Ein erfolgreicher Start

Nina Hitz absolviert ihre Ausbildung beim Bergsportausrüster Vaude in Baden-Württemberg.
In der Ausbildung zur Industriekauffrau mit der Zusatzqualifikation zur Fremdsprachenkorrespondentin kann Nina Hitz ihre Begeisterung für Sport und fremde Länder miteinander verbinden.
Foto: VAUDE Sport

Die ersten Tage im Beruf

Ein erfolgreicher Start

Ob als Auszubildender oder als Hochschulabsolvent: Der Start ins Berufsleben ist auch der Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Wer die ersten Tage erfolgreich meistern will, sollte einige Punkte beachten.

Acht Wochen lang ist Nina Hitz nach dem Abi alleine mit dem Rad quer durch Europa gefahren. Gleich darauf folgte ihr Ausbildungsstart, der laut der 20-Jährigen nicht weniger spannend war als die Reise. Ihre Begeisterung für Outdoor-Sport hatte sie zu dem Bergsportausrüster Vaude in Obereisenbach in Baden-Württemberg geführt, wo sie nun seit August eine Ausbildung zur Industriekauffrau mit der Zusatzqualifikation zur Fremdsprachenkorrespondentin absolviert.

„Wandern in den Bergen, Fahrradreisen durch verschiedenste Länder, Skitouren im tiefsten Winter und Zelten in freier Wildbahn sind schon seit meiner Kindheit fester Bestandteil meines Lebens. Das Thema Nachhaltigkeit in Verbindung mit Sportbekleidung, wie es bei Vaude gelebt wird, finde ich als Outdoor-Fan sehr interessant“, berichtet Nina Hitz. Mit ihrer Bewerbung wäre sie fast zu spät dran gewesen. „Da das offizielle Verfahren schon abgeschlossen war, habe ich eine Initiativbewerbung eingereicht.“

Abenteuercamp mit anderen Azubis

Ein Porträt-Foto von Nina Hitz

Nina Hitz

Foto: VAUDE Sport

Wer wagt, gewinnt: Es folgte eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. „Darauf vorbereitet habe ich mich, indem ich mich gut über das Unternehmen informiert und eine Präsentation über mich als Person erstellt habe. Außerdem bin ich mit viel Motivation und Freude an die Sache herangegangen“ – eine Einstellung, mit der sie überzeugen konnte.

Vor Ausbildungsbeginn lernte sie die anderen Azubis bei einem dreitägigen Abenteuercamp in Österreich kennen. „Durch die gemeinsame Zeit und jede Menge Action beim Canyoning sind wir zu einem Team zusammengewachsen.“ Auch von den anderen Kollegen wurde die Auszubildende an ihrem ersten Arbeitstag herzlich aufgenommen. „Klar war ich etwas nervös. Ich glaube, das ist am Anfang ganz normal. Man stellt sich im Voraus viele Fragen, die sich aber in der Regel in den ersten Wochen von selbst beantworten. Ihr Rat an frischgebackene Azubis lautet deshalb: „Freut euch einfach darauf, macht euch nicht zu viele Gedanken und geht früh schlafen – ihr werdet die Energie brauchen!“

Zurzeit arbeitet die 20-Jährige in der Marketingabteilung des Unternehmens mit und hilft bei der Vorbereitung, Planung und Durchführung von Fotoshootings. „Ich wurde von Anfang an in Projekte miteingebunden und gefordert. Die Mischung aus Eigenständigkeit und Teamarbeit empfinde ich als sehr positiv. In ein Fettnäpfchen bin ich noch nicht getreten, aber das kann ja noch kommen“, sagt sie augenzwinkernd.

