beruf & karriere

Pädagogin

Vielfalt in Studium und Arbeit

Raphaela Huber hat Pädagogik mit Schwerpunkt Erwachsenenbildung studiert. Nun beschäftigt sich die 33-Jährige bei der Volkshochschule Stuttgart unter anderem mit dem Aufbau eines neuen Bildungscampus.

Zwei Frauen hantieren mit Holzfiguren.

Kein Kinderspiel: Pädagogen sind auch in der Erwachsenenbildung tätig.

Direkt im Anschluss an ihr Studium erhielt sie eine Anstellung bei der Volkshochschule (VHS) Stuttgart, zunächst befristet, mittlerweile als feste Stelle. „Angefangen habe ich als pädagogische Mitarbeiterin für die Frauenakademie sowie die Bereiche Psychologie und Pädagogik“, erinnert sich Raphaela Huber. Sie plante unter anderem Diskussionsforen zu aktuellen lokalpolitischen Themen wie der Landtagswahl oder zum Problem der Prostitution in der Stadt. Außerdem führte sie zusammen mit den einzelnen Fachbereichen der VHS digitale Lernformate ein.

Portraitfoto von Raphaela Huber

Raphaela Huber

Seit 2018 arbeitet die Pädagogin im sogenannten sozialraumorientierten Bildungsmanagement. „Meine Aufgabe ist es, die Angebote der VHS wohnortnah in die Stuttgarter Außenbezirke zu bringen. Dazu muss ich viel netzwerken – sowohl intern als auch mit den Arbeitskreisen in den einzelnen Stadtbezirken.“ Sie ermittelt die Bedarfe an Kursen in den verschiedenen Bezirken und erstellt Konzepte, um die Zielgruppen zu erreichen. „Außerdem bin ich an dem Projekt eines neuen Bildungscampus in Bad Cannstatt beteiligt, der derzeit geplant wird“, berichtet Raphaela Huber. „Hier kommt mir die Vielfältigkeit des Pädagogikstudiums zugute.“ So kann sie zum Beispiel aufzeigen, welche Art von Räumen für bestimmte Lernkonzepte am sinnvollsten ist und welche Faktoren das Lernen beeinflussen.

„Den Bildungscampus mit Leben füllen“

Nach wie vor leitet die Pädagogin auch die Frauenakademie der VHS, die derzeit 150 Teilnehmerinnen umfasst. „Ich führe Vorstellungsgespräche mit den Dozentinnen und spreche mit ihnen die geplanten Angebote sowie die Inhalte und Lehrmethoden ab. Auch hier hilft mir mein Wissen aus dem Pädagogikstudium.“ Bei Großveranstaltungen in der Frauenakademie steht die Fachbereichsleiterin auch mal als Moderatorin auf der Bühne. „Mein Ziel für die nächsten Jahre ist es, für die Frauenakademie neue Zielgruppen und Angebote zu erschließen und sie inhaltlich weiterzuentwickeln“, nennt Raphaela Huber einige berufliche Wünsche. „Und ich will den Bildungscampus mit Leben füllen, sobald er fertig ist.“

Für ihre vielfältigen Aufgaben braucht die Pädagogin nach eigenen Aussagen viel Weitblick, Offenheit und große Kommunikationsstärke. Auch BWL-Kenntnisse sind hilfreich. „Die habe ich mir zum Teil in einem Seminar im Studium angeeignet, den Großteil habe ich in der Praxis gelernt. Aber ein Gefühl für Zahlen sollte man für eine Position wie meine schon mitbringen.“

Konzentration auf Erwachsenenbildung

Ihr anfängliches Studium der Wirtschaftspädagogik war ihr zu theoretisch, daher entschied sich Raphaela Huber für ein Diplom-Pädagogik-Studium an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg – heute ist dies der Bachelorstudiengang Bildungswissenschaft. „Ich fand den Bildungsbereich sehr spannend, wusste aber, dass ich anschließend nicht mit Kindern arbeiten wollte. Daher habe ich mich von Anfang an auf Erwachsenenbildung konzentriert“, erklärt die 33-Jährige. Hinzu kamen Schwerpunktfächer in Beratung und Psychologie sowie einzelne Kurse eines Kulturmanagement-Lehrgangs, in dem sie viel über Projektmanagement lernte, was ihr bei ihrer heutigen Arbeit zugutekommt – jeden Tag aufs Neue.

Video

Weitere Filme findest du auf der abi» Videoübersicht.

abi» 13.02.2020

Diesen Artikel teilen