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Weltraumwirtschaft - Hintergrund

Countdown zur Karriere im All

Die Raumfahrt ist ein Feld für Visionäre mit exzellenter Ausbildung. Hier arbeiten kluge Köpfe an der Zukunft und widmen sich dabei nicht nur dem Weltall, sondern auch der Erde.

Fotografie einer bunten Spielzeugrakete.

Eine Karriere in der Raumfahrt ist für viele ein Kindheitstraum.

Wenn die Spectrum-Rakete 2021 zum ersten Mal von der Erde abhebt, wird Julian Petrasch den Start gebannt verfolgen. Der 28-jährige Informatiker arbeitet als Embedded Software Engineer bei Isar Aerospace in München. Eine Tätigkeit, für die neben Programmier-Know-how viel Kommunikations- und Teamfähigkeit gefragt sind.

Julian Petrasch

„Mein erstes Teleskop habe ich bekommen, als ich fünf Jahre alt war“, erinnert sich Julian Petrasch. Die Bilder vom Weltraum und seine Faszination für die Raumfahrt haben ihn früh geprägt. „Bei einem Schülerpraktikum beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt habe ich verstanden, dass man mit Programmierkenntnissen flexibel in allen Bereichen der Raumfahrt arbeiten kann. Da war für mich klar, dass ich Informatik studiere.“ An der Freien Universität Berlin machte er 2018 seinen Masterabschluss. Seitdem arbeitet er bei Isar Aerospace und programmiert dort die Software für die Rakete. Er ist zuständig für den Triebwerkscontroller, das ist der Computer, der im Flug die Triebwerke steuert und die Sensordaten auswertet. Als Mann der ersten Stunde des Projekts hat er Pionierarbeit geleistet: „Ich habe die gesamte Architektur des Avionik-Systems mitentwickelt.“

Wer heute bei Isar Aerospace einsteigt, gestaltet die Rakete ab dem ersten Arbeitstag mit. Und für alle gilt: Kommunikation im Team ist wichtiger Bestandteil des Alltags. „Wir sprechen ständig mit den Kollegen in anderen Abteilungen“, erklärt der Informatiker. Es geht darum, Anforderungen zu verstehen und passende Optionen für die Umsetzung zu entwickeln. Am Ende steht dann eine vergleichsweise kleine Rakete, die gut geeignet ist, um leichtere Satelliten in den Orbit zu bringen. „Das ist eine Marktlücke“, sagt Julian Petrasch. Den Starttermin Ende 2021 hat er fest im Blick. Wie es für ihn beruflich weitergeht, das lässt er auf sich zukommen. Eines ist aber klar: Bei der Raumfahrt wird er bleiben. „Mein Beruf ist gleichzeitig mein Hobby“, beteuert er.

Ohne Raumfahrt geht auf der Erde wenig

Nicole Thalhofer

Dass sein Hobby weiterhin gefragt ist, darum muss sich Julian Petrasch nicht sorgen. Die Raumfahrt ist längst im Alltag angekommen und spielt in vielen Technologiefeldern eine wichtige Rolle. Satelliten ermöglichen bruchlose Telekommunikation, steuern dezentrale Energiesysteme, organisieren über Navigationssysteme Verkehrsströme und unterstützen die passgenaue Bewässerung in der Landwirtschaft. „Ohne Raumfahrt würde unser Alltag in die 50er-Jahre zurückversetzt werden“, ist sich Nicole Thalhofer sicher, Leiterin Raumfahrt beim Bundesverband der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie BDLI. Raumfahrt ist auch unverzichtbar für die Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft: Die Erfassung von Klimadaten und die präzise Messung von CO2-Emissionen ist ohne Satelliten nicht möglich.

Es gibt also jede Menge zu tun: in der Grundlagenforschung und bei Anwendungen für kommerzielle Nutzer. 2018 waren bereits über 2.000 Satelliten im All unterwegs, seither sollen noch einmal 800 dazugekommen sein. Und damit lässt sich viel Geld verdienen. 2019 lag der Umsatz der deutschen Raumfahrtindustrie laut dem BDLI bei 2,7 Milliarden Euro. Der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) rechnet damit, dass weltweit bis 2027 mit der Herstellung und dem Betrieb von Satelliten über 280 Milliarden US-Dollar umgesetzt werden. Bisher war das All vor allem in der Hand der internationalen Raumfahrtagenturen und ihrer Technologielieferanten, doch zunehmend tummeln sich auch Start-ups im Weltraum.

Nische für überdurchschnittlich qualifizierte Fachkräfte

Was die Zahl der Beschäftigten angeht, ist die Raumfahrt dennoch ein Nischenthema. „In der Luft- und Raumfahrtindustrie waren 2019 etwa 27.000 Menschen in Berufen beschäftigt, auf die ein Studium vorbereitet. Wie viele davon in der Raumfahrt arbeiten, das weist die Statistik nicht aus“, sagt Claudia Suttner, Arbeitsmarktexpertin der Bundesagentur für Arbeit. Laut dem BDLI zählte die Raumfahrt 2019 etwa 10.000 Beschäftigte.

Weitere Informationen

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen (Suchwort: Luft- und Raumfahrt).

berufsfeld-info.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung.

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Wort und Bild (Suchwort: Luft- und Raumfahrt)

Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit

arbeitsagentur.de/jobsuche

Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie BDLI

Branchenverband mit Mitgliedsunternehmen der deutschen Industrie, die im Bereich Raumfahrt tätig sind

Bundesverband der deutschen Industrie: Positionspapier Weltraum

bdi.eu

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt – Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland

dlr.de

DLR Nachwuchsförderung

Angebote des DLR für junge Menschen

DLR next

Jugendportal des DLR

Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt

Informationen zu Forschung, Wissenschaft und Technik

European Space Agency ESA

Webauftritt der Europäischen Weltraumorganisation
esa.int

Skyfuture

Nachwuchs-Onlineportal der Deutschen Luft- und Raumfahrtbranche des des BDLI, der DGLR und des DLR mit Informationen zu Berufen und Studiengängen

Skyforward

Digitale Jobmesse des BDLI

Stand: 26.11.2020

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