beruf & karriere

Spieldesigner

Verspielt sein reicht nicht

Daniel Greiner arbeitet als Projektmanager beim Ravensburger Verlag. Der 28-Jährige hat Medien- und Kommunikationsdesign studiert und betreut seit 2016 Familien- und Erwachsenenspiele.

Ein Brettspiel

Für jung und alt - Brettspiele sind allseits beliebt.

„Ich war schon immer ein Spielkind“, sagt er. Diese Leidenschaft braucht man in seinem Beruf. Im Studium hat er sich zunächst in Richtung Game-Design orientiert. Über ein Praktikumsprojekt zu einem Hybridspiel hat er den Ravensburger Verlag kennengelernt und dort nach dem Bachelor 2015 ein eineinhalbjähriges Volontariat absolviert. Seit 2016 ist er fest angestellt und kümmert sich meist um Brettspiele. Den Wechsel auf die analoge Seite hat er nicht bereut. „Man hat am Ende ein greifbares Produkt in der Hand“, erklärt er.

Spaß macht ihm auch die Arbeit an der Schnittstelle zwischen Gestaltung und praktischer Umsetzung. Sein Studium hat ihn gut vorbereitet. „Im Kommunikationsdesign geht es um Grafik und Illustration, im Bereich Medien werden die Grundlagen für das Projektmanagement vermittelt,“ sagt Daniel Greiner. Am Ende ist man in beiden Themen fit. „Ich spreche mit Grafikern und Illustratoren auf Augenhöhe und koordiniere die Arbeit mit technischen Produktentwicklern.“

Spiele müssen zünden

Porträt von Daniel Greiner

Daniel Greiner

Vielfalt prägt seinen Arbeitsalltag. Ein typischer Projektverlauf teilt sich in zwei Phasen. Im Research geht es um die Ideen. „Hier arbeiten wir mit externen Autoren, die ihre Vorschläge einreichen. Häufig sind das selbst gebastelte Spiele“, erklärt Greiner. Dann heißt es ausprobieren und bewerten. Dazu gehört auch der „Wiederholungsreiz“: „Ein Spiel soll immer wieder Spaß machen.“ Wenn eine Idee „zündet“ und zum Programmprofil passt, geht es an die Überarbeitung. Manchmal kommen die Spielideen auch vom Verlag. „Wir briefen Autoren zu Trends und beauftragen die Spielentwicklung“, sagt Greiner.

Die Umsetzung bedeutet klassisches Projektmanagement im Austausch mit Autoren, Grafikern, technischen Entwicklern, dem Qualitätsmanagement und dem Einkauf. Greiner klärt so handfeste Fragen wie die Dicke der Pappen für Spielkarten oder Spielbretter. Seine Arbeit als Allrounder macht ihm Spaß. Kreativität, künstlerisches Talent und Freude am Geschichtenerzählen muss man mitbringen. An zweiter Stelle steht für Greiner Durchhaltevermögen. „Für mich sind Beruf und Hobby vermischt. Ich nehme Spielideen mit zu Familie und Freunden und teste in der Freizeit weiter.“ In der Umsetzung ist gutes Zeitmanagement gefragt, damit das Spiel pünktlich auf den Markt kommt. „Und man braucht Gespür für Menschen“, ergänzt Greiner. Das betrifft die Kunden und Spieler, aber auch die Autoren und Grafiker, mit denen er in der Umsetzung zusammenarbeitet. Spaß am Texten sollte man auch haben. Als Redakteur schreibt Daniel Greiner die Werbetexte für seine Spiele.

Lernen wie im Spiel

Zur Redaktion gibt es klassische Fortbildungen“, sagt er. Ansonsten findet seine Weiterbildung „on the job“ statt. Für jedes Produkt muss er sich in neue Themen einarbeiten. Das können mechanische Eigenschaften von Materialien sein oder inhaltliche Fragen. „Für ein Spiel zum Alten Ägypten müssen die geschichtlichen Details stimmen. Hier arbeiten wir mit Experten im Haus, aber schlau machen muss man sich immer.“ Auch bei der Bewertung von Spielideen zählt die Erfahrung im Beruf. „Trainingsprogramme gibt es hier nicht“, sagt Daniel Greiner.

Über seine Karriere macht Daniel Greiner sich noch keine Gedanken. Bei Ravensburger stehen ihm viele Möglichkeiten offen: „Man kann zur Teamleitung aufsteigen oder sich in strategische Bereiche einarbeiten“, sagt er. Als Produktmanager braucht man dann zusätzliches betriebswirtschaftliches Wissen. Für ihn steht die Arbeit am konkreten Spiel im Vordergrund. Langweilig wird ihm dabei vorerst sicher nicht und bei den Brettspielen will er bleiben. Auf seinem persönlichen Entwicklungsplan stehen Hybridspiele, bei denen eine App integriert ist.

abi» 01.09.2020

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