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Social-Media-Managerin

Ich mach was mit Social

Ursprünglich hatte die Social-Media-Managerin Julia Pröbster (23) ein PR-Volontariat in einem E-Commerce-Unternehmen begonnen, das vor allem Businesskunden beliefert. Im Laufe der Zeit erhielt ihre Ausbildung einen Schwerpunkt im Bereich Social Media.

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Social-Media-Manager kümmern sich nicht nur um ein Profil bei den üblichen Netzwerken.

Erstmal „Facelift“ checken: So beginnt der Büro-Alltag von Julia Pröbster. Sie arbeitet als Social-Media-Managerin bei Onlineprinters, einer Onlinedruckerei in Fürth. Mit dem Onlinetool Facelift verwaltet das dreiköpfige Social-Media-Team des Unternehmens seit vergangenem Jahr mehr als ein Dutzend Social-Media-Kanäle, darunter zwei deutsche sowie weitere Facebook-Fanpages unter anderem für die Ländermärkte Frankreich, Spanien, Italien, Großbritannien, die Niederlande und für Schweden, mehrere Instagram-Kanäle sowie Twitter-Accounts.

Julia Pröbster prüft, ob über Nacht Kundenanfragen oder Kommentare zu Posts eingegangen sind. Denn trotz des Schwerpunktes auf Businesskunden, die üblicherweise vorrangig B2B-Plattformen wie Xing und LinkedIn nutzen, ist Facebook für das Unternehmen ein wichtiger Kanal, vor allem für Kunden aus dem Bereich der „SOHOs“ (was für „Small Office/Home Office“ steht). Hierzu zählen viele Grafiker, die eine der Hauptzielgruppen des Unternehmens darstellen, das immerhin Drucksachen produziert. Kundenanfragen leitet sie direkt an Kollegen im Kundenservicecenter weiter, außer es handelt sich um heikle Fälle. Dann muss sie oft selbst Krisenkommunikation betreiben und den richtigen Ton treffen.

Remote working möglich

Foto von Julia Pröbster

Julia Pröbster

Montag ist ihr Präsenztag im Büro. Mittags findet immer das Jour-Fixe der Abteilung statt, bei dem sie nicht fehlen darf, obwohl sie seit Februar nur noch als Werkstudentin in der Firma tätig ist. „Eigentlich habe ich 2018 bei Onlineprinters nach meinem Bachelorstudium im Fach Sprach- und Textwissenschaften an der Universität Passau ein PR-Volontariat begonnen. Im Zuge von Umstrukturierungen im Marketing- und Kommunikationsbereich hat sich das im Laufe der eineinhalb Jahre in Richtung Social Media verändert“, erzählt die 23-jährige. Nach dem Ende ihres Volontariats im Januar dieses Jahres hat sie sich entschieden, ihre universitäre Ausbildung fortzusetzen und sich an der Universität Bamberg eingeschrieben.

„Eigentlich möchte ich den Masterstudiengang „Computing in the humanities“ studieren.“ Der Studiengang verspricht, im Bachelor erworbene Kenntnisse um Fähigkeiten in der angewandten Informatik zu bereichern. „Da mir in meinem Volontariat klar wurde, wie viel auch von den richtigen Systemen abhängt, verspreche ich mir von diesem Master viel passenden Input für meine weitere Laufbahn als Social Media Managerin.“ Weil sie jedoch nicht gleich einen Studienplatz bekommen hat, wird sie nun zunächst Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Marketing studieren. Sie sieht darin eine gute Ergänzung, die ihr – wenn sie in den Beruf zurückkehrt – viele Möglichkeiten bietet, an ihre bisherige berufliche Erfahrung anzuknüpfen.

Für die Zwischenzeit hat ihr ihre Chefin angeboten, als Werkstudentin weiterhin für die Firma tätig zu sein. Dadurch, dass sie das Unternehmen bereits sehr gut kennt, kann sie auch remote arbeiten, denn ihr Studienort Bamberg ist etwa 60 Kilometer vom Hauptsitz des Unternehmens entfernt: „Während des Semesters arbeite ich nur einen Tag in der Woche, einen halben Tag bin ich vor Ort und einen halben Tag arbeite ich im Homeoffice“, erklärt Julia Pröbster. „Social Media ist für das ortsunabhängige Arbeiten ideal geeignet.“

Social Media internationalisiert

Bei Onlineprinters kümmert sich Julia Pröbster mit zwei weiteren Kolleginnen um die Social-Medial-Kanäle. „Im Lauf des vergangenen Jahres haben wir die Social-Media-Aktivitäten des Unternehmens internationalisiert und uns Unterstützung von Kollegen aus dem Kundenservicecenter geholt, die auch die Sprachskills mitbringen und den kulturspezifischen Unterschieden der Ländermärkte besser gerecht werden können.“
Auch privat ist sie auf vielen Social-Media-Plattformen unterwegs. Die Trennung zwischen Privat- und Berufsleben ist in diesem Berufsfeld nicht ganz einfach. „Facebook schläft nicht und besonders unsere kreativen Kunden schreiben auch nachts oder am Wochenende über den Facebook-Messenger oder vertaggen uns in ihren Instagram-Stories. Das müssen wir alles zeitnah überprüfen“, sagt Julia Pröbster.

Die nächste Herausforderung steht bereits an: Das Social-Media-Team arbeitet an einer Strategie, die neben Facebook, Instagram und Twitter auch die klassischen B2B-Channels stärker in den Fokus nehmen soll. Die großen Frage dabei sind: Wann sind Social-Media-Aktivitäten wirklich erfolgreich? Und inwieweit tragen Fanzahlen und Interaktionsraten zum Erfolg des Unternehmens bei? Hier kommen Abteilungen für Analyse und Onlinemarketing ins Spiel, die ein Attributionsmodell initiiert haben, um messbar zu machen, wann Kunden über die Social Media Channels in den Onlineshop kommen und ob sich „der ganze Aufwand lohnt“.

Julia Pröbster erklärt: “Das ist aber auch das Schöne am Social-Media-Marketing: Fast alles ist messbar und schon kleine Budgetanpassungen und Zielgruppenoptimierungen machen manchmal einen großen Unterschied in den Ergebnissen aus.“ Doch nicht nur gute Zahlen sorgen für Freude. Vor allem auf Instagram vertaggen Kunden das Unternehmen oftmals in Stories oder Posts auf denen sie glücklich ihr neues Druckprodukt präsentieren. „Das ist ein tolles Kompliment für uns als Unternehmen und auch für uns als Social-Media-Manager, weil es zeigt, dass Follower gerne mit uns in Interaktion treten.”

abi» 27.05.2020

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