Globisch. „Damals ging es zum Beispiel um die Frage, wie sich die Wartezeiten an der Gepäckausgabe verringern lassen.“ Eine gute Vorbereitung auf seine Karriere am Flughafen.

 

Reise und Touristik - Interview

Den Urlaub zum Beruf machen

Wer in der Reise- und Tourismusbranche arbeiten will, kann dies in der Regel mit einer dualen Berufsausbildung. Für Führungspositionen ist aber meist ein Studium erforderlich, erklärt Nicole von Stockert, Pressesprecherin des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW).

abi>> Frau von Stockert, welche Berufe findet man in der Tourismusbranche?

Nicole von Stockert: Stellen Sie sich einfach vor, Sie planen eine Reise mit allem, was dazugehört: Sie lesen Reiseführer, vergleichen Preise, buchen online oder im Reisebüro, reisen mit Bahn, Bus, Auto oder Flugzeug an und wieder ab, essen vor Ort in total angesagten oder eher ruhigen Restaurants, besichtigen Museen oder gehen in ein Konzert, übernachten im Hotel, in einer Ferienwohnung oder auf einem Campingplatz, besuchen einen Freizeitpark. Überall dort werden in verschiedensten Bereichen Mitarbeiter benötigt. So vielseitig die Branche, so unterschiedlich sind auch die Berufe.

abi>> Welche Berufe gehören zu den Klassikern?

Ein Porträt-Foto von Nicole von Stockert

Nicole von Stockert

Foto: privat

Nicole von Stockert: In der Branche arbeiten rund drei Millionen Beschäftigte, die meisten bringen eine duale Ausbildung mit. Zu den Klassikern gehören Hotel- und Restaurantfachleute, Luftverkehrs- und Veranstaltungskaufleute, Köche und Tourismuskaufleute. Während Kaufleute für Tourismus und Geschäftsreisen dabei in der Regel im Reisebüro oder bei Veranstaltern tätig sind, liegt bei Kaufleuten für Tourismus und Freizeit der Schwerpunkt auf der Vermarktung von Städten und Regionen.

abi>> Und was ist mit den Akademikern?

Nicole von Stockert: Akademiker arbeiten vor allem in großen Unternehmen, etwa als Tourismus-, Hotel- oder Luftverkehrsmanager. Es gibt mittlerweile auch einige spezialisierte Studiengänge wie Gesundheitstourismus und Freizeitmanagement. Das hängt mit den gestiegenen Ansprüchen der Kunden zusammen, die zum Beispiel Wert auf nachhaltige Reisen oder Sport- und Gesundheitsangebote legen. Da die größeren Unternehmen in der Regel die gesamte Bandbreite an Abteilungen abbilden, werden hier neben Tourismusexperten auch allgemeinere Fachrichtungen wie Betriebswirte, Juristen und IT-Experten gesucht.

abi>> Gibt es das klassische Reisebüro noch?

Nicole von Stockert: Ja, das gibt es noch. Seit ein paar Jahren liegt die Zahl der Reisebüros stabil bei etwa 10.000. Ihr Service ist vor allem dann gefragt, wenn es um komplexe Reisen geht, die man nicht einfach online buchen kann – und natürlich auch, wenn Kunden lieber eine persönliche Beratung möchten, statt im Internet zu surfen.

abi>> Bietet die Branche gute Karrieremöglichkeiten?

Nicole von Stockert: Definitiv. In vielen Unternehmen können Mitarbeiter vergleichsweise schnell Projekt- und Personalverantwortung übernehmen. Die Branche ist zudem sehr international aufgestellt, sodass viele Mitarbeiter Auslandserfahrungen sammeln können. Für Führungspositionen ist aber in der Regel ein Studium gefragt, da hier zum Beispiel oft umfassende betriebswirtschaftliche Kenntnisse nötig sind.

 

Reise & Touristik – Berufs- und Arbeitsfelder

Berufe rund um Reise und Touristik

Vom Hotelbetrieb bis zum Flughafen: Die Reise- und Touristikbranche bietet vielfältige Berufsmöglichkeiten. abi» stellt einige vor.

Studienberufe:

Betriebswirt/in - Hotelmanagement

Aufgaben:
Arbeiten am Empfang, Buchungen von Reiseveranstaltern überprüfen, Werbestrategien erarbeiten, Betriebsanalysen, Personal führen und einteilen, Veranstaltungen planen, Abrechnungen erstellen

Mögliche Arbeitgeber:
In Unternehmen der Hotellerie und in gastronomischen Betrieben

Mehr zum Berufsbild „Betriebswirt/in - Hotelmanagement“ auf BERUFENET >>

Betriebswirt/in - Touristik

Aufgaben:
Planung, Organisation und Überwachung der Geschäftsaktivitäten von Fremdenverkehrsunternehmen beziehungsweise -zusammenschlüssen

Mögliche Arbeitgeber:
Reise-, Fremdenverkehrs- und Verkehrsunternehmen, Fremdenverkehrsverbände und -verwaltungen, Unternehmen und Organisationen der Freizeitwirtschaft und Unterhaltung

