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Social-Media-Manager/in – Hintergrund

Ein Beruf mit Profil

Content erstellen, fotografieren, Videos drehen sowie schneiden, Suchmaschinenoptimierung und vieles mehr – die Aufgaben von Social-Media-Managern sind vielfältig. Für den Weg in diesen jungen Beruf gibt es Möglichkeiten von der Ausbildung bis zum Masterstudiengang.

Ein Mensch nutzt ein Social-Media-Angebot

Soziale Medien ziehen die Menschen in ihren Bann. Ein Potenzial, das Unternehmen für sich nutzen.

Kaum eine Organisation oder ein Unternehmen verzichtet noch auf das Potential, das die sozialen Medien für die Kommunikation mit Unterstützern, Kunden und Angestellten bieten. Daher beschäftigen sie mehr oder weniger für diesen Bereich qualifizierte Fachkräfte mit der Pflege von Profilen und Communities im sogenannten „Social Media“. Das junge Berufsbild der Social-Media-Manager hat sich mittlerweile professionalisiert, so dass auch die Ausbildungswege an Profil gewonnen haben. „Dennoch gibt es, Stand heute, noch keine staatlich anerkannte Berufsausbildung nach den Vorgaben des Berufsbildungsgesetzes“, sagt Lothar Vandeven, Berufsberater für Abiturienten und Studieninteressierte der Agentur für Arbeit in Nürnberg.

Er weist auf die Ausbildung zum Kaufmann für E-Commerce und die Weiterbildung zum Fachwirt E-Commerce hin, die es erst seit April 2020 gibt. Aus seinen Beratungen mit Abiturienten weiß er: „Nur wenige junge Menschen können die Komplexität und die Möglichkeiten dieses Berufsfeldes so früh erfassen. Daher liegt der Schwerpunkt der Ausbildung auf berufsbegleitenden Weiterbildungen und auf Masterstudiengängen.“ Er nennt neben staatlichen Hochschulen wie der Hochschule Ansbach auch private Hochschulen und Fernstudienangebote.

Seit 2014 kann man Social-Media-Management an der Hochschule Anhalt studieren. Etabliert hat den Masterstudiengang „Online-Kommunikation“ Professor Daniel Michelis gemeinsam mit Kollegen. In Lehre und Forschung beschäftigt sich der Autor eines Social-Media-Handbuchs mit der Entwicklung der digitalen Kommunikation und ihrer Bedeutung. „Wir haben in der Corona-Krise erlebt, wie die digitale Kommunikation in Zeiten des Social Distancing zum ‚sozialen Kitt‘ unserer Gesellschaft beigetragen hat.“, stellt Daniel Michelis fest. „In diesem Kommunikations- und Lebensraum sind wir alle digital näher zusammengerückt.“

Kollaboration und interdisziplinäre Teams erachtet er als entscheidende Erfolgsfaktoren für Social Media. Zum Studium gehören daher auch Projekte, in denen die Studierenden die Zusammenarbeit üben, ihre eigenen Stärken kennenlernen und sich weiterentwickeln können. Die Studierenden haben auch die Freiheit, ihrer eigenen Neugier nachzugehen – sich durch Lektüre und im Selbststudium eigene Gedanken zu Themen zu machen, etwa zu Fragen, was Identitätsmanagement in sozialen Medien bedeutet oder welche Kehrseiten es gibt.

Gerade die Corona-Krise animiert zum Nachdenken. „Was wir im Moment erleben, wird auf die Zukunft der Kommunikation einen großen Einfluss haben“, sagt Daniel Michelis. „Nachdem wir gesehen haben, wie gut digitale Formen der Zusammenarbeit via Zoom oder ähnlichen Technologien im Arbeitsalltag funktionieren können, werden sich bisherige Arbeitsformen sicher weiterentwickeln.“ Er freut sich: „In Anhalt etablieren sich gerade Coworking-Spaces und Startups. ‚New Work‘ ist hier möglich geworden“.

Auch ein aktuelles Projekt mit Praxispartnern steht ganz im Zeichen der „New Work“: In der „Smart-WG“, einer Art Wohnlabor in Kooperation mit dem Immobilienunternehmen Deutsche Wohnen in Berlin, leben bis zu fünf Studierende der Hochschule Anhalt. Hier tauschen sie sich über ihre Projekte in den Praktikumsunternehmen aus und testen dabei noch Wohn-Gadgets, um das Wohnen der Zukunft mitzugestalten. Gerade ist die dritte Generation ausgezogen und hat sich auf dem projekteigenen Blog mit Einblicken in die Erfahrungen während der sechs Monate in der WG verabschiedet. Die Projektarbeiten sind vielfältig, sie reichen von Crowdfunding für Umweltschutzorganisationen wie dem WWF bis zu Social-Media-Initiativen für Fußballclubs, etwa für den 1. FC Magdeburg.

„Viele unserer Absolventen kommen als ‚Digital Talents‘, in die Unternehmen und bringen das Potential mit, den digitalen Wandel mitzugestalten. Unser Studiengang geht damit weit darüber hinaus, sich schnell einmal eine Technologie anzueignen“, betont Daniel Michelis. Es käme allerdings auch eher selten vor, dass Studierende mit einer solchen Erwartungshaltung das Studium bei ihm aufnähmen.

Doch wie sieht es eigentlich mit der Zukunftsfähigkeit des Berufes aus? Der „typische“ Social-Media-Manager heute ist maximal Mitte 30, medienaffin, technologieorientiert, trendbewusst und auch in seiner Freizeit auf vielen Social-Media-Plattformen zu Hause. Das Web schläft nie und so ist es auch nicht ganz einfach, einen Schnitt zwischen Privat- und Berufsleben zu machen. Noch dazu ist für viele Young Professionals heute die „Work-Life-Balance“ wichtiger als die Karriere. Bei der Frage, ob dieses Berufsfeld das Potential hat, ein gesamtes Berufsleben durchzutragen, sind sich Berufsberater und der Uni-Professor einig: Durch die ständigen Veränderungsprozesse der digitalen Kommunikation müssen Social-Media-Manager in der Lage sein, sich zu verändern und letztlich das gesamte Berufsleben hindurch mitzuwachsen. „Wenn ich als Hobby-Imker älter geworden bin, dann habe ich vielleicht eine Community von Bieneninteressierten, mit der ich über WhatsApp im Austausch bin und erhalte dort auch Informationen zu neuen Angeboten“, gibt Daniel Michelis als Beispiel.

Auch sieht er besonders darin, dass das Berufsfeld noch immer dabei ist, sich zu professionalisieren, große Chancen für entsprechend qualifizierte Berufseinsteiger. Diese füllen im Bereich Social Media eine Lücke, die bei vielen Unternehmen nach wie vor da ist. Absolventen mit Projekterfahrung können neue Strukturen schaffen und dadurch sehr schnell in verantwortungsvolle Positionen gelangen. Andere machen sich selbständig und werden nach dem Studium einfach ihr eigener Chef, etwa als Berater für Social-Media-Strategien.

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.500 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild.

berufenet.arbeitsagentur.de

JOBSUCHE der Bundesagentur für Arbeit

arbeitsagentur.de/jobsuche

Bundesverband Community Management

bvcm.org

Weiterbildungsangebote

Seminare für Social Media Manager

121watt.de

abi» 27.05.2020

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