Zweifel sind ganz normal

Ein Porträt-Foto von Carsten Berndt

Carsten Berndt

Foto: Dirk Case

Sich auf neue Personen einstellen, in einer neuen Umgebung zurechtkommen – es gibt viele Herausforderungen, die zu Beginn auf die Berufsanfänger warten. Dass es eine Zeit dauert, bis man die Arbeitsabläufe versteht, sich die Namen der Kollegen merken kann und einen Überblick über die verschiedenen Bereiche und Abteilungen hat, ist normal. „Die neue Tagesstruktur und die ungewohnte geistige oder – je nach Beruf – auch körperliche Beanspruchung sind etwas ganz anderes, als man es aus der Schule kennt“, weiß Carsten Berndt, Berufsberater bei der Agentur für Arbeit Erfurt. Mögliche Zweifel an der Berufswahl seien in dieser Zeit nicht ungewöhnlich, aber sofern sie nicht längerfristig anhalten, kein Grund, seine Entscheidung infrage zu stellen.

Auch Aufregung und Nervosität gehören wohl bei fast jedem dazu und müssen nicht überspielt werden. Im Umgang mit Kollegen und Vorgesetzten sollte man jedoch einige Punkte beachten: „Gerade in der Zusammenarbeit mit anderen Menschen ist Pünktlichkeit unverzichtbar, deshalb achten Unternehmen besonders zu Beginn einer Beschäftigung darauf.“ Zudem bestimmt das äußere Erscheinungsbild den ersten Eindruck: „Eine allgemeingültige Regel gibt es hier nicht, da es von Branche und Unternehmen abhängt, ob eine Kleiderordnung besteht und wie diese aussieht. Pauschal lässt sich sagen, dass die Kleidung sauber und gepflegt sein sollte“, rät der Berufsberater.

Keine Angst vor Fehlern

Gibt es wie im Ausbildungsbetrieb von Nina Hitz eine Kultur des Duzens, werden Azubis darauf meist im Vorfeld aufmerksam gemacht. „Bis dahin würde ich siezen oder gegebenenfalls nachfragen, wenn ich unsicher bin“, sagt Carsten Berndt. „Außerdem würde ich als Auszubildender oder neuer Mitarbeiter immer versuchen, möglichst zuerst zu grüßen.“ Junge Kollegen, eine lockere Arbeitsatmosphäre – darüber freuen sich viele Berufsanfänger. „Trotzdem sollte man gerade am Anfang eine professionelle Distanz wahren und sich erst einmal anschauen, wie die Gruppe funktioniert und auf Gepflogenheiten achten.“ Mit einem offenen, freundlichen und höflichen Umgang macht man nichts falsch.
Dennoch kann es auch zu unangenehmen Situationen kommen. In der Einarbeitungszeit Fehler zu machen oder etwas nicht zu wissen, gehört dazu. Das ist kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. „Viel wichtiger ist, wie ich anschließend mit der Kritik umgehe. Dazu gehört aufmerksames Zuhören und den Kritikgeber ausreden zu lassen und ernst zu nehmen. Bei Unklarheiten sollte man sachlich nachfragen“, empfiehlt Carsten Berndt. „Berechtigte und sachliche Kritik kann man auch als ‚Lerngeschenk‘ sehen. Nur so kann man sich verbessern. Deshalb kann man sich für Verbesserungsvorschläge ruhig bedanken.“

Alles geregelt?

Die wichtigsten Rahmenbedingungen der Ausbildung sind im Arbeits- beziehungsweise Ausbildungsvertrag festgelegt, der im Vorfeld aufmerksam gelesen werden sollte. Hier steht, wie lange die Probezeit dauert, wie hoch die Vergütung ist, wie viel Urlaubsanspruch man hat und unter welchen Bedingungen der Vertrag gekündigt werden kann. In Deutschland regelt das Berufsbildungsgesetz (BBiG), was im Ausbildungsvertrag stehen muss. „Auch Vereinbarungen wie die Fahrtkostenunterstützung durch den Arbeitgeber können in den Vertrag aufgenommen werden“, merkt Berufsberater Carsten Berndt an. Ein Punkt, der insbesondere für Auszubildende wichtig sein kann.

