beruf & karriere

IT-System-Elektroniker/in – Hintergrund

Elektronik trifft Informationstechnologie

IT-System-Elektroniker kümmern sich in Unternehmen darum, dass Kommunikationsmittel wie Computer, Drucker, Faxgeräte oder Sicherheitssysteme, Netzwerke und Telefonanlagen reibungslos funktionieren.

Mensch mit Tablet und Computer

IT-System-Elektroniker sind, auch wenn der Name ähnlich klingt, keine Systemelektroniker. Sie kümmern sich statt um Fertigungsanlagen um Hard- und Software im Büroumfeld.

Für Computerfreaks und Bastler vereint der Beruf des IT-System-Elektronikers das Beste aus zwei Welten, denn er erfordert handwerkliches Geschick und Computerkenntnisse gleichermaßen“, weiß Michael Assenmacher, Ausbildungsexperte beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag in Berlin. Wo immer spezifische Informations- oder Kommunikationssysteme eingerichtet und gewartet werden müssen, sind IT-System-Elektroniker am Werk, quasi an der Schnittstelle von Informationstechnik und Elektrotechnik.

Michael Assenmacher

Michael Assenmacher

IT-System-Elektroniker sind, auch wenn der Name ähnlich klingt, keine Systemelektroniker. „Systemelektroniker ist ein reiner Handwerksberuf – es stehen demnach handwerkliche Tätigkeiten im Vordergrund. Sie entwerfen elektronische Schaltungen und erstellen Fertigungsunterlagen, stellen Muster und Unikate her. Ähnlich verhält es sich mit dem Beruf Informationselektroniker. Auch das ist ein reiner Handwerksberuf, der seinen Ursprung unter anderem im Beruf Radio- und Fernsehtechniker hat. Informationselektroniker arbeitet oft in kleinen Reparaturbetrieben der Bürotechnik“, grenzt der Berufsexperte die Ausbildungsberufe voneinander ab.

Beschaffen, installieren und konfigurieren

IT-System-Elektroniker beschaffen, installieren und konfigurieren stattdessen Hard- und Software für Unternehmenskunden, richten die Stromversorgung ein und nehmen die Geräte und Komponenten vor Ort in Betrieb. Zudem informieren und beraten sie Kunden über Computer, Telefonanlagen, Sicherheitssysteme und Co. und behalten im Blick, dass diese einfach zu bedienen sind und langfristig reibungslos laufen – sie müssen also schnell zur Stelle sein, wenn mal etwas nicht funktioniert.

Stressresistenz ist also das A und O. „Sorgfalt und Konzentrationsfähigkeit, zum Beispiel bei der Fehlersuche, sind extrem wichtig, außerdem ein technisches Verständnis, etwa zum Lesen von Schaltplänen, aber auch handwerkliches Geschick, wenn es um den Austausch empfindlicher Geräte geht. Voraussetzung ist außerdem Umsicht, zum Beispiel bei der Arbeit an stromführenden Bauteilen, sowie eine Kunden- und Serviceorientierung“, erklärt Michael Assenmacher.

Gefragte IT-Fachleute

Die dreijährige duale Ausbildung wird in Industrieunternehmen, im Handel, zum Teil auch im Handwerk angeboten. Anschließend arbeiten ausgebildete IT-System-Elektroniker in unterschiedlichen Unternehmen vor allem der Informations- und Telekommunikationstechnik, in Elektroinstallationsbetrieben, bei EDV-Dienstleistern oder IT-Systemhäusern, im Einzelhandel oder in der öffentlichen Verwaltung. Sie sind, wie alle IT-Fachleute, laut aktuellem Arbeitsmarkt-Blickpunkt „IT-Fachleute“ der Bundesagentur für Arbeit, sehr gefragt.

Die Nachfrage nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bewegte sich, gemessen am Bestand der 2018 bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Stellen, auf Höchstniveau. Auszubildende wurden vor allem in Großstädten wie München, Berlin, Hannover, Stuttgart, aber auch Oldenburg gesucht. „Das korrespondiert mit Metropolregionen oder Städten, in denen große IT-Dienstleister sitzen“, erläutert Michael Assenmacher. Diese guten Beschäftigungsperspektiven machen den Beruf auch für Abiturienten interessant. So hatten laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im Jahr 2017 im Ausbildungsbereich Industrie und Handel 36 Prozent die Hochschulreife, im Handwerk waren es 26 Prozent.

Mit der Digitalisierung wachsen die Aufgaben

Wer die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, dem steht nicht nur ein spannendes und zukunftssicheres Berufsfeld offen, sondern auch viele Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln. „Die erste Stufe ist ein sogenannter ‚Spezialist‘ oder ‚Spezialistin‘, zum Beispiel in der Sicherheitstechnik. Darauf aufbauend kann er oder sie zum Operativen oder gar zum Strategischen Professional aufsteigen, mit entsprechender Führungsverantwortung“, erläutert Michael Assenmacher. Bei all dem sei es aber wichtig, eigeninitiativ die Technologien in der Computerwelt aufmerksam zu verfolgen, da sich diese rasant ändern.

Auch deswegen wird die Ausbildung voraussichtlich zum August 2020 – zusammen mit anderen IT-Berufen – grundlegend überarbeitet, um Inhalte wie etwa das Internet der Dinge zu integrieren. 

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: IT-System-Elektroniker/in))

www.berufenet.arbeitsagentur.de

berufsfeld-Info.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung. Informationen zu passenden Studiengängen und -berufen findest du etwa im Teilberufsfeld „Computer und Informatik“.
berufsfeld-info.de

Berufsberatung

Direkt zur Terminanfrage für eine persönliche Berufsberatung in deiner örtlichen Agentur für Arbeit.
www.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

jobboerse.arbeitsagentur.de

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

www.bibb.de

Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK)

www.dihk.de

Kompetenzzentrum Digitales Handwerk

www.handwerkdigital.de

Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi)

www.bitmi.de

abi» 25.07.2019

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