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Im Auftrag des Umweltschutzes

Blick auf das Kehrwerkzeug und einen Zylinder, die vor einer Treppe liegen.
Nicht nur mit den traditionellen Arbeitsmitteln, sondern auch mit den modernsten Messgeräten verbringen die Glücksbringer ihren Alltag auf dem Dach.
Foto: Julien Fertl

Schornsteinfeger

Im Auftrag des Umweltschutzes

Schornsteinfeger sind Fachleute für Emissionen und Abgase – und damit auch erste Ansprechpartner für Fragen rund ums nachhaltige Heizen, Dämmen und Lüften. Moderne Analysetools in der Cloud und innovative Technologien wie Drohnen unterstützen sie dabei. Vom spannenden Alltag der energetischen Bewertung von Gebäuden berichtet der gelernte Schornsteinfeger Max Fußhöller (25).

Mit dem Abi in der Tasche hätte Max Fußhöller vieles studieren können, doch es reizte ihn mehr, direkt in die Berufspraxis zu gehen. „Mir war es wichtig, nicht immer nur in der Theorie zu bleiben, sondern die Kenntnisse auch direkt anzuwenden. Ich wollte gern etwas Technisches machen, und der Beruf des Schornsteinfegers hat mich besonders interessiert, weil ihn schon mein Vater und Großvater ausübten“, berichtet der 25-Jährige, der nach seiner Lehre im nordrheinwestfälischen Brühl als Schornsteinfegergeselle unterwegs war und mittlerweile als Technischer Berater beim Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks arbeitet.

„Nun befasse ich mich mit allem, was im Hintergrund abläuft und den Kollegen im Einsatz die Arbeit vereinfacht“, sagt er. „Wir kehren nicht nur Schornsteine, wir messen auch Abgas- und Emissionswerte. Wir sind also viel im Sinne des Umweltschutzes unterwegs und überprüfen die Betriebssicherheit der Feuerstätten – also vor allem der Gas- und Ölheizkessel beziehungsweise -thermen. Auch Heizkessel für feste Brennstoffe wie Holzpellets sind dabei, dort messen wir beispielsweise den Anteil an Staub und Kohlenstoffmonoxid in den Abgasen“, schildert er.

Beratung zum Heizen, Lüften und Dämmen

Ein Foto von Max.

Max Fußhöller

Foto: privat

Wenn der Schornsteinfeger an der Heizung eine Messung durchführt und die Abgasverluste misst, muss er die Anlage auch grundsätzlich energetisch bewerten können. „Daher sind Schornsteinfeger oft erste Ansprechpartner, wenn es um die Modernisierung einer Heizung geht oder wenn es Fragen gibt, ob die Heizung richtig eingestellt ist. Dann sprechen uns die Eigentümer direkt an, wenn ich oder die Kollegen im Haus sind. Schornsteinfeger sind ja nicht nur für die Heizung zuständig, sondern befassen sich ganzheitlich mit dem Gebäude, insbesondere mit Faktoren wie der Wärmedämmung“, beschreibt er das Aufgabengebiet seines Berufsstandes.

Eine weitere wichtige Aufgabe seiner Kollegen ist die Kontrolle und Reinigung der Lüftungsanlagen. Diese sind wichtiger geworden, weil Gebäude zunehmend gedämmt werden, um den Durchzug zu verringern. Dies senkt die Heizungskosten, kann aber zu Schimmelbildung führen. „In einigen Bundesländern werden diese Aufgaben verpflichtend durch einen Schornsteinfeger durchgeführt“, erklärt Max Fußhöller. „In anderen sind sie freiwillig und erfolgen durch den Auftrag eines Kunden.“

Neue digitale Arbeitsmittel

Auch durch neue Technologien hat sich der Beruf des Schornsteinfegers gewandelt. „Heute kann man zum Beispiel die Messwerte mit einem Tablet erfassen und arbeitet nicht mehr mit Karteikarten, wie ich es noch gelernt habe“, sagt Max Fußhöller. „Das wird inzwischen alles mit einer speziellen Software erfasst und in der Cloud analysiert. So können ganze Gebäude inklusive der Anlagentechnik online energetisch bewertet werden. Mittlerweile benutzen einige Kollegen sogar Drohnen, um Abgasanlagen auf dem Dach zu begutachten“, ergänzt der 25-Jährige.

Sein Wissen rund um Energie- und Gebäudetechnik hat Max Fußhöller nach zwei Jahren Berufserfahrung im Rahmen eines Bachelorstudiums an der TH Köln vertieft. „Meine handwerkliche Ausbildung war dabei ein enormer Vorteil, weil ich mir die grundlegenden Kenntnisse über die Heizungstechnik bereits in der Ausbildung angeeignet hatte. Das erwies sich als großer Vorteil gegenüber Kommilitonen, die nach dem Abitur direkt ins Studium eingestiegen sind“, erinnert sich der gelernte Schornsteinfeger, der direkt nach seinem Studienabschluss die Stelle als Technischer Berater beim Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks angetreten hat.

Mit vertieftem Fachwissen gut beraten

Für Max Fußhöller ist das Lernen immer noch nicht zu Ende. Er bereitet sich derzeit auf die Meisterprüfung vor. „Als Technischer Berater muss ich Kollegen die gewünschten Informationen geben und richtig kommunizieren können, insbesondere, was für uns relevante Verordnungen und Gesetze anbelangt“, sagt der gelernte Schornsteinfeger. „Um dabei auf Augenhöhe mitreden und mit Fachinfos punkten zu können, ist der Meister schon wichtig. Und auch hier macht sich inzwischen vielerorts der digitale Wandel bemerkbar – ich mache den Lehrgang berufsbegleitend mit Online-Schulungen und Präsenzblöcken in Erfurt.“

abi>> 03.12.2019

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