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Apotheker

Beraten und verkaufen

Nach dem Pharmaziestudium entschloss sich Christopher Brockmann, in einer öffentlichen Apotheke zu arbeiten. Dort hat der 35-jährige Apotheker viel Kundenkontakt.

Apothekerin öffnet eine Schublade. Foto: Sonja Trabandt

Bei der Suche nach dem richtigen Medikament kann Schubladendenken ausnahmsweise von Vorteil sein.

Christopher Brockmann arbeitet er in einer mittelgroßen Apotheke in Köln. Er und sein Chef sind Apotheker, mehrere pharmazeutisch-technische Assistenten sind ebenfalls im Verkauf tätig, eine pharmazeutisch-kaufmännische Assistentin unterstützt die Kollegen bei Büroaufgaben. Christopher Brockmann verbringt die meiste Zeit im Laden: „Wir bedienen Patienten, die mit Rezepten zu uns kommen oder freiverkäufliche Medikamente haben möchten, zum Beispiel gegen akute Schmerzen oder Erkältungen. Wenn sie das Medikament noch nicht kennen, klären wir die Kunden über die Einnahme sowie über Neben- oder Wechselwirkungen auf.“ Die Standardmedikamente kennt Christopher Brockmann gut, bei weniger häufig verschriebenen Arzneimitteln kann er den Computer für weitere Informationen bemühen.

Neben der Bedienung der Kunden muss ein Apotheker auch einige bürokratische Aufgaben erledigen. „Die Abgabe von betäubenden oder aufputschenden Mitteln, zum Beispiel starken Schmerzmitteln oder Ritalin, aber auch von verschreibungspflichtigen Tierarzneimitteln müssen wir dokumentieren“, erklärt Christopher Brockmann. Darüber hinaus müssen täglich die Rezepte kontrolliert werden, bevor sie zur Abrechnung beim Apothekenrechenzentrum eingereicht werden.

Für die Apotheke, gegen die Industrie

Portrait von Christopher Brockmann. Foto: Privat

Christopher Brockmann

Dank seiner Leistungskurse Chemie und Biologie war Christopher Brockmann früh klar, dass er ein naturwissenschaftliches Fach studieren wollte. Er entschied sich für Pharmazie an der Universität Bonn. Teil des Pharmaziestudiums ist ein vierwöchiges Pflichtpraktikum, die sogenannte Famulatur, die der Student in einer Apotheke absolvierte.

Auch während des praktischen Jahres, das auf das zweite Staatsexamen am Studienende folgt, arbeitete er sechs Monate lang in einer Apotheke. „Die Arbeit hat mir gefallen, daher habe ich mich gegen die Industrie und für eine Tätigkeit als Apotheker entschieden“, sagt der 35-Jährige. Um als Apotheker zu arbeiten, musste er eine Zulassung, die Approbation, beantragen, indem er seine Universitätszeugnisse sowie ein polizeiliches Führungszeugnis bei der Landesprüfungsbehörde eingereicht und eine Gebühr entrichtet hat.

Seit seinem Studienabschluss vor zehn Jahren war Christopher Brockmann schon in verschiedenen Apotheken im Rheinland tätig. Zwischenzeitlich versuchte er es auch mit einer Promotion an einem Institut. „Aber ich habe schnell gemerkt, dass mir das wissenschaftliche Arbeiten nicht liegt“, sagt er.

Gefragt: gute Menschenkenntnis

„Für die Arbeit als Apotheker ist natürlich das Wissen aus dem Pharmaziestudium wichtig, viel lernt man aber auch bei der täglichen Arbeit“, erklärt der Pharmazeut. Im täglichen Kundenkontakt braucht man eine gute Menschenkenntnis und muss angemessen mit den Kunden umgehen können – etwa wenn es um Ängste gegenüber Arzneimitteln geht oder das erforderliche Medikament nicht sofort verfügbar ist. „Da muss man gemeinsam Lösungen finden.“

Christopher Brockmann könnte sich vorstellen, irgendwann selbst eine Filiale zu leiten. Sich komplett selbstständig zu machen, kommt für ihn erst einmal nicht in Betracht. „Eine eigene Apotheke bedeutet viel Arbeit, und man muss auch viel kaufmännisches Wissen mitbringen. Das kann ich mir derzeit nicht vorstellen“, so der Apotheker. Er ist weiterhin gern angestellt und freut sich über den täglichen Kontakt zu seinen Kunden.

abi» 03.07.2019

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