beruf & karriere

Ingenieur für Lebensmitteltechnologie

Schnittstelle nach außen und innen

Nachdem er sein Studium der Lebensmitteltechnologie mit Schwerpunkt Getränketechnologie abgeschlossen hatte, stieg Jan-Frederik Beißner bei einem Fruchtgetränkehersteller ein. Hier ist er verantwortlich für den Bau von Anlagen, beispielsweise für die Getränkeabfüllung.

Flaschen mit Orangensaft auf einer Förderanlage.

Getränkeproduktion am Fließband - dank hochmoderner Anlagen.

Nach Abitur und Wehrdienst wusste Jan-Frederik Beißner noch nicht genau, was er studieren wollte. Ingenieurwesen sollte es werden – doch welche Fachrichtung? „Ich habe mich über die verschiedenen Möglichkeiten informiert und fand die Lebensmitteltechnologie am interessantesten“, berichtet er. „Vor allem die anspruchsvolle Verfahrenstechnik in der Getränketechnologie und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten in der Getränkeindustrie klangen vielversprechend.“

Er machte ein Praktikum bei einem Mineralbrunnen-Abfüller und startete anschließend sein Studium der Lebensmitteltechnologie an der Fachhochschule Lemgo. Seine Projektarbeit in einem der letzten Semester schrieb er in einer Brauerei. Nach dem Bachelor-Abschluss bewarb er sich beim Fruchtgetränkehersteller Eckes-Granini in Hennef im Rhein-Sieg-Kreis.

Neue Abfüllanlagen

„Eines meiner ersten größeren Projekte war der Aufbau einer Weichverpackungsanlage für Fruchtsäfte“, erinnert sich der 30-Jährige an die Anfangszeiten. Nach und nach stieg seine Verantwortung.

Porträtfoto von Jan-Frederik Beißner. Foto: Privat

Jan-Frederik Beißner

Derzeit ist er für den Bau einer neuen Getränkeabfüllanlage, er nennt sie Glasanlage, zuständig. „Zunächst haben wir überlegt, was die Anlage können muss und was sie kosten darf. Danach habe ich Angebote von Anlagenherstellern eingeholt.“ Mittlerweile sind der Bau und die Inbetriebnahme fast abgeschlossen.

Je nach Projektphase ist der Ingenieur viel unterwegs, zum Beispiel um sich Anlagen im Ausland anzuschauen, oder er sitzt am Schreibtisch, um Budgets zu planen und sich per E-Mail und Telefon mit den Anlagenbauern auszutauschen. Seit die Baustelle auf dem Werksgelände in Gang ist, ist er viel vor Ort auf dem Bau, um sicherzustellen, dass alles nach Plan läuft. „Viel Zeit verbringe ich in Besprechungen mit allen Beteiligten, sowohl mit internen Kollegen aus anderen Abteilungen wie der Produktion, der Technik oder der Qualitätssicherung, wie auch mit Externen, zum Beispiel mit dem Baustellenleiter“, berichtet Jan-Frederik Beißner. „Im Grunde laufen bei mir alle Fäden zusammen, und ich muss jederzeit den Überblick über den Stand des Projektes haben.“

Vielfältige Kenntnisse sind wichtig

Zum einen muss der Ingenieur natürlich wissen, wie eine Anlage aufgebaut wird, zum anderen muss er sich auch mit der Verarbeitung von Saft, von der Ernte bis zur Abfüllung, auskennen. „Die Vorlesungen unter anderem zu Lebensmittelchemie und Mikrobiologie haben mir sehr geholfen, Details zu verstehen“, sagt Jan-Frederik Beißner. Mit seinem Wissen kann er die Anlage genau so planen, auslegen und einstellen lassen, wie es nötig ist: mit der richtigen Temperatur, dem richtigen Volumenstrom – alles gemäß den Rezepturen, die die Abteilung Forschung und Entwicklung erstellt hat. Ist der Aufbau einmal abgeschlossen und die Anlage abgenommen, übergibt der Ingenieur sie an den verantwortlichen Anlagenkoordinator.

Neben einem guten Koordinationsgeschick und Organisationsvermögen braucht Jan-Frederik Beißner auch eine hohe Stressresistenz. Die Zusammenarbeit mit vielen Beteiligten im Projekt erfordert einen guten Überblick. Bald steht das nächste Projekt an, das wieder ganz anders laufen wird als die vorherigen. „Flexibilität muss man auf jeden Fall mitbringen“, weiß der Ingenieur. Er freut sich schon auf die nächsten Projekte – und vielleicht wird er in Zukunft als Produktionsleiter oder Werksleiter noch mehr Verantwortung übernehmen können.

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abi» 09.01.2020

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