zum Inhalt

Kopfbereich

beruf & karriere

Hauptbereich

Managerin

„Zeig, was du leistest“

Angefangen hat die Karriere von Diana Diefenbach (45) mit einer Tischlerlehre, heute gehört sie zum Management von Samsung Electronics Deutschland. So unterschiedlich ihre beruflichen Stationen scheinen, es gibt einen roten Faden, der eng mit ihrem Erfolg verknüpft ist.

Foto eines Konferenzraums

Diana Diefenbach arbeitet in einer Position, die sehr nah an der Unternehmensführung angesiedelt ist.

Diana Diefenbach wollte Tischlerin werden. Sie stammt aus einer Handwerkerfamilie, Vater und Großvater waren Schreiner. Sie hat als Kind viel Zeit in der Werkstatt verbracht und lieber mit Holzklötzen und Hammer statt mit Lego gespielt. Nach dem Abitur ging sie bei ihrem Vater in die Lehre, schulte ihren ausgeprägten Sinn für Formen, ihre betriebswirtschaftliche Denkweise und lernte, wie man sich in einer Männerdomäne durchsetzen kann.

Seit fünf Jahren ist die 45-jährige Managerin „Head of Retail und Communication“ der Hausgerätesparte von Samsung und besetzt damit eine Position, die sehr nah an der Unternehmensführung in Deutschland angesiedelt ist. Ihre Aufgabe ist es, Händler so zu unterstützen, dass sie die Hausgeräte überzeugend verkaufen können. Das splittet sich auf in ein ganzes Bündel an Aufgaben, darunter Training für den Handel, Begleitung von Marketing- und PR-Maßnahmen, Messebetreuung, Ausstattung von Shops und Infomaterialien.

Umwege führten ins Management

Diana Diefenbach

Der Weg aus der Werkstatt ins Management führte sie über Umwege, die sich aber im Rückblick wunderbar ergänzten. Nach der Lehre studierte sie Innenarchitektur, und in Seoul Industriedesign. Korea fand sie so spannend, dass sie erst einmal blieb und in einem Büro für Industriedesign für Kunden arbeitete, die Elektronikgeräte herstellen. Eine Waschmaschine ist zwar nicht aus Holz, aber für Diana Diefenbach ist entscheidend, dass sie ein Produkt zum Anfassen betreut: „Marketing für eine Software oder eine Versicherung würde mir schwerfallen. Ich brauche ein Produkt, das ich anfassen und erklären kann.“ Bei ihr dreht sich alles um Fragen wie etwa, wie nutzen Menschen ein Gerät, wie muss es gestaltet sein und was muss es können, um zu gefallen?

Nach dem Studium arbeitete sie als Marktforscherin und in der Produktplanung. Schließlich wechselte sie zu Samsung, wo sie erst in der Forschung und Entwicklung tätig war und später als Produktmanagerin mit kreativen Ideen für Waschmaschinen, Kühlschränke, Bodenpflegegeräte und Mikrowellen den Vertrieb und das Marketing unterstützte.

Dass sie alle drei bis fünf Jahre einen Schritt auf der Karriereleiter machte, erklärt sie zum einen mit der Entwicklung: „Der Markt für Hausgeräte ist enorm gewachsen und damit auch der Bedarf an Fach- und Führungskräften.“ Ob Markt, Design oder Produkt – durch ihren Werdegang bringt sie vielseitige Kompetenzen mit. Zum anderen seien auch Mentor*innen wichtige Wegbegleiter gewesen, die in ihr Potenzial gesehen hätten, das sie selbst so noch nicht erkannt hatte: „Das ist auch eine Frage des Alters und der Reife“, weiß sie heute.

Zeit in Korea als Türöffner

Warum immer noch so wenige Frauen Führungspositionen besetzen, hängt für sie weniger mit Rahmenbedingungen wie etwa Vereinbarkeit von Familie und Beruf zusammen: „Vieles ist heute machbar. Aber Frauen sind von Natur aus nicht so extrovertiert wie Männer, betreiben weniger Selbstmarketing, sind bescheidener. Wir zeigen unsere Leistung nicht so her.“ Ein Fehler: „Wenn man für ein Thema kämpft, dann muss man auch Sorge dafür tragen, dass die Leistungen gesehen und anerkannt werden“, so ihre Überzeugung.

Ihre Zeit in Korea war dabei nicht nur ein Türöffner. Schließlich kennt sie beide Kulturwelten und kann vermitteln. Auch ihr Führungsstil ist davon geprägt. Als sie etwa in Korea händeringend nach einer Wohnung gesucht habe, hätten ihr viele Kolleg*innen wie selbstverständlich geholfen: „Es gibt eine familiäre Komponente, die ich als sehr positiv wahrgenommen habe.“ Auch für sie ist es deshalb heute wichtig, dass sich ihre Mitarbeiter*innen wohl fühlen und dass es ihnen gut geht: „Schließlich verbringt man sehr viel Zeit miteinander.“ Sie steckt zwar viel Energie in ihre Arbeit, pflegt aber auch Hobbies, wie etwa Motorradfahren – eine Leidenschaft, die sie mit ihrem Mann teilt. 

Stand: abi» 26.10.2020

Diesen Artikel teilen