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Augenoptiker

Zwischen Werkstatt und Kundenberatung

Marius Stippich (27) hat sich für eine Ausbildung zum Augenoptiker entschieden. Die Arbeit im Laden, in der Werkstatt und im Büro bedeutet jeden Tag viel Abwechslung.

Frau beim Sehtest. Foto: Axel Jusseit

Jeden Millimeter im Blick: Wer als Optiker arbeiten möchte, muss gutes Augenmaß beweisen.

Zu den Aufgaben des Augenoptikers Marius Stippich gehört zunächst die Kundenberatung: Sind eine Sehstärkenbrille, eine Sonnenbrille oder Kontaktlinsen gewünscht? Welche Fassung hätte der Kunde gern? Welche Gläser mit welcher Beschichtung, zum Beispiel einer Entspiegelung, sind für ihn sinnvoll?

„Um die beste Option auswählen zu können, machen wir meist vor der Beratung einen Sehtest“, sagt der 27-Jährige. Zusätzlich können Augenoptiker mit den entsprechenden Geräten auch den Augeninnendruck messen, Aufnahmen von der Netzhaut machen oder sich bei Kontaktlinsenträgern den Tränenfilm, die Bindehaut oder die Hornhaut anschauen. Manche Optikergeschäfte bieten auch einen Test für das Farbsehen an – damit lässt sich zum Beispiel eine Rot-Grün-Schwäche feststellen. „Wichtig ist, dass wir als Augenoptiker keine Diagnosen stellen, das darf nur ein Arzt. Aber wir können Messungen vornehmen und bei einem Verdacht auf Auffälligkeiten den Kunden darauf hinweisen, den Augenarzt aufzusuchen“, erklärt Marius Stippich.

Physik und Mathe von Vorteil

Marius Stippich

Nach dem Beratungsgespräch geht es ins Büro, wo der Augenoptiker den Auftrag erfasst, die Gläser und die Fassung beim Hersteller bestellt oder eventuelle Reklamationen meldet. Kommen die fertigen Gläser beim Optiker an, werden sie mit einem computergesteuerten Schleifautomaten auf Form geschliffen und auf die Zentrierung des Auges angepasst. Schließlich erhält der Kunde seine neue Brille.

„Augenoptiker haben den ganzen Tag viel mit Menschen zu tun, daher sollte man das mögen“, sagt Marius Stippich. Da es nicht nur um den Verkauf und die Beratung geht, sollten angehende Augenoptiker auch mit medizintechnischen und handwerklichen Geräten arbeiten können. Gute Physik- und Mathematikkenntnisse sind ebenfalls von Vorteil.
Marius Stippich hat ein Praktikum bei einem Augenoptiker vom Beruf überzeugt. Im Anschluss daran machte er im selben Unternehmen eine Ausbildung als Augenoptiker. Danach arbeitete er zunächst zwei Jahre in einer anderen Filiale, bevor er sich als „Springer“ immer dort einsetzen ließ, wo gerade Bedarf war: in neu eröffneten Optikerläden, solchen mit hohem Krankenstand oder wo aus anderen Gründen gerade Personal fehlte. „So habe ich viele unterschiedliche Geschäfte in Deutschland kennengelernt“, erzählt der 27-Jährige.

Viele Spezialkenntnisse

Marius Stippich hat sich mittlerweile in Vollzeit an einer Meisterschule in München zum Augenoptikermeister weitergebildet. Nach einem weiteren Jahr in einer Filiale hat er die Seiten gewechselt: Heute ist er im Aus- und Weiterbildungszentrum Karlsruhe für die Ausbildung junger Augenoptiker tätig. „Mein liebster Arbeitsplatz war schon immer die Werkstatt. Daher bringe ich den Auszubildenden nun unter anderem bei, wie sie Kunststoff bearbeiten, selbst eine Fassung herstellen, mit dem Lötgerät umgehen oder Glas bearbeiten“, erklärt der Ausbilder.

Durch technische Neuentwicklungen und eine zunehmende Spezialisierung wird der Lernstoff für Ausbilder und Auszubildende immer umfangreicher. Gerade für kleine und mittlere Betriebe ist es daher kaum noch möglich, alle Spezialkenntnisse und technischen Fertigkeiten zu vermitteln, die der Beruf erfordert. Als Teil der fachpraktischen Ausbildung ergänzt die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung daher die betriebliche Lehre und stellt somit ein breites und einheitliches Ausbildungsniveau sicher. Marius Stippich freut sich über die vielseitigen Einsatzgebiete, die es ihm als Augenoptiker möglich machen, immer wieder Neues kennenzulernen.

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abi» 12.05.2020

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