beruf & karriere

Mechatroniker/in – Hintergrund

Universal einsetzbare Problemlöser

Mechatronik bietet ein anspruchsvolles und komplexes Berufsspektrum, das immer mehr Abiturienten anzieht. Wer sich für die Metallbranche interessiert, etwas Praktisches machen möchte und dazu intellektuell gefordert werden will, ist hier genau richtig.

Zu sehen sind die Hände einer Person, die mit einem kleinen Schraubendreher an dem Schaltschrank einer Stanzmaschine schraubt.

IT-Kenntnisse und handwerkliches Geschick werden von allen Mechatronikern erwartet.

Ohne Mechatronikerinnen und Mechatroniker geht im Fahrzeug-, Luft- und Raumfahrzeugbau, im Maschinen- und Anlagenbau, in der Automatisierungstechnik und in der Medizintechnik nichts. Denn egal, ob es sich um S-Bahnen, Waschmaschinen oder Röntgengeräte handelt: Mechatronische Systeme sind fast überall verbaut. Die Ausbildungsberaterin für Metall- und Elektroberufe bei der IHK Berlin, Stephanie Ackermann, weiß um die Bedeutung dieser Fachkräfte und zeigt ihr vielfältiges Einsatzspektrum auf. „Mechatronikerinnen und Mechatroniker sind Problemlöser. Sie finden Einsatz auf Montagebaustellen, im Maschinen- und Prototypenbau oder im Servicebereich.“

Technisches Verständnis und Empathie

zu sehen ist eine Frau mit langen blonden Haaren. Sie trägt ein gestreiftes Shirt und einen schwarzen Blazer. Ihre Hände sind auf die Hüften gestützt.

Stephanie Ackermann

Um in der jeweiligen Sparte gute Leistungen zu erbringen, benötigen Mechatroniker ein vertieftes Verständnis von Mechanik, Elektronik und Informatik. Dieses wird etwa wichtig, wenn sie eine Baugruppe oder eine Anlage aus einzelnen Komponenten fertigen und zu einem Ganzen verbinden. „Auch sollten sie ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen mitbringen, wenn sie Einzelteile nach einer Zeichnung fertigen“, ergänzt Stephanie Ackermann. „Zudem ist handwerkliches Geschick gefordert, wenn sie etwa aus unterschiedlichen Bestandteilen einen Roboter montieren und in Betrieb nehmen.“ Nicht zuletzt seien kommunikative Kompetenzen gefragt, denn Mechatroniker arbeiten häufig im Team, haben Kundenkontakt und bilden die Schnittstelle zu anderen Abteilungen. Aufgrund des anspruchsvollen Aufgabenspektrums empfindet Stephanie Ackermann den Beruf der Mechatronikerin oder des Mechatronikers perfekt für Abiturienten: „Sie bringen meist schon eine gewisse Reife mit, die für die komplexen Zusammenhänge in diesem Beruf günstig ist.“

Dreieinhalb Jahre dauert die Mechatronik-Ausbildung in der Regel. Bei guten Leistungen kann die Abschlussprüfung um ein halbes Jahr vorverlegt werden, Abiturienten mit fundierten Grundkentnissen in den Fächern Mechanik oder Elektronik können nach Absprache mit ihrem ausbildenden Betrieb sogar um ein weiteres Jahr verkürzen.

Weiterbildung zum Meister, Techniker oder doch ein Studium?

Wer sich für eine Ausbildung in der Mechatronik interessiert, sollte sich über das Einsatzgebiet Gedanken machen, in dem die Lehre absolviert werden soll. „Mittlerweile ist jede Branche, in der Mechatroniker eingesetzt werden, sehr spezialisiert. Für jedes Produkt werden spezifische Kenntnisse benötigt“, gibt die Ausbildungsberaterin zu bedenken und fügt hinzu: „Aber grundsätzlich können Mechatroniker und Mechatronikerinnen mit einer entsprechenden Einarbeitungszeit auch branchenübergreifend eingesetzt werden.“

Tiefere Fachkenntnisse können sich ausgebildete Mechatroniker in einer Weiterbildung zum Meister oder Techniker aneigenen. Während die Meister Führungspositionen als Produktionsleiter oder Werkstattleiter einnehmen, bilden die Techniker eine Schnittstelle zur Konstruktion. Sie arbeiten beispielsweise eng mit Ingenieuren zusammen. Und wen es später doch noch an eine Hochschule zieht, profitiert ebenfalls von der Ausbildung, gibt sich Stephanie Ackermann überzeugt. „Für ein technisches Studium bringt jemand mit einer Ausbildung in Mechatronik wertvolles praktisches und theoretisches Wissen mit.“

In jedem Fall ist die Mechatronik ein Bereich, in dem Fachkräftemangel herrscht. Eine Übernahme durch den ausbildenden Betrieb ist die Regel. Und die Verdienstmöglichkeiten sind Stephanie Ackermann zufolge häufig besser als im Dienstleistungssektor.

 

Weitere Informationen

berufsfeld-info.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung.

berufsfeld-info.de

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort: Mechatroniker/in)

berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit und der Stiftung für Hochschulzulassung. Im finder kannst du nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen (Suchwort: Mechatronik).

studienwahl.de

Berliner Verkehrsbetriebe (BVG)

bvg.de

Deutsche Windtechnik AG

deutsche-windtechnik.com

Technisches Jahr für junge Frauen

entertechnik.de

abi» 20.05.2020

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