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Finanzprüfer auf dem Kapitalmarkt

Auf dem Foto sind Monitore zu sehen, auf denen Börsenbewegungen abgebildet werden.
Wie zahlungskräftig jemand ist, finden Rating-Analysten heraus.
Foto: Thomas Lohnes

Rating-Analyst/in – Hintergrund

Finanzprüfer auf dem Kapitalmarkt

Rating-Analysten bewerten die Kreditwürdigkeit von Unternehmen, Banken oder Staaten. Auch können sie im Auftrag von Kreditinstituten oder Kapitalgesellschaften die Zahlungsfähigkeit von Privatpersonen überprüfen. Für Absolventen der Wirtschaftswissenschaften oder im Bereich Banking und Finanzierung bietet die Branche gute Karrierechancen.

Von Triple-A bis D: Anhand eines fest definierten Bewertungssystems vergeben Ratingagenturen Buchstabencodes. Das Ranking verläuft dabei von der Bestnote AAA (Triple) bis zur Note D, die besagt, dass der Schuldner zahlungsunfähig ist. Innerhalb dieser Rangliste, des „Rankings“, werden anhand von Plus- und Minuszeichen weitere Feinheiten definiert.

Neben Privatpersonen, Unternehmen oder Banken bewerten Rating-Analysten auch Wertpapiere. Je schlechter sie die Kreditwürdigkeit und Zahlungsfähigkeit eines potenziellen Schuldners einschätzen, desto schwieriger wird es für ihn, sich auf dem Kapitalmarkt Geld zu beschaffen. „Bei ihrer Beurteilung stellen Ratinganalysten zum Beispiel fest, ob die Kreditnehmer ihren Verpflichtungen pünktlich und vollständig nachkommen können“, sagt Karolin Babbe-Voßbeck, Berufsberaterin bei der Hamburger Agentur für Arbeit. „Hierfür untersuchen sie auch, wie finanzkräftig und zukunftsfähig ein Unternehmen oder eine Institution ist, prüfen Bilanzen und bewerten weitere, äußere Faktoren, die die finanzielle Entwicklung beeinflussen können.“

Gerade seit der Finanzkrise von 2008 ist die Arbeit von Ratinganalysten immer wichtiger geworden. Doch, so fügt Karolin Babbe-Voßbeck an: „Gefragt ist ihre Kompetenz auch bei Unternehmen, die sich selbst durch Ratings beurteilen lassen wollen.“ Mögliche Arbeitgeber für diesen Beruf sind etwa Unternehmensberatungen oder Wirtschaftsprüfungsgesellschaften.

Gefragte Finanz- und Bankexperten

Foto von Karolin Babbe-Voßbeck

Karolin Babbe-Voßbeck

Foto: privat

Ratinganalysten kennen sich auf dem Finanz- und Kapitalmarkt aus. Ein grundständiges und/oder weiterführendes Studium in Betriebs- oder Volkswirtschaftslehre sowie im Finanzdienstleistungs- und Bankbereich bereitet Interessierte am besten auf ihre späteren Aufgaben vor. Auch duale Studienangebote stehen zur Auswahl. Die Berufsberaterin empfiehlt: „Gute Türöffner sind, wie in vielen anderen Studienfächern auch, ein Masterabschluss sowie mehrjährige, einschlägige Berufserfahrung.“ Der Berufseinstieg kann alternativ über eine Ausbildung, zum Beispiel bei einer Bank, und einer anschließenden Weiterbildung zum Bankfachwirt oder Fachwirt für Finanzberatung gelingen. Wesentlich ist das Netzwerken – über Messen, Praktika oder branchenspezifische Tagungen Kontakte zu knüpfen.

Spezielle Akkreditierung des Berufsverbands

Mitglieder des Bundesverbands der Ratinganalysten (BdRA), die spezielles Wissen im Fachgebiet des Credit Ratings nachweisen, können vom BdRA eine spezielle Akkreditierung als „Certified Rating Analyst (BdRA)“ erhalten. So soll die Arbeit von Ratinganalysten gefördert sowie ihre Seriosität geprüft werden. Die Akkreditierung kann durch Bestehen einer Prüfung in Form einer Hausarbeit erbracht werden. Diese enthält ein vom Kandidaten erstelltes Credit Rating Gutachten. „Der Titel wird zunächst für zwei Jahre erteilt, eine Verlängerung um jeweils zwei weitere Jahre ist an den Nachweis über eine eintägige Weiterbildung gebunden“, erklärt Karolin Babbe-Voßbeck. Auch können Mitglieder des Berufsverbands durch eine Fortbildung bei anderen Trägern oder durch einschlägige Berufspraxis im Fachgebiet des Credit Ratings die Zertifizierung beantragen. „Hierzu ist lediglich die Einsendung entsprechender Nachweise erforderlich.“

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchbegriff: Rating-Analyst/in)

berufenet.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE

der Bundesagentur für Arbeit

jobboerse.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen. (Suchbegriffe: z.B. Finanzen, Wirtschaft)

www.studienwahl.de

Hochschulkompass

Informationen über deutsche Hochschulen, Studiengänge, Promotion, internationale Kooperationen; Angebot der Hochschulrektorenkonferenz

www.hochschulkompass.de

Bundesverband der Ratinganalysten e.V.

Bundesweiter Zusammenschluss aller Ratinganalysten in Deutschland

www.bdra.de
abi>> 07.11.2019