Ebenso sollten sich Berufsanfänger mit dem Thema Versicherungen auseinandersetzen. Sozialversicherungen wie die Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung sind in der Regel über den Arbeitgeber abgedeckt. Ob eine berufliche Unfallversicherung notwendig ist, sollte am besten bei der Berufsgenossenschaft des Arbeitgebers erfragt werden. „Es empfiehlt sich, vor Arbeitsbeginn einen Beratungstermin bei einer Verbraucherzentrale, einer Gewerkschaft oder einer anderen neutralen Beratungsstelle zu machen und sich zu sinnvollen und notwendigen Versicherungen zu informieren“, erklärt Carsten Berndt.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild
www.berufenet.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE

Die Online-Stellenbörse der Bundesagentur für Arbeit.
https://jobboerse.arbeitsagentur.de

Bewerbungstraining für Akademiker

Das Online-Bewerbungstraining der Bundesagentur für Arbeit richtet sich an alle, die bereits mit dem Studium fertig sind.
www.arbeitsagentur.de/karriere-und-weiterbildung/online-trainings

 

Die ersten Tage in der Ausbildung

Keine Scheu vor Fragen

Der Ausbildungsstart fühlt sich an wie ein Sprung ins kalte Wasser. Die angehende Bankkauffrau Greta Folger (20) erzählt, wie ihre ersten Tage in der Ausbildung verlaufen sind und wie sie sich darauf vorbereitet hat.

In der Filiale der Commerzbank in Bad Kreuznach lernt Greta Folger nach und nach alle Aufgabenbereiche kennen. Schon in der ersten Woche ihrer Ausbildung durfte sie nicht nur ihren Kollegen über die Schulter schauen, sondern selbst verschiedene Aufgaben übernehmen. „Die Kunden, die zu mir an den Schalter kommen, wollen Geld abheben oder einzahlen, brauchen eine ausländische Währung oder haben Fragen zu Kontoauszügen. Auch das Einrichten und Erklären von Onlinebanking gehört zu meinen Aufgaben“, berichtet die Auszubildende. An Kundenterminen durfte sie ebenfalls bereits in der ersten Woche teilnehmen. „Seitdem frage ich regelmäßig, ob jemand einen interessanten Termin hat, zu dem ich dazukommen kann – zum Beispiel, wenn ein Konto eröffnet wird. Eigeninitiative ist gerne gesehen.“ Der Umgang mit Kunden ist das, was ihr an ihrer Arbeit besonders Spaß macht. „Jeden Tag sehe ich neue Gesichter, das ist das Schöne an der Arbeit in der Filiale.“

Gut vorbereitet durchs Auswahlverfahren

Ein Porträt-Foto von Greta Folger

Greta Folger

Foto: Dorothee Folger

Nach Ausbildungsstellen hatte Greta Folger auf den Webseiten verschiedener Banken gesucht. „Ich hatte Sozialkunde als Leistungskurs in der Schule und wusste, dass ich gerne etwas im Bereich Wirtschaft machen wollte. Mein Bruder studiert Volkswirtschaftslehre, ich fand aber eine Ausbildung interessanter. Studieren kann ich später immer noch“, erklärt die 20-Jährige.

Nach einer Online-Bewerbung und einem Online-Eignungstest bei der Commerzbank, in dem es unter anderem um Logikverständnis, Mathematikkenntnisse und räumliches Denken ging, wurde sie zum Telefoninterview eingeladen. „Während des Gesprächs wurden mehrere Situationen aus dem Arbeitsalltag geschildert und ich musste mir überlegen, wie ich damit umgehen würde. Außerdem wurde ich gefragt, warum ich glaube, dass ich für diesen Beruf geeignet bin. Es kamen auch Fragen zu meinem Lebenslauf und meiner Persönlichkeit, zum Beispiel, wie ich meine Meinung durchsetze.“

Danach folgte die Einladung zum Auswahlverfahren. „Der Auswahltag und die Übungen, die ich im Bewerbungsprozess absolviert habe, waren bei der Commerzbank mit Abstand am nettesten. Ich habe mich direkt wohlgefühlt. Natürlich war ich nervös, aber ich hatte mich gut vorbereitet und mir unter anderem die Unternehmenswebsite angeguckt, um erklären zu können, warum ich mich gerade dort beworben habe. Außerdem habe ich im Internet recherchiert, was man am besten anzieht und mir daher einen Hosenanzug gekauft“, erzählt die Auszubildende. In einer Gruppenübung musste Greta Folger mit den anderen Bewerbern ein fiktives Betriebstreffen organisieren, außerdem wurde ein Kundengespräch simuliert. „Es war eine komische Situation, erfahrenen Bankkaufleuten eine Versicherung zu verkaufen.“ Doch offensichtlich haben diese ihr Verkaufstalent erkannt: Noch am gleichen Tag erhielt sie die Zusage für ihren Ausbildungsplatz.

