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Licht aus – Spot an!

Eine junge Frau spricht Nachrichten in ein Radiomikrofon.
"Irgendwas mit Medien machen" ist der Wunsch von vielen Abiturienten. Beim Hörfunk arbeiten ist eine der zahlreichen Möglichkeiten.
Foto: Martin Rehm

Berufe in Funk und Fernsehen

Licht aus – Spot an!

Die beliebte Morning Show im Radio auf dem Weg zur Schule oder die Fernseh-Talkshow am Abend auf der Couch: Funk und Fernsehen sind in unserem täglichen Leben stets präsent. Kaum verwunderlich, dass die Medienbranche auf viele junge Menschen eine ganz besondere Faszination ausübt. Doch was erwartet sie dort? abi» stellt exemplarisch die beruflichen Möglichkeiten in der Funk- und Fernsehbranche vor.

Auch Louisa Eicker wurde früh in den medialen Bann gezogen. „Irgendwas mit Medien sollte es werden“, erklärt die 23-Jährige und fügt an: „Ursprünglich wollte ich allerdings gar nicht zum Radio, sondern erst einmal studieren. Doch durch eine Orientierungsphase im Anschluss an das Abitur und mehreren Praktika beim Hörfunk hat mich das Radiofieber gepackt.“ Nach ihrem Volontariat beim Nürnberger Lokalsender Hitradio N1 ist sie dort mittlerweile als Moderatorin und Redakteurin fester Bestandteil des Teams.

„Anderen Menschen gute Laune bereiten“

Ein Porträt-Foto von Louisa Eicker

Louisa Eicker

Foto: privat

Während ihrer zweijährigen Ausbildung durchlief Louisa Eicker verschiedene interne Coaching-Programme. „Alle vier bis sechs Wochen bekamen wir ein Sprechtraining und mussten Tonproben von uns abliefern. Darüber hinaus nahmen wir an Seminaren etwa zu Medienrecht, Werbung, Präsentation und Social Media teil und durften in die verschiedenen Abteilungen des Funkhauses hineinschnuppern.“ Bereits frühzeitig konnte die damalige Volontärin zudem mit ihren eigenen Themen auf Sendung gehen, zuerst mit vorproduzierten und abgenommenen Beiträgen, wenig später dann auch live. Für Louisa Eicker erfüllte sich damit ein Traum, denn für sie stand schon früh fest: „Ich will moderieren.“

Inzwischen hat sie ihre eigene Sendung und ist von Montag bis Freitag jeden Tag fünf Stunden live on air. Was sie daran besonders reizt? „Mir macht es Spaß, anderen Menschen gute Laune zu bereiten. Man steht allein in seinem Studio, sobald das Mikro angeht, spricht aber eigentlich mitten in einem vollen Fußballstadion“, schwärmt Louisa Eicker. Zudem ist der Alltag beim Radio so viel mehr als nur die Arbeit im Studio. „Kein Tag ist wie der andere und Kreativität ist immer gefragt.“ Ihren ursprünglichen Wunsch zu studieren hat die 23-Jährige aber noch nicht komplett aufgegeben. Sicher ist nur, dass sie beim Radio bleiben und sich dort Stück für Stück weiterentwickeln will. „Ich habe meinen Traumberuf gefunden und möchte ihn auch nicht mehr tauschen.“

Vielseitige Ausbildungswege

Ein Porträt-Foto von Cornelia Wilke

Cornelia Wilke

Foto: privat

Wer wie Louisa Eicker in Funk und Fernsehen arbeiten möchte, hat so viele Optionen, wie in kaum einer anderen Branche, weiß Berufsberaterin Cornelia Wilke von der Agentur für Arbeit Fürstenwalde. „Die Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten in der Funk- und Fernsehbranche sind so vielseitig, dass es für die meisten Abiturienten schwierig ist, den Überblick zu behalten.“ (Mehr zu den beruflichen Möglichkeiten im Bereich Funk- und Fernsehen erfährst du in der Übersicht „Arbeiten mit Bild und Ton“)

Grob lässt sich die Branche in einen technischen und einen kreativen Zweig einteilen. Einige wenige Ausbildungen ermöglichen zudem die Arbeit im kaufmännischen Bereich. Neben dem Ausbildungsberuf zum Mediengestalter Bild und Ton (Mehr zum Thema erfährst du in der Reportage „Arbeitsplatz mit großer Verantwortung"), der Aspekte aus dem kreativen und technischen Bereich vereint, sowie der Ausbildung zum Moderator, zählt beispielsweise auch der Beruf des Maskenbildners zum kreativen Bereich. Oftmals sind hier laut Cornelia Wilke allerdings Vorkenntnisse gefragt, etwa in Form einer abgeschlossenen Ausbildung zum Frisör oder Stylisten.

