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Deutscher Wetterdienst (DWD)

Viel mehr als nur das Wetter von morgen

Wie sind die Wetterverhältnisse für den Flug nach New York? Wo muss die Feuerwehr sich auf ein Unwetter einstellen? Welche Auswirkungen hat der Klimawandel? Um diese und viele weitere Fragen kümmern sich die rund 2.200 Mitarbeitenden des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Außenaufnahme der DWD-Zentrale in Offenbach

Der Deutsche Wetterdienst beschäftigt ein seinen Standorten in ganz Deutschland rund 2.200 MItarbeitende.

Die Bundesbehörde gibt es seit 1952, sie ist dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur zugeordnet. An der Zentrale in Offenbach und weiteren über Deutschland verteilten Standorten beobachten, messen, beraten und forschen die Mitarbeiter/-innen zu den Themen Wetter und Klima. Sie kommen aus unterschiedlichen Fachrichtungen. So werden nicht nur Meteorolog(inn)en gebraucht, sondern auch Physiker/-innen, Chemiker/-innen, Geograph(inn)en, Mathematiker/-innen, Informatiker/-innen und Ingenieure/-innen. „Grundlage unserer Arbeit ist das Gesetz über den Deutschen Wetterdienst“, erklärt Gertrud Nöth, stellvertretende Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Deutschen Wetterdienst. „Hier ist festgelegt, welche Aufgaben wir zu erfüllen haben.“

Kein Flug ohne DWD

Die bekannteste Tätigkeit ist die Wettervorhersage. Für die jährlich 90.000 Vorhersagen betreibt der DWD ein über Deutschland verteiltes eigenes Messnetz am Boden, in der Luft und über Satelliten. Die umfangreiche Datenmenge wird über Hochleistungsrechner verarbeitet und für jedermann einsehbar zur Verfügung gestellt. Über mathematische Modellrechnungen kann auf Grundlage der Messdaten das Wetter der nächsten Tage vorhergesagt werden. „Eine Vorhersage für die nächsten drei Tage ist schon recht gut möglich“, erläutert Gertrud Nöth. „Je größer der Zeitraum, desto ungenauer ist die Prognose. Deshalb ist die Forschung eine wichtige Aufgabe des Deutschen Wetterdienstes. Wir entwickeln immer bessere Methoden, um das Wetter möglichst genau vorhersagen zu können.“

Der Blick in die Zukunft wird außerdem für die jährlich 185.000 Wetterwarnungen genutzt – eine weitere wichtige Aufgabe des DWD. Wenn Unwetter frühzeitig vorhergesagt werden, kann sich der Katastrophenschutz, beispielsweise bei den Feuerwehren, auf die Einsätze optimal vorbereiten. Unverzichtbar ist die Kenntnis des Wetters zudem für die Luft- und Seefahrt: „Kein Flugzeug darf den Flughafen verlassen, ohne dass die Cockpit-Besatzung genau über das Wetter vor Ort, auf der Reise und am Ziel Bescheid weiß“, betont die Pressereferentin. „Das gilt auch für Schiffe. Seit einiger Zeit sichern wir durch unsere meteorologischen Beratungen außerdem wichtige Infrastruktur, wie die Energie- und Kommunikationssysteme.“ Auskünfte und Gutachten gibt es unter anderem zu landwirtschaftlichen und gesundheitsmeteorologischen Fragen.

Beratung in Sachen Klimawandel

Der DWD misst und erforscht nicht nur das Wetter, sondern auch die klimatischen Verhältnisse und ihre Veränderungen. „Das Klima ist das Zusammenspiel des Wetters über einen langen Zeitraum“, erklärt Gertrud Nöth. Mit der Sammlung und Analyse von klimarelevanten Daten lassen sich Prognosen bis zum Jahr 2100 erstellen. „Wir beraten die Politik zum Thema Klimawandel und unterstützen bei Themen wie Anpassungen im Städtebau.“ Außerdem misst der Deutsche Wetterdienst an 48 Standorten die Radioaktivität in Luft und Niederschlag.

Im Gegensatz zu privaten Wetterfirmen ist der DWD eine staatliche Behörde. Der Etat von 370 Millionen Euro (für das Jahr 2020) ist steuerfinanziert. Damit erfüllt der Deutsche Wetterdienst nationale Aufgaben, wie den Betrieb der Deutschen Meteorologischen Bibliothek. Außerdem übernimmt er internationale Funktionen, etwa die Mitarbeit im Netzwerk mit anderen staatlichen Wetterdiensten. Zudem vertritt der DWD die Bundesrepublik Deutschland in zwischenstaatlichen Organisationen, wie der World Meteorological Organization (WMO) bei den Vereinten Nationen.

Deutscher Wetterdienst von A bis Z

Aktuelle Stellenangebote

www.bav.bund.de
(als Dienststelle Deutscher Wetterdienst auswählen)

Ausbildung

Laufbahnausbildung im gehobenen Dienst: mit einem dem Bachelorabschluss äquivalenten Fachhochschulabschluss in Meteorologie (derzeit neun, ab Oktober 14 Stellen)
Ausbildung: Verwaltungsfachangestellte, Informatikkaufleute, Fachinformatiker/-innen, IT-Systemelektroniker/-innen (derzeit 13 Stellen)

Bewerbungsadresse

www.bav.bund.de/einstieg-ebv
(nur elektronische Bewerbungen)

Einstellungsbedarf jährlich

120 bis 140 Mitarbeitende für die Laufbahnausbildung, für Dauerstellen in allen Laufbahnen sowie befristete Stellen in Projekten

Mitarbeiter/-innen

rund 2.200 Mitarbeitende an Standorten in ganz Deutschland

Sitz der Zentrale

Offenbach am Main

Standorte

Weitere größere Dienstorte in Hamburg, Potsdam, Leipzig, Stuttgart, Essen und München;
zwei Observatorien in Lindenberg und am Hohenpeißenberg;
fünf Luftfahrtberatungszentralen;
sechs Klima- und Umweltberatungsstellen;
agrarmeteorologische Beratungsstellen

Tätigkeitsfelder

Forschung, Messung und Beratung in den Bereichen Wetter und Klima, Sicherung von Luft- und Seefahrt sowie wichtiger Infrastruktur, Vertretung der Bundesrepublik Deutschland in internationalen Organisationen

Weitere Informationen

www.dwd.de

abi» 21.08.2020

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