„Man wächst da rein“

Noch vor Ausbildungsbeginn lernte Greta Folger während eines Einführungsworkshops andere Azubis ihres Jahrgangs aus Rheinland-Pfalz und Hessen kennen. „Hier haben wir viel über Grundlegendes wie das Bankgeheimnis oder die Kleiderordnung auf der Arbeit erfahren. Außerdem haben wir gelernt, wie man eine Reisekostenabrechnung erstellt. Das war super, denn das habe ich gleich an meinem ersten Ausbildungstag machen müssen.“

Den Start in der Filiale erlebte sie als sehr entspannt. „Mir wurden alle Kollegen vorgestellt und die Räumlichkeiten gezeigt.“ In einem ersten Orientierungsgespräch mit ihrem Chef konnte sie alle Fragen stellen, die noch offen waren. „Das waren zum Teil ganz banale. Ich wollte zum Beispiel wissen, wann ich da sein muss, wenn die Filiale um 9 Uhr öffnet. Am Anfang ist alles neu, aber da wächst man rein.“ Da der Ausbildungsbeginn an einem Freitag war, war danach erst mal Wochenende. „Das fand ich nach den vielen neuen Eindrücken gar nicht so schlecht.“

Ihre Kollegen erlebt sie als sehr hilfsbereit. „Einmal habe ich zum wiederholten Mal die gleiche Frage gestellt, weil ich etwas nicht verstanden hatte. Meine Kollegin erwiderte darauf, dass es besser sei, mehrmals nachzufragen und dafür hinterher alles richtig zu machen.“ Wenn es um die Berufsschule oder das Berichtsheft geht, kann sie sich auch an sogenannte Job-Lotsen der Commerzbank wenden. Das sind Azubi-Kollegen im ersten oder zweiten Lehrjahr aus der gleichen Region, die per E-Mail oder Telefon für die Ausbildungsanfänger erreichbar sind.

Mittlerweile hat die Auszubildende das Gefühl, gut angekommen zu sein. „Ich glaube, ich habe die richtige Wahl getroffen“, freut sie sich.

 

Berufseinstieg nach dem Studium

„Unfassbar viele Eindrücke“

Christopher Höhnisch (27) hat nach seinem Masterstudium in Business Management ein Volontariat in der Kommunikationsabteilung bei der Messe Berlin ergattert. Für abi» berichtet er von seinem Berufseinstieg und den ersten Tagen im Job.

Wenn Christopher Höhnisch zur Arbeit kommt, wirft er als Erstes einen Blick in Zeitungen und Online-Medien, um herauszufinden, wo über seinen Arbeitgeber berichtet wird. Die sogenannte Medienevaluation ist ein wichtiger Teil seiner Arbeit als Kommunikationsvolontär bei der Messe Berlin. „Ich schaue mir zum Beispiel an: Wo und wie waren unsere Messen vertreten? Und was schreibt die Presse über das jeweilige Projekt?“, berichtet der 27-Jährige. Schließlich ist die Kommunikationsabteilung, in der er sein Volontariat absolviert, dafür verantwortlich, wie das Unternehmen und dessen Messen in der Öffentlichkeit dargestellt werden.

„Aktuell bin ich mit der Betreuung der Social-Media-Kanäle der ‚Bazaar Berlin‘ beschäftigt, einer Messe für ausgefallene Geschenke. Das macht mir viel Spaß, weil meine Chefin meinen Marketing-Hintergrund fördert und ich mich so beispielsweise bei einem neuen Plakat-Shooting einbringen darf“, sagt der Volontär. Im Mai 2018 hat er sein Masterstudium „Business Management“ mit Schwerpunkt Marketingmanagement an der Technischen Hochschule Wildau abgeschlossen. „Außerdem schreibe ich Social-Media-Beiträge und beantworte Fragen – alles mit dem Ziel, die Veranstaltung noch präsenter zu machen.“ Das Volontariat soll auf eine spätere Tätigkeit als PR-Manager vorbereiten. Zu dem Berufseinstiegsprogramm gehören auch verschiedene Seminare.

