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Alternative zum Studium für wirtschaftsaffine Abiturienten

Junge Frau geht in einem Supermarkt einkaufen
Nach der Ausbildung stehen den jungen Handelsfachwirten unterschiedliche Weiterbildungsmöglichkeiten offen.
Foto: Julien Fertl

Handelsfachwirt/in – Hintergrund

Alternative zum Studium für wirtschaftsaffine Abiturienten

Angebote von Lieferanten einholen, Einkaufsverhandlungen führen, Kunden beraten, mit Warenwirtschaftssystemen arbeiten, Entscheidungen für die Geschäftsleitung vorbereiten – all das gehört zu den Aufgaben von Handelsfachwirten. Sie arbeiten in Einzel-, Groß- und Außenhandelsunternehmen und organisieren dort die unterschiedlichsten Arbeitsprozesse.

Die Ausbildung Handelsfachwirt/in ist für junge Menschen, die gerade ihre Hochschulreife in der Tasche haben und sich für Wirtschaft interessieren, eine gute Alternative zum Studium. Ein Pluspunkt ist, dass die Ausbildung Theorie und Praxis vereint. Man bekommt eine Ausbildungsvergütung und lernt das Arbeiten in einem Unternehmen mit Kollegen und Vorgesetzen kennen.

Handelsfachwirt/in ist eine sogenannte doppelt qualifizierende Ausbildung, das heißt, sie führt innerhalb von etwa 36 Monaten zu zwei Abschlüssen. Zum einen erwerben Anwärter einen Abschluss in einem anerkannten kaufmännischen Ausbildungsberuf, beispielsweise Kaufmann/-frau im Einzelhandel oder Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel, und parallel den Abschluss Handelsfachwirt/in. Zusätzlich kann der Ausbilderschein erworben werden.

Die Prüfungen, die vor der jeweiligen Industrie- und Handelskammer (IHK) abgelegt werden, bestehen aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. In der Regel wird in der ersten Ausbildungshälfte der kaufmännische Ausbildungsberuf abgeschlossen; danach folgt die spezifische Ausbildung zum Handelsfachwirt.

Etabliert und mit gutem Ruf

Die Ausbildungsmöglichkeit besteht schon lange. „Ursprünglich wurde sie in den 1970er Jahren von den Unternehmerverbänden für die Ausbildung des eigenen Nachwuchses mit initiiert. Die Ausbildung ist bei den Betrieben bekannt, etabliert und hat einen guten Ruf. Viele Handelsunternehmen bieten explizit diese doppelte Ausbildung an. Häufig in Kooperation mit von den Handelsverbänden getragenen Schulungszentren, wie zum Beispiel in Bayern die Akademie Handel, die die Rolle der Berufsschule übernehmen“, erklärt Peter Lerch, bei der IHK Nürnberg für Mittelfranken Leiter des Referats Fortbildungs- und Sachkundeprüfungen. „Im Einzelhandel sind Handelsfachwirte gesucht für die Filialleiterlaufbahn. Daher bieten auch viele Filialisten, etwa in der Mode- oder Heimwerkerbranche oder im Lebensmittelbereich, diese Ausbildung an. Im klassischen Großhandel findet man sie häufig, wenn es um besonders qualifizierte Tätigkeiten oder um Projektarbeiten geht“, sagt Peter Lerch.

Vielfältige Fortbildungen möglich

Nach der Ausbildung stehen den jungen Handelsfachwirten unterschiedliche Weiterbildungsmöglichkeiten offen. Da der Handelsfachwirt/in formal einem Bachelorabschluss gleichgestellt ist, ist danach ein Studium in jedem Fall möglich. „Viele Absolventen entscheiden sich für eine meist berufsbegleitendende, in der Regel zwei Jahre dauernde Weiterbildung zum IHK-Betriebswirt. Branchen wie Stahl oder Textil haben eigene Fortbildungsangebote. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, sich zu spezialisieren, beispielsweise zum IHK Fachwirt Einkauf“, fasst Peter Lerch die Möglichkeiten nach der Ausbildung zusammen.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.500 ausführlichen Beschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Handelsfachwirt/in)
berufenet.arbeitsagentur.de

KURSNET

Das Portal für berufliche Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit
kursnet.arbeitsagentur.de

AusbildungPlus

Die Plattform des Bundesinstituts für Berufsbildung bietet einen Überblick über duale Studiengänge und Ausbildungsangebote mit Zusatzqualifikation.
ausbildungplus.de

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Infoseite des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zum Thema Zusatzqualifikationen
bibb.de

Deutscher Industrie- und Handelskammertag

dihk.de

abi>> 11.12.2019

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