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Durchblick im Datendschungel

Ein Mann programmiert an Computer.
In riesigen Datenmengen, die Informationen finden, auf die es ankommt – das ist die Aufgabe von Datenwissenschaftlern.
Foto: Thomas Lohnes

Data Scientist – Hintergrund

Durchblick im Datendschungel

Das hohe Datenaufkommen im Zuge der rasanten Digitalisierung in den Griff bekommen, filtern und gewinnbringend nutzen – keine leichte Aufgabe. Data Scientists bewältigen diese mithilfe spezieller Tools und mit dem Fachwissen aus den Bereichen Mathematik, Betriebswirtschaftslehre, Informatik und Statistik.

Data Scientists, auch Big Data Engineers, Data Quality Specialists, Data Analysts oder Mitarbeiter Business Intelligence genannt, müssen vor allem eines mitbringen: Eine hohe Affinität zu Algorithmen und mathematischen Zusammenhängen sowie ein Faible für digital abgebildete Datenmengen und deren Weiterverarbeitung. Aber was tun Data Scientists den ganzen Tag? „Data Scientists versuchen mit Hilfe informatischer Methoden, insbesondere der sogenannten künstlichen Intelligenz, Erkenntnisse aus großen Datenmengen abzuleiten“, erklärt Prof. Dr. Michael Goedicke, Informatiker an der Universität Duisburg-Essen und Leiter der „Task Force Data Science“ der Gesellschaft für Informatik.

Ihre Ergebnisse präsentieren sie ihren Vorgesetzten, Mandanten oder Kunden und bieten Lösungsansätze für Zwischen- und Endspeicherungen, aber auch für die Auswertung von Daten. Michael Goedicke warnt daher vor dem berühmten Tunnelblick: „Die sozialen Fertigkeiten sind nicht zu unterschätzen: Data Science ist eine Disziplin, die nur in Kommunikation mit und in einem Team Früchte trägt“, betont er.

Komplexe Aufgaben, komplexe Anforderungen

Ein Porträt-Foto von Michael Goedicke

Michael Goedicke

Foto: Kathrin Richter

Da es sich um ein anspruchsvolles Berufsbild handelt, sind die Anforderungen entsprechend hoch. Fachwissen aus den Bereichen Mathematik, Betriebswirtschaftslehre, Informatik und Statistik ist gefragt. Eine hohe Kommunikationsfähigkeit sowie Lernbereitschaft, Kreativität und Forscherdrang sind ebenfalls vonnöten. „Da Datenwissenschaftler, wie der Name schon suggeriert, stark mit wissenschaftlichen Methoden arbeiten und mit komplexen Aufgaben konfrontiert sind, ist ein Studium in der Regel Voraussetzung“, sagt Michael Goedicke.

Die Auswahl an Ausbildungsorten ist noch überschaubar: Bisher gibt es nur einzelne Universitäten in Deutschland, die Data Science als Studiengang anbieten, zum Beispiel in Göttingen, Chemnitz oder Jena. Auf dem Arbeitsmarkt tummeln sich momentan meist Quereinsteiger, etwa Informatiker, Wirtschaftswissenschaftler, Mathematiker oder Statistiker, die sich die nötigen Skills im Selbststudium oder durch Weiterbildungen angeeignet haben. „Mittlerweile bilden immer häufiger Unternehmen Mitarbeiter weiter und es gibt anwendungsnahe Intensivkurse, die beispielsweise von der Fraunhofer Academy angeboten werden“, berichtet Michael Goedicke.

In vielen Bereichen gefragt

Bereits heute arbeiten neben öffentlichen Behörden zahlreiche Branchen und Unternehmensbereiche wie das Marketing, die Produktion oder das Personalmanagement mit großen Datenmengen. Dadurch eröffnen sich den ausgebildeten Data Scientists zahlreiche Beschäftigungsmöglichen. Und der Bedarf an Data Scientists wird in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter deutlich ansteigen. „Eine wachsende Herausforderung der zukünftigen Datenwirtschaft liegt darin, in den ungeheuren Datenmengen die wirklich relevanten Daten zu finden und in gewinnbringende Informationen zu verwandeln.“ Also: Ein interessantes, äußerst anspruchsvolles Berufsfeld, das nicht nur mathematische Begabung und Technikbegeisterung, sondern auch Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Lösungsorientiertheit und Lust auf Neues voraussetzt.

Weitere Informationen

berufsfeld-info.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung.
www.berufsfeld-info.de

BERUFENET

Datenbank für Ausbildungs- und Tätigkeitsbeschreibungen der Bundesagentur für Arbeit
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

Fraunhofer Institut

www.fraunhofer.de

Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.

www.bitkom.org

Gesellschaft für Informatik

https://gi.de

Verband Deutscher Wirtschaftsingenieure

www.vwi.org

abi>> 02.08.2019