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Touristikmanager/in

Aufgaben:
Marketing- und Managementaufgaben mit Fokus auf Reisen und Tourismus, Kundenwünsche ermitteln, Produkte entwickeln, bewerben und vertreiben

Mögliche Arbeitgeber:
Reiseveranstalter, Hotelkonzerne, Fluggesellschaften, Freizeitzentren, Reedereien, Kurverwaltungen und Fremdenverkehrsverbände

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Ausbildungsberufe:

Assistent/in - Freizeitwirtschaft

Aufgaben:
Planen, Buchen und Abrechnen von Kultur- und Freizeitangeboten

Mögliche Arbeitgeber:
Fremdenverkehrsbüros, Reiseveranstalter, Fremdenverkehrsverbände, Freizeit- und Themenparks, Busreiseunternehmen, Fluggesellschaften, Ausflugs- und Kreuzfahrtunternehmen

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Assistent/in - Gesundheitstourismus/-prophylaxe

Aufgaben:
Gesundheitsorientierte Urlaube und Aufenthalte planen, Kunden beraten, Angebote erstellen und bewerben, mit Hotels und Reisebüros verhandeln und Informationsmaterial erstellen, Finanzierung und Abrechnung mit Krankenkassen klären

Mögliche Arbeitgeber:
Reiseveranstalter, Tourismusbüros, Wellnesshotels und Kurkliniken, Fitnesscenter

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Hotelkaufmann/-frau

Aufgaben:
Arbeitsabläufe im Hotel planen, Gäste betreuen, buchen, reservieren, Rechnungen erstellen, mit Reiseveranstaltern verhandeln und Marketingmaßnahmen entwickeln

Mögliche Arbeitgeber:
Hotels, Gasthöfe, Pensionen

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Internationale/r Luftverkehrsassistent/in

Aufgaben:
Gepäck von Passagieren am Check-in abfertigen, verlorengegangene Koffer ermitteln, Frachtraum verkaufen und Frachtpapiere ausstellen, in der Flugzeugabfertigung beim Boarding der Passagiere helfen oder die Crew briefen

Mögliche Arbeitgeber:
im Passagierservice, in der Flugzeugabfertigung oder im Frachtbereich von Flughäfen

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Kaufmann/-frau - Tourismus und Freizeit

Aufgaben:
Städte und Regionen vermarkten, Touristen beraten und über touristische Attraktionen und kulturelle Angebote vor Ort informieren (auch in einer Fremdsprache)

Mögliche Arbeitgeber:
Reise- und Tourismusbüros, Beherbergungsbetriebe, Ausflugs- und Reiseunternehmen, Freizeiteinrichtungen

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Servicekaufmann/-frau - Luftverkehr

Aufgaben:
Information und Beratung von Fluggästen, Preise ermitteln, Verkauf von Tickets, Mitarbeit am Abfertigungsschalter, Aufgaben im Marketing und in der Personalplanung

Mögliche Arbeitgeber:
Flughafenbetriebe, Linien- und Charterfluggesellschaften sowie Abfertigungsgesellschaften, Reisebüros und Reiseveranstalter

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Touristikassistent/in

Aufgaben:
Reiseangebote erstellen, touristische Dienstleistungen vermitteln und verkaufen, Kunden beraten und beim Tourismusmarketing mitwirken

Mögliche Arbeitgeber:
Reise- und Fremdenverkehrsbüros, Reiseveranstalter, Fremdenverkehrsverbände, Busreiseunternehmen, Fluggesellschaften oder Kreuzfahrtunternehmen

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Tourismuskaufmann/-frau (Privat- und Geschäftsreisen)

Aufgaben:
Individual-, Gruppen- und Pauschalreisen planen, Kundenberatung, Verbindungen ermitteln, Preiskalkulation, Angebote erstellen, reservieren und buchen, Stornierungen und Reklamationen bearbeiten

Mögliche Arbeitgeber:
Reisebüro oder Reiseveranstalter, Geschäftsreisenservice

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Branchenumfrage

Einstellungspraxis: Reise & Touristik

Folgende Firmen haben sich an unserer Branchenumfrage beteiligt und zu ihrer Einstellungspraxis Angaben gemacht:

FTI Touristik GmbH

Kontakt

www.fti-group.com

Jobs@fti.jobs oder ausbildung@fti.de

Mitarbeiter / davon mit Hochschulabschluss
Ca. 1.200 Mitarbeiter am Standort München, weltweit über 10.000

Einstellungsbedarf an Mitarbeitern / Hochschulabsolventen pro Jahr
Unterschiedlich, je nach Standort

Geschäftsfelder mit dem größten Einstellungsbedarf
Reservation

Service & Quality

Product & Yieldmanagement

Finance & Controlling

Flight

PR

Sales & Marketing

IT & Ecommerce

Gesuchte Absolventen (Berufsausbildung, Studienfachrichtungen)

