beruf & karriere

Elektroingenieur

„Den Gedanken der Nachhaltigkeit in alle Köpfe bekommen“

Als Elektroingenieur beim Gebäudemanagement der Stadt Erlangen hat Daniel Lodes (32) die technische Verantwortung für alle öffentlichen Einrichtungen und Liegenschaften. Viel Raum für nachhaltige Lösungen – und die sind bei diesem Arbeitgeber natürlich kein Kann, sondern ein Muss.

Das Bild zeigt einen Computerbildschirm mit Schaltplänen. Davor sitzt ein junger Mann. Foto: Hans-Martin Issler

Für Elektroingenieure sind Schaltpläne so viel mehr als bunte Linien ...

Aktuell sind es vier Neubauprojekte und acht bestehende Objekte, an denen der Ingenieur (Bachelor of Engineering) arbeitet. „Wir sind für alle technischen Einrichtungen verantwortlich, die fest mit den Gebäuden verbunden sind: Brandmeldung, Sicherheitsbeleuchtung, Aufzüge und Elektroinstallationen.“ Den Schraubenzieher hat der 32-Jährige allerdings nicht mehr oft in der Hand, nur „wenn mal auf dem kurzen Dienstweg was zu reparieren ist“.

Ein Porträt von Daniel Lodes

Daniel Lodes

Er ist vielmehr für die Planung und Vergabe der Aufträge sowie die Koordination der beauftragten Firmen verantwortlich. Das beinhaltet auch Ausschreibungen, Rechnungsprüfung und Freigaben. Also nur am Computer sitzen und Formulare ausfüllen? „Es ist etwa eine 50/50-Mischung aus Computer und Praxis“, erklärt Daniel Lodes. Wenn er nicht am Rechner oder Telefon sitzt, ist er auf den Baustellen unterwegs und koordiniert dort die beauftragten Firmen und Arbeiten. Das kann auch durchaus heißen, fast einen ganzen Tag das Büro nicht zu sehen. „Die Verwaltung und Dokumentation hat einerseits tatsächlich zugenommen, wird aber auf der anderen Seite durch die zunehmende Digitalisierung effizienter.“ So erfolgt das Vergabeverfahren für einen Auftrag inzwischen online. Dadurch wird viel Zeit eingespart – und Ressourcen. Zuvor wurden für jedes Verfahren um die 200 Seiten Papier benötigt.

Um Nachhaltigkeit geht es immer

Was bei der Vergabe der Aufträge anfängt – Effizienz und Nachhaltigkeit – das zieht sich durch jeden Planungsschritt hindurch. So wird nicht ausschließlich auf die Kosten geachtet, sondern es gilt, das richtige Verhältnis zwischen Preis und Leistung zu finden. Wo möglich, werden energieeffiziente Geräte und Installationen wie LED-Beleuchtungen, Beleuchtungs-, Heizungs- und Lüftungssteuerungen eingebaut. „Diese Steuerungen arbeiten alle präsenzabhängig.“ Das heißt, das Licht geht automatisch an oder aus, die Heizung und Belüftung wird automatisch herauf oder herunter gefahren, je nachdem, ob sich eine Person im Raum befindet oder nicht. Ist kein Mitarbeiter mehr im Haus, wird der Stromkreis abgeschaltet.

In puncto Elektrizität und primäre Energieträger wird stets auf einen geringen Ressourcenverbrauch geachtet und –wo es geht - erneuerbare Energieträger wie Photovoltaik-Anlagen und Wärmepumpen installiert. Und natürlich wird die Fernwärme der Erlanger Stadtwerke genutzt. „Mein Auftraggeber ist ja die Stadt selbst. Und da sie 2019 als erste Stadt in Bayern den Klimanotstand ausgerufen hat, ist es selbstverständlich, dass wir vorhandene Ressourcen schonen, wo es nur geht. Das ist nicht nur ein Aufruf an alle Mitarbeiter der Stadt, sondern auch an alle Bürger“, sagt der 32-Jährige. „Jeder soll den Gedanken der Nachhaltigkeit in den Kopf bekommen.“

Eine Verkettung glücklicher Umstände

Den Weg zur Stadt fand Daniel Lodes 2014 nach seinem Abschluss zum Bachelor of Engineering eher zufällig. Er bewarb sich auf mehrere verschiedene Stellenangebote. „Eigentlich dachte ich, so eine Anstellung bekomme ich ohnehin nicht, weil man da bereits Kontakte zur Stadt haben muss.“ Wider Erwarten wurde er aber zum Vorstellungsgespräch eingeladen und erhielt ziemlich schnell die Zusage für die Stelle im Entwässerungsbetrieb der Stadt. Der Vorgesetzte hatte gezielt einen Praktiker gesucht, den er in Daniel Lodes als Elektrotechniker für Energie- und Gebäudetechnik mit anschließendem Studium der Elektrotechnik an der Hochschule Coburg fand. Als Sachgebietsleiter Elektrotechnik war er dort dreieinhalb Jahre lang unter anderem für das Energiemanagement der Kläranlage zuständig. Auf eine interne Ausschreibung hin wechselte der gebürtige Bamberger dann 2018 in das Amt für Gebäudemanagement. „Ich muss ja zugeben, ich hatte so meine Vorurteile gegenüber einer Anstellung bei der Stadt. Aber heute weiß ich: Die Arbeit unterscheidet sich kaum von der in der Industrie. Außer dass ich einen sicheren Arbeitsplatz habe, der keinen Konjunkturschwankungen unterliegt“ resümiert er. Besonders gefällt ihm, dass Fort- und Weiterbildungen immer unterstützt werden. „Sogar während der Probezeit durfte ich schon auf Lehrgänge gehen, die Kosten werden übernommen.“ Und seine Pläne für die Zukunft? „Wenn es genehmigt wird, möchte ich die dritte Qualifikationsebene erreichen, damit wäre ich dann im gehobenen technischen Dienst.“

abi» 17.07.2020

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