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Ich will was machen rund ums Meer – Interview

Kampf dem Plastik

Die Meeresbiologin Dr. Julia Schnetzer ist Kampagnen-Managerin beim Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) und außerdem als Science Slammerin erfolgreich. Sie erzählt, wie die Plastikvermüllung der Ozeane die Forschung und auch ihre Tätigkeit beeinflusst.

Detailaufnahme von einem Fisch, Silberner Arowana.

Die Meeresbiologin beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Plastikverschmutzung auf das Ökosystem Meer und seine Lebenwesen.

abi» Sie betreuen als Kampagnen-Managerin die internationale Wanderausstellung „Ocean Plastics Lab“. Was bedeutet das konkret?

Dr. Julia Schnetzer: Ocean Plastics Lab zeigt, wie die Wissenschaft versucht, das Problem der Plastikvermüllung unserer Ozeane zu verstehen und zu bewältigen. Ich habe die Ausstellung gemeinsam mit Designern konzipiert, Inhalte entwickelt, Exponate aus wissenschaftlichen Projekten ausgesucht und vorab recherchiert, wer weltweit an welchen Projekten forscht. Aktuell betreue ich die Kommunikation rund um die Ausstellung.

abi» Sie haben in Mariner Meeresbiologie promoviert. Ist ihre Karriere für eine Meeresforscherin ungewöhnlich?

Dr. Julia Schnetzer: Wissenschaftliche Kommunikation an sich ist sicherlich ein Nischenbereich in der Meeresforschung. Aber das Thema Plastikvermüllung der Ozeane hat natürlich in den vergangenen Jahren die Forschung sehr stark beeinflusst.

abi» Mit welchen Themen befassen sich die Wissenschaftler?

Ein Porträt-Foto von Julia Schnetzer.

Dr. Julia Schnetzer

Dr. Julia Schnetzer: Das ist sehr vielfältig. Es geht zum Beispiel darum, wie verlässliche Daten über den Plastikmüll erhoben werden können. Aktuell wird Müll an den Ufern gesammelt oder aus dem Meer gefischt und dann per Hand gezählt. Um Daten verlässlicher erheben zu können, werden Sensoren entwickelt, die im Wasser Mikroplastik messen können. Andere Forscher arbeiten an einer automatischen Bilderfassung mithilfe von Drohnen und Unterwasserkameras.

abi» Es werden immer mehr Daten erhoben und ausgewertet: Haben sich daraus neue Tätigkeitsfelder ergeben?

Dr. Julia Schnetzer: Mit Methoden der Informatik Antworten auf Fragen der Biowissenschaften zu geben, wird immer wichtiger. Wer sich darauf konzentrieren möchte, kann zum Beispiel den Studiengang Bioinformatik wählen, in dem mit mathematischen Modellen riesige Datensätze analysiert werden.

abi» Das KDM beteiligt sich europa- und weltweit an Projekten und identifiziert neue Forschungsfelder. Welche Themen stehen aktuell auf der Prioritätenliste weit oben?

Dr. Julia Schnetzer: Die Bandbreite ist natürlich riesig: Es geht zum einen darum, die Beziehungen zwischen Mensch und Meer besser zu verstehen. Ganz wichtige Problemfelder sind hier: Lärm, Plastik, chemische Verschmutzung, Ausbeutung von Fischen und anderen Tieren, die Einrichtung von Meeresschutzgebieten sowie die mangelnde Kooperation zwischen Ländern beim Thema Meeresschutz. Zum anderen die Klimapolitik: Welche Rolle spielen die Meere bei der Klimasteuerung? Und natürlich Technologieentwicklungen, die vieles ermöglichen, was vor Jahren noch undenkbar war. Schließlich ist da noch die Europäische Union: Lange haben die EU-Staaten Fischbestände weltweit ausgebeutet. Heute stehen sie vor der Entscheidung, welche Rolle sie in Zukunft spielen möchten.

Video

Weitere Filme findest du auf der abi» Videoübersicht.

abi» 06.01.2020

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