Abgeschlossene Berufsausbildung zum/zur Reiseverkehrskauffrau/-mann bzw. Tourismuskauffrau/-mann

Abgeschlossene kaufmännische Berufsausbildung

Abgeschlossenes Studium Tourismus/Tourismuswirtschaft

Abgeschlossenes Studium mit dem Schwerpunkt Informatik

Abgeschlossenes Studium mit dem Schwerpunkt E-Commerce/Wirtschaftsinformatik

Abgeschlossenes Studium Betriebswirtschaftslehre (Schwerpunkt Controlling und Finanzen)

Einstellungskriterien / geforderte Spezialkenntnisse 

Praktische Erfahrungen bzw. Berufserfahrung

Kenntnisse über den Reisemarkt

Kundenorientierung

Ausgeprägte Team- und Kommunikationsfähigkeit

Strukturiertes Arbeiten

Flexibilität

Lösungsorientierung

Sprachkenntnisse

Angebotene Ausbildungen für Abiturienten / Duale Studiengänge / andere Einstiegsmöglichkeiten für Abiturienten 

Duale Ausbildung in folgenden Ausbildungsberufen:

Tourismuskaufmann/-frau mit Schwerpunkt Reiseveranstaltung, Reisevermittlung und Geschäftsreisen

Kaufmann/-frau für Büromanagement

Fachinformatiker/-in mit Schwerpunkt Anwendungsentwicklung

Mediengestalter/-in Bild & Ton

Mediengestalter/-in Digital & Print

Medienkaufmann/-frau

Abschlussarbeiten möglich?
Ja, Abschlussarbeiten werden von FTI betreut – in erster Linie bei Praktikanten und Werkstudierenden.

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DER Business Travel

Mitarbeiter / davon mit Hochschulabschluss 
5.500 Mitarbeiter deutschlandweit in allen Bereichen / k. A.

Einstellungsbedarf an Mitarbeitern / Hochschulabsolventen pro Jahr
Variiert

Geschäftsfelder mit dem größten Einstellungsbedarf
Business Travel Geschäftsstellen

Gesuchte Absolventen (Berufsausbildung, Studienfachrichtungen)
k. A.

Einstellungskriterien / geforderte Spezialkenntnisse
Ausbildung:
ab guter Mittlerer Reife

Angebotene Ausbildungen für Abiturienten / Duale Studiengänge / andere Einstiegsmöglichkeiten für Abiturienten
Ausbildung:
Tourismuskauffrau/-mann (Kauffrau/-mann für Privat- und Geschäftsreisen) mit Schwerpunkt Geschäftsreisen

Abschlussarbeiten möglich?
Nein

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DER Deutsches Reisebüro GmbH & Co. OGH

Mitarbeiter / davon mit Hochschulabschluss
5.500 Mitarbeiter deutschlandweit in allen Bereichen / k. A.

Einstellungsbedarf an Mitarbeitern / Hochschulabsolventen pro Jahr
Variiert

Geschäftsfelder mit dem größten Einstellungsbedarf
Reisebüros 

Gesuchte Absolventen (Berufsausbildung, Studienfachrichtungen)
Studium:
Tourism & Travel Management

Einstellungskriterien / geforderte Spezialkenntnisse
Ausbildung:
ab guter Mittlerer Reife

Studium:
Abitur

Angebotene Ausbildungen für Abiturienten / Duale Studiengänge / andere Einstiegsmöglichkeiten für Abiturienten
Ausbildung:
Tourismuskauffrau/-mann (Kauffrau/-mann für Privat- und Geschäftsreisen) mit Schwerpunkt Reisevermittlung 

Abschlussarbeiten möglich?
Nein

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DER Touristik Deutschland GmbH

Kontakt

Ansprechpartner Standort Köln:

Frau Christiane Radu

Ansprechpartner Standort Frankfurt:
Frau Sandra Zaske

Mitarbeiter / davon mit Hochschulabschluss
5.500 Mitarbeiter deutschlandweit in allen Bereichen / k. A.

Einstellungsbedarf an Mitarbeitern / Hochschulabsolventen pro Jahr
Variiert

Geschäftsfelder mit dem größten Einstellungsbedarf
Touristisch: Produktmanagement

Kaufmännisch: Zentralbereiche

Gesuchte Absolventen (Berufsausbildung, Studienfachrichtungen) 
Studium:
Tourismusmanagement

BWL Messe, Kongresse, Events

Wirtschaftsinformatik

Einstellungskriterien / geforderte Spezialkenntnisse 
Ausbildung:
Fachhochschulreife / Abitur

Studium:
Abitur

Angebotene Ausbildungen für Abiturienten / Duale Studiengänge / andere Einstiegsmöglichkeiten für Abiturienten 
Ausbildung:
Tourismuskauffrau/-mann (Kauffrau/-mann für Privat- und Geschäftsreisen) mit Schwerpunkt Reiseveranstaltung

Kauffrau/-mann für Büromanagement

Abschlussarbeiten möglich?
Ja

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Stand: 22.10.2019