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Medizinisch-technische Radiologieassistentin (MTRA)

Technik, Diagnostik und Empathie

Julia Borresch arbeitet als Medizinisch-technische Radiologieassistentin (MTRA) im Trierer Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen. Ein Job mit viel Verantwortung, sagt die 27-Jährige. Weil sie sowohl mit komplexen Anlagen und Röntgenstrahlen als auch mit Menschen in Ausnahmesituationen zu tun hat.

Eine junge Frau stellt ein Röntgengerät ein.

Als MTRA braucht man sowohl technisches, medizinisches und anatomisches Verständnis, als auch ein Gespür für Menschen.

Gradienten-Spulen, supraleitender Magnet, Pulsgenerator… Julia Borresch weiß genau, welche Teile in einem Magnetresonanztomographen (MRT) verbaut sind. Mit einem MRT können Gewebe und Organe im Körper bildlich dargestellt werden, um etwa Krankheiten zu diagnostizieren. „Ich kann im Kopf alle unsere Geräte zerlegen, die Teile benennen und ihre Funktion beschreiben“, erklärt die 27-Jährige, die seit fünf Jahren im Trierer Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen als Medizinisch-technische Radiologieassistentin (MTRA) arbeitet. Dort hat sie auch die Praxisphasen ihrer Ausbildung absolviert.

MRT, Computertomograph (CT), Angiografieanlage: Diese und andere Geräte zur radiologischen Darstellung von körperinneren Vorgängen kann Julia Borresch bedienen. „In unserem Beruf benötigt man viel Hintergrundwissen, bevor man in die Praxis einsteigen kann.“

Schulische Ausbildung

Julia Borresch

Die ersten anderthalb Jahre ihrer Ausbildung an der Berufsfachschule des Universitätsklinikum des Saarlandes widmeten sich fast ausschließlich der Theorie: Physik, Chemie, Anatomie, Bildverarbeitung und Diagnostik standen etwa auf dem Unterrichtsplan, ebenso wie Strahlentherapie und Nuklearmedizin, da die Ausbildung auch für diese Bereiche qualifiziert. Vom vielen Lernstoff solle man sich aber nicht abschrecken lassen: „Es ist ein tolles Gefühl zu erleben, dass man das Erlernte überall in einem sehr abwechslungsreichen Berufsalltag anwenden kann. Nach und nach wird man zum Experten auf seinem Gebiet – und kann darauf wirklich stolz sein.“

Gespür für Menschen

Neben technischem, medizinischem und anatomischem Verständnis brauche man auch ein Gespür für Menschen: „Empathie ist unerlässlich.“ Das erkläre sie auch den Schülern*innen, die sie als Praxisanleiterin nach einer Fortbildung unterrichten darf. Als MTRA stehe man oft in Kontakt mit Patienten*innen: Man bereitet sie vor, bringt sie in die richtige Position für die Untersuchung und verabreicht Kontrastmittel. „Dabei muss man stets bedenken, dass sich die Menschen in einer Ausnahmesituation befinden.“ Deshalb geht Julia Borresch immer auch auf ihre Sorgen ein. „Wir sind sozusagen das Bindeglied zwischen dem Menschen und den Geräten, die oft Angst einflößen, sowie dem Ergebnis, vor dem sich ebenfalls viele fürchten.“

Wenn die Patienten*innen bereit sind, beginnt der Technik-Teil ihres Berufsalltags: „Wir planen die Untersuchung, stellen ein, was aufgenommen werden soll – Fuß oder Bauch zum Beispiel, passen Programme an und bearbeiten die Bilder nach.“ Bei der Angiografie, einem Röntgenverfahren zur Darstellung von Blutgefäßen während eines Eingriffs, assistiert sie zudem Ärzt*innen und reicht ihnen steriles Material an.

Große Verantwortung

Schon allein, weil man mit Röntgenstrahlung arbeitet, ist in Julia Borreschs Beruf Sorgfalt und verantwortungsvolles Handeln geboten – im Extremfall auch noch nach 24 Stunden Dienst. Denn in der Radiologie muss stets eine*r aus dem Team bis zum nächsten Morgen bleiben – und „jederzeit bereit sein, volle Leistung zu bringen, wenn etwa ein Notfall hereinkommt.“ Unfälle, kranke Kinder, schwere Krankheiten – manchmal begegnet sie auch Schicksalen, die persönlich berühren. Ein gutes Teamklima sei deshalb wichtig, Kollegen*innen, die einen auffangen. So, wie es in ihrem Team der Fall ist: „Wir können uns immer aufeinander verlassen. An den Geräten ebenso wie im zwischenmenschlichen Bereich.“

Stand: 19.04.2021

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