Berufseinstieg als Volontär

Ein Porträt-Foto von Christopher Höhnisch

Christopher Höhnisch

Foto: privat

Nach dem Studium hat Christopher Höhnisch gezielt nach Stellen in der Kommunikation gesucht. „Durch erste praktische Erfahrungen im Marketing- und PR-Bereich wusste ich, dass ich das auch zukünftig machen möchte.“ Insgesamt bewarb er sich bei über 25 Unternehmen – keine Seltenheit in diesem Bereich, denn die Nachfrage nach Stellen ist groß, die Anforderungen an Berufseinsteiger hoch.

„Ursprünglich wollte ich mich auf Juniorstellen bewerben. Auf Jobmessen bin ich dann mit mehreren Personalverantwortlichen ins Gespräch gekommen. Sie haben meinen Eindruck bestätigt, dass Berufseinsteiger meist nur über ein Traineeship oder Volontariat in ein Unternehmen kommen. Daraufhin habe ich mich dann explizit auf die Suche danach gemacht.“ Er suchte sowohl auf den Webseiten verschiedener Unternehmen, als auch in Jobportalen. „Außerdem war ich bei zwei Personalvermittlungsbüros, was allerdings nicht sehr zielführend war.“

Familiärer Umgang

Zum Bewerbungsprozess bei der Messe Berlin gehörten neben einer schriftlichen Bewerbung auch ein Telefoninterview und ein zweistündiges Vorstellungsgespräch. „Die erste Stunde verlief wie in einem klassischen Bewerbungsgespräch: Ich wurde nach meinen Beweggründen gefragt und sollte erklären, warum ich der Richtige für das Volontariat bin.“ Anschließend sollte er eine Pressemitteilung zu einem Projekt schreiben, wofür er eine halbe Stunde Zeit hatte. „Wovon ich positiv überrascht war, war das ausführliche Feedback am Ende – positiv wie negativ. Das kannte ich aus meinen bisherigen Bewerbungsverfahren nicht.“

Die ersten Tage im Unternehmen empfand Christopher Hönisch als sehr aufregend. „Es waren unfassbar viele Eindrücke. Die Messe Berlin ist wirklich kein kleines Unternehmen. Die 18 jährlichen Eigenveranstaltungen auf dem Schirm zu haben und zu wissen, welche Messe sich worauf spezialisiert, war nicht so leicht in den ersten Tagen.“ Als besonders positiv empfand er den familiären Umgang unter den Kollegen. „Alle haben mich sehr offen empfangen und standen für Fragen zur Verfügung. Mit einigen Kollegen habe ich innerhalb kürzester Zeit eine freundschaftliche Bindung aufgebaut, die über das Arbeitsumfeld hinausgeht.“

 

Ausbildungsstart – Umfrage

Locker bleiben!

Auszubildende im ersten Lehrjahr berichten von ihrem Start ins Arbeitsleben, von positiven Erlebnissen, von Fettnäpfchen – und geben Tipps für die ersten Tage im Beruf.

Jana Müller (22) macht eine Ausbildung zur Tourismuskauffrau mit Schwerpunkt Reiseveranstaltung bei der DER Touristik Deutschland GmbH am Standort Frankfurt am Main.

Ein Porträt-Foto von Jana Müller

Jana Müller

Foto: privat

Zu Beginn meiner Ausbildung war ich weniger nervös, als ich vorher gedacht hätte. Ich hatte nach den Auswahlgesprächen den Eindruck, dass die Firmenkultur für so ein großes Unternehmen recht entspannt ist und dass das Arbeiten hier bestimmt Spaß machen wird. So konnte ich meinen ersten Arbeitstag mit einem guten Gefühl antreten. Klar macht man sich Gedanken, wie man wohl bei den Kollegen ankommt, welche Aufgaben auf eine zukommen und ob man sich irgendwie blamieren könnte. Aber ich habe diese Gedanken einfach ignoriert und mich darauf konzentriert, einen positiven Eindruck zu hinterlassen.

In den ersten Tagen war ich noch etwas zurückhaltend und wollte erst einmal die Kollegen und ihre Arbeitsweise kennenlernen. Ich habe mich aber schnell in meiner Abteilung zurechtgefunden und wurde direkt in das tägliche Arbeitsleben eingebunden. Wenn man sich aktiv einbringt und interessiert ist, ist der Einstieg ins Arbeitsleben meiner Meinung nach problemlos und macht Spaß! Solange man über sich selbst lachen kann und es beim nächsten Mal besser macht, ist auch das eine oder andere Fettnäpfchen kein Beinbruch. Mein Tipp: Bleib du selbst, auch wenn du nervös bist! Jeder im Büro kennt das Gefühl, am ersten Tag in den neuen Job zu kommen und niemand wird von dir erwarten, dass du gleich perfekte Arbeit ablieferst und schon alles weißt. Nach ein paar Tagen wird es dir vorkommen, als hättest du nie etwas anderes gemacht.

Dario Tomoski (18) hat im August eine Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen bei der Allianz Deutschland, Bereich Lebensversicherung in Hannover begonnen.

Ein Porträt-Foto von Dario Tomoski

Dario Tomoski

Foto: Kai Hornung

Nervös war ich vor meinem ersten Arbeitstag nicht. Ich habe mich sehr auf den Tag gefreut und kannte die anderen Azubis bereits, da wir mit unseren Ausbildern im Vorfeld etwas unternommen haben. Die ersten Arbeitstage waren ein sehr angenehmer Start ins Arbeitsleben – auch, weil die Mitarbeiter viel Interesse an uns zeigten und uns kennenlernen wollten. Nach der Arbeit war ich trotzdem immer relativ platt, denn jeder Tag brachte viele neue Eindrücke mit sich.

Einen typischen Arbeitstag gibt es für uns Azubis nicht. Wir haben viele Schulungen und erarbeiten und halten Präsentationen, was mir sehr viel Spaß macht. Von meinem ersten Gehalt habe ich dann meine Eltern und meine Freunde zum Essen eingeladen.

Ganz ohne Fettnäpfen lief es aber nicht: Die ersten drei Tage hatte ich vergessen, mich einzustempeln. Das war mir etwas unangenehm, aber auch nicht weiter schlimm und konnte schnell behoben werden. Ich rate neuen Azubis: Macht euch nicht zu viele Gedanken und lasst es einfach auf euch zukommen. Es ist etwas anderes als die Schule, deshalb sollte man auf jeden Fall offen für Neues sein.

Susan Mohr (21) macht eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement mit der Zusatzqualifikation zur Fremdsprachenkorrespondentin bei der DZ Bank in Frankfurt am Main.

Ein Porträt-Foto von Susan Mohr

Susan Mohr

Foto: privat

Vor meinem ersten Arbeitstag war ich nervös, aber auch neugierig, was mich erwartet: Was werden meine Aufgaben sein? Wie sind die Kollegen? Wie wird das Arbeitsklima sein? Die ersten Tage fielen mir tatsächlich schwer. Neue Gesichter, neues Umfeld, feste Arbeitszeiten und neue Tätigkeiten – an all das musste ich mich erst gewöhnen. Heute klappt das schon besser.

Eine besonders positive Erfahrung waren die „StartUp-Days“; zwei Tage, an denen wir viel über Kommunikation und Teambuilding gelernt haben. Es gibt bei der DZ Bank außerdem Initiativen wie die „Energiescouts“ oder die „Workplace Lotsen“, in denen wir zu bestimmten Themen geschult werden und unser Wissen an andere Mitarbeiter weitergeben können. Außerdem gibt es ein Patenprogramm, sodass jeder neue Azubi eine Nachwuchskraft aus einem höheren Jahrgang zur Seite hat und alle Fragen loswerden kann, die er der Personalabteilung nicht unbedingt stellen will.

Von meinem ersten Gehalt habe ich mir neue Blusen für die Arbeit geholt, von denen ich am Anfang viel zu wenig hatte. Außerdem habe ich meine Eltern zum Essen eingeladen. Mein Rat an alle neuen Azubis: Habt keine Angst davor, Fehler zu machen. Die Aufgaben, die auf euch zukommen, werden für viele neu sein. Macht euch also keinen Druck!

 

Die ersten Tage im Beruf – Personalerstatements

Wer fragt, kommt weiter

Drei Personalverantwortliche erklären aus ihrer Sicht, was sie von Berufsanfängern erwarten und erzählen, wie man bei Kollegen und Vorgesetzten punktet.

Dirk Hoffmann leitet das Personalwesen bei dem Mineralwasserhersteller Gerolsteiner.

Mit wertschätzendem Verhalten können Berufseinsteiger immer punkten. Ein Tipp besonders für die erste Zeit ist aufmerksames Zuhören. Es gibt viel Neues zu lernen – da hilft es, erst einmal alle Informationen aufzunehmen. Auch Neugier und Offenheit für Gespräche zahlen sich aus und man knüpft schnell Kontakte. Was dagegen selten gut ankommt, sind Ratschläge von Einsteigern zu eingespielten Prozessen gleich am ersten Tag. Am besten lernt man das Unternehmen erst einmal gut kennen und bringt dann seine Ideen konstruktiv und durchdacht ein.

Ein Porträt-Foto von Dirk Hofmann

Dirk Hofmann

Foto: Nicole Deges

Die passende Kleidung hängt vom Unternehmen ab. Schließlich ist der Kleidungsstil in einer Anwaltskanzlei anders als in einem Start-up. Grundsätzlich sind Berufsanfänger gut beraten, wenn sie sich an der firmeninternen Kultur orientieren. Einen ersten Einblick in diese bietet beispielsweise die Unternehmenswebsite.

Für einen gelungenen Einstieg bieten wir unseren Azubis eine Einführungswoche an, in der sie das Unternehmen kennenlernen. Während der Ausbildung sorgt ein strukturierter Ausbildungsplan für Orientierung. Absolventen haben je nach Einstiegsposition die Möglichkeit, an einem Mentoring-Programm mit erfahrenen Mitarbeitern teilzunehmen. Gemeinsame Aktivitäten und individuelle Weiterbildungsangebote runden die Ausbildung ab.

Sarah Wand ist Personalmanagerin beim Maschinenbauunternehmen Jenaer Antriebstechnik (JAT).

Azubis sollten bei aller verständlichen Aufregung nicht allzu angespannt zum Ausbildungsstart sein. Schließlich haben wir uns sehr gut ausgesucht, wen wir uns als zukünftigen und hoffentlich langfristigen Teil unseres Teams vorstellen können und haben als Unternehmen selbst ein großes Interesse daran, dass alle neuen Kollegen hier einen guten Start haben und sich wohlfühlen.

Ein Porträt-Foto von Sarah Wand

Sarah Wand

Foto: privat

Allen ist bewusst, dass ein erstes Ankommen und Einfinden in ein neues Unternehmen Zeit braucht und mit vielen Fragen verbunden ist – das trifft ganz besonders auf Azubis zu. Trotz intensiver Einarbeitung in den ersten beiden Tagen lautet die oberste Prämisse: Wer nicht fragt, bleibt dumm! Es gibt am Anfang so viele Dinge zu lernen und zu verstehen, dass niemand alles auf Anhieb behalten und verinnerlichen kann. Daher ist es besser, einmal mehr zu fragen, als am Ende mit ungelösten Fragezeichen ins Arbeitsleben zu starten. Das gilt übrigens auch für die Vorbereitung auf den ersten Tag: Wenn zum Beispiel nicht klar ist, wo und wann es losgeht oder ob man sich Essen oder Getränke mitbringen soll, löst ein einfacher Anruf meistens viele Probleme.

Was den Umgang mit den Kollegen angeht, versuchen wir unsere Kultur immer bereits in den Vorstellungsgesprächen und vorhergehenden Praktika zu vermitteln. Bei der JAT wird sich durchgehend geduzt, vom Geschäftsführer über die Personalverantwortlichen und