beruf & karriere

Mechatroniker

Die Energie des Windes ernten

Hydraulik, Automatisierung, Elektrik – all das bildet das Berufsfeld Mechatronik ab. Sven Schütt (28) ist ausgebildeter Mechatroniker mit dem Ausbildungsschwerpunkt Windenergieanlagen. Sein Beruf führt ihn in schwindelerregende Höhen.

Zwei Windräder vor einem hellblauen Himmel mit Cumulus Wolken.

Für die Arbeit als Servicetechniker für Windkraftanlagen ist Schwindelfreiheit ein absolutes Muss.

Wenn ein Windrad stillsteht und die Ursache nicht durch die Fernüberwachung beseitigt werden kann, sind Servicetechniker und Swervicetechnikerinnen gefragt. Ihre Arbeit verlangt viel Lust am Tüfteln, Eigenverantwortung, körperliche Fitness und Schwindelfreiheit. Denn um das Problem zu beheben, müssen die Fachkräfte zunächst die Störung im Maschinenhaus lokalisieren – in 80 bis 120 Metern Höhe. Einer von ihnen ist Sven Schütt.

Von Beginn an im Einsatz

Porträt von Sven Schütt: Ein junger Mann mit schwarzem Kapuzenpulli. Er hat rötliche kurzgeschorene Haare einen rötlichen Dreitagebart und blaue Augen.

Sven Schütt

Der gebürtige Flensburger beschloss nach seiner Fachhochschulreife direkt in die Praxis zu gehen und zwar im Bereich Erneuerbarer Energien. Ausschlaggebend für seine Berufswahl war die Vielfältigkeit des Berufsfeldes Mechatronik, wobei ihn vor allem das Zusammenspiel von Hydraulik, Elektronik und Mechanik begeistert hat. In seiner dreijährigen Ausbildungszeit schätzte er die Praxisnähe. Denn von Anfang an durfte er mit anpacken: „Am aufregendesten war der Austausch von Großkomponenten einer Anlage, wie zum Beispiel einem Rotor, dem Getriebe oder dem Generator“, erzählt der 28-Jährige.

Nach dem Abschluss arbeitete Sven Schütt fünf Jahre lang als Servicetechniker für die Deutsche Windtechnik. Seine Einsätze wurden direkt im Unternehmen geplant und umfassten neben der Behebung von Störungen auch die Wartung diverser Anlagen. Vor jedem Auftrag packte er zusammen mit seinem festen Teamkollegen die passenden Werkzeuge, Messinstrumente und Ersatzteile in den Service-Sprinter, dann ging es los. Die Arbeit an den Windkraftanlagen ist herausfordernd. Wer in das Maschinenhaus einer Windkraftanlage gelangen möchte, erklimmt in älteren Anlagen eine Sprossenleiter oder nutzt in neueren Anlagen die Befahranlage. Das Material wird mit elektrischen Kettenzügen in das Maschinenhaus transportiert. „Wenn man etwas vergessen hat, ist das natürlich bitter“, sagt Sven Schütt, „aber zunehmende Erfahrung bringt auch hier mehr Sicherheit.“

Wechsel in die Schulung

Im Winter 2018 beschloss er, sein Tätigkeitsfeld zu erweitern und hatte Glück: Im hauseigenen Schulungszentrum wurde gerade eine Stelle als Technical Training Officer frei. „Durch meine Erfahrung im Unternehmen konnte ich mit etwas Einarbeitungszeit schnell in den neuen Job starten.“

Inzwischen schult er Fachkräfte in drei Bereichen: Er weist branchenfremde Mechaniker, Elektriker und Mechatroniker in die Anlagentechnik von Windkrafträdern ein, gibt Fortbildungen, wenn beispielsweise ein neuer Anlagentyp in das Portfolio des Unternehmens übernommen wird oder neue Erkenntnisse in der Störungsbeseitigung älterer Anlagentypen vermittelt werden müssen. Darüber hinaus schult er Mitarbeiter in Sachen Sicherheit, Abseiltechniken, manuelle Lastenhandhabung, Brandbekämpfung und Erste Hilfe. „Für diese Kurse ist jeder Monteur des Unternehmens eine Woche im Jahr bei uns im Training Center der Deutschen Windtechnik“, erklärt Sven Schütt.

Wie viele seiner Kollegen brennt der 28-Jährige für Erneuerbare Energien und möchte etwas Gutes für Deutschland und für die Umwelt bewirken. „Deshalb stehen wir mit Begeisterung hinter dem, was wir tun.“ Im Moment macht ihm das Schulen und das Erklären von Sachzusammenhängen viel Spaß: „Jeder hat andere Bedürfnisse und Erwartungen an die Schulungen. Der Job eines Lehrers wäre perfekt für mich gewesen“, resümiert er lächend. Prinzipiell könne er es nicht ausschließen, noch einmal zu studieren. Welches Fach und ob er das wirklich will, wird aber die Zeit zeigen.

abi» 20.05.2020

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