Wer Schauspieler, Drehbuchautor oder Regisseur werden möchte, findet an (Kunst-)Hochschulen diverse Studiengänge. (Mehr zur Arbeit eines Drehbuchautors erfährst du im Promi-Interview mit Andreas Dirr „Die eigenen Ideen verwirklichen“) In den Journalismus dagegen führen viele Wege. Der Zugang zum journalistischen Arbeitsmarkt ist laut Cornelia Wilke über fast jedes Fachstudium möglich. „Grundsätzlich sollte man sich zuerst einmal zwischen den vielen verschiedenen Studienfächern entscheiden. Eine Beschränkung auf bestimmte Fächergruppen gibt es dabei nicht.“ Hauptaugenmerk sollte hier nicht die mögliche spätere journalistische Arbeit, sondern das eigene Interesse sein. Nach dem Studium besteht die Möglichkeit, ein Volontariat anzuschließen, um das journalistische Handwerkszeig zu erlernen. Zudem ist der Zugang über ein klassisches Journalismus-Studium möglich. (Mehr dazu erfährst du in der Reportage „Geprobte Praxis als A und O“)

Die Möglichkeiten bei den technischen Ausbildungen reichen vom Mediengestalter Digital und Print bis hin zum Aufnahmeleiter – Film und Fernsehen oder Producer. „Darüber hinaus gibt es zahlreiche schulische Ausbildungen, wie etwa den Designer im Bereich Medien oder den Gestaltungstechnischen Assistenten.“ Laut Cornelia Wilke sind außerdem Spezialisierungsstudiengänge eine spannende Möglichkeit. „Durch die zunehmende Digitalisierung gibt es in dieser Sparte immer vielfältigere Studienangebote, wie etwa die Medieninformatik, die sich mit der Verknüpfung zwischen dem kreativen Bereich und benötigten technischen Lösungen befasst“, erklärt die Berufsberaterin.

Technische Berufe im Aufschwung

Auf dem Arbeitsmarkt entwickeln sich die Teilbereiche der Funk- und Fernsehbranche sehr verschieden und auch die Chancen beim Berufseinstieg gestalten sich sehr unterschiedlich, wie Claudia Suttner vom Team Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit erklärt. Gerade im kreativen Bereich wird es demnach zunehmend schwerer, eine Festanstellung zu finden, weshalb ein Großteil der in der Branche Beschäftigten nach wie vor auf freiberuflicher Basis arbeitet. „Auch Funk und Fernsehen unterliegen den Veränderungen, die die Digitalisierung mit sich bringt. Informationen stehen schneller und in größerem Umfang zur Verfügung. Der Umgang mit technischer Unterstützung will gelernt sein.“

In diesem Zusammenhang haben sich die eher technischen Berufe, wie beispielsweise der Mediengestalter Bild und Ton, stark verändert und an Attraktivität gewonnen. Im vergangenen Jahr wurden laut Bundesagentur für Arbeit mehr Stellen als im Vorjahr gemeldet und auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung für diese Berufsgruppe stieg. So waren im Juni 2017 insgesamt 39.000 Beschäftigte gemeldet, drei Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. „Wenn man einen der begehrten Ausbildungsplätze, zum Beispiel als Mediengestalter Bild und Ton oder als Fachkraft für Veranstaltungstechnik ergattern kann, bietet der Berufseinstieg über eine duale Berufsausbildung eine solide Basis“, erklärt Claudia Suttner.

Etwas anders sieht es im kreativen Bereich aus. Zwar ist auch hier im vergangenen Jahr die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gestiegen, das Stellenangebot ist allerdings eher klein. „Für Hörfunk- und Fernsehmoderatoren etwa gibt es nur ein sehr kleines Angebot auf einem insgesamt sehr kleinen Markt“, weiß die Expertin. Der erfolgreiche Berufseinstieg, der üblicherweise über Praktika und ein Volontariat erfolgt, erfordert deshalb ein hohes Maß an Engagement, Durchhaltevermögen und Eigeninitiative.

Weitere Informationen

berufsfeld-info.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung
www.berufsfeld-info.de

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchworte: Funk + Fernsehen)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit
www.kursnet-finden.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

Verband Privater Medien e.V.

www.vau.net

Deutscher Journalisten-Verband

www.djv.de

abi>> 21.01.2019

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