beruf & karriere

Fachangestellte für Arbeitsmarktdienstleistungen

Das Recht immer im Blick

Fachangestellte für Arbeitsmarktdienstleistungen übernehmen bei den Agenturen für Arbeit, den Jobcentern oder der Familienkasse vielfältige Aufgaben. Isabel Gautzsch (30) zum Beispiel ist Fachassistentin für Arbeitslosengeld Plus bei der Agentur für Arbeit München.

Bild eines Antragsformulars, das ausgefüllt wird

Fachangestellte für Arbeitsmarktdienstleistungen wie Isabel Gautzsch sind in den Agenturen für Arbeit auch für die Bewilligung von Anträgen zum Arbeitslosengeld zuständig.

A
ls Fachassistentin für Arbeitslosengeld Plus bearbeitet Isabel Gautzsch vor allem Anträge auf Arbeitslosengeld. „Ich prüfe, ob die Anträge vollständig sind und fordere gegebenenfalls fehlende Unterlagen nach oder stelle Rückfragen“, berichtet sie. „Dann berechne ich die Leistungen – wir nennen dies bemessen – bewillige sie und versende die Bescheide.“ Dabei überprüft sie Grunddaten, wie Adresse oder Bankverbindung, die Angaben zu Kranken- oder Rentenkasse und die für die Bewilligung relevanten Daten zu den letzten Arbeits- bzw. anderen Versicherungspflichtverhältnissen.

Fingerspitzengefühl im Umgang mit Menschen

„Außerdem beantworte ich Rückfragen schriftlich oder am Telefon“, ergänzt sie. Dann gelte es, freundlich zu bleiben – auch bei schwierigen Fällen. Dies gelingt der 30-Jährigen gut, da sie den direkten Kontakt zu Menschen schätzt und weil sie gelernt hat, mit herausfordernden Situationen umzugehen. „Es ist schön, wenn die Anruferinnen und Anrufer, nachdem man ihnen den Sachverhalt erklärt hat, zufrieden auflegen.“

Porträtbild von Isabel Gautzsch

Isabel Gautzsch

All das hat Isabel Gautzsch in ihrer Ausbildung zur Fachangestellten für Arbeitsmarktdienstleistungen gelernt. Auf die Idee, den Beruf zu erlernen, ist sie erst über Umwege gekommen: Nach der Fachhochschulreife machte sie zunächst eine Ausbildung zur Fachfrau für Systemgastronomie, dann zur Diätassistentin. „In diesen Berufen arbeitet man in Schichten und muss oft in der Großküche sein, wenn Freunde und Familie frei haben“, erzählt sie.

Recht, Mathe und Kommunikationsfähigkeit

„In der Zeitung habe ich dann die Anzeige für die Ausbildung zur Fachangestellten für Arbeitsmarktdienstleistungen gefunden und mir gedacht, dass das etwas für mich ist. Schließlich hatte ich schon Erfahrungen in verschiedenen Berufen gesammelt“, erinnert sich die 30-Jährige. Sie bewarb sich, durchlief das Auswahlverfahren und wurde genommen.

In ihrer dreijährigen Ausbildung hat sie viele Aufgabenbereiche kennen gelernt und sich bereits auch praktisch in die Aufgaben ihrer jetzigen Stelle als Fachassistentin für Arbeitslosengeld Plus eingearbeitet. „Ich muss Gesetze lesen und verstehen können. Außerdem ist es wichtig, die rechtlichen Zusammenhänge zu begreifen“, fasst Isabel Gautzsch die Anforderungen im Beruf zusammen. „Man sollte auch Interesse daran haben, etwas dazuzulernen. Es gibt immer wieder gesetzliche Änderungen, die man bei der Bearbeitung der Anträge nicht aus dem Blick verlieren darf.“

Knifflige Fälle

Neben Genauigkeit beim Prüfen der Unterlagen ist auch mathematisches Grundverständnis gefragt. Die meiste Zeit bearbeitet die gelernte Fachangestellte für Arbeitsmarktdienstleistungen die Anträge auf Arbeitslosengeld allein. Bei schwierigeren Fällen gibt es im Team jedoch Expertinnen und Experten für Spezialfragen, die sie dann beraten: „Ich mag es, mich mit den kniffligeren Anträgen auseinanderzusetzen“, sagt Isabel Gautzsch. Genau das ist ihr berufliches Ziel: „Ich möchte mich so gut auskennen, dass meine Teamkolleginnen und Kollegen zukünftig bei Fragen zu mir kommen können.“

Video

Weitere Filme findest du auf der abi>> Videoübersicht.

abi» 11.04.2019

Diesen Artikel teilen

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Das hilft uns, dir ein gutes Nutzungserlebnis zu bieten und unsere Website zu verbessern. Wenn du durch die Seiten surfst, erklärst du dich hiermit einverstanden. Hier erfährst du mehr über die Nutzung deiner Daten und Möglichkeiten zum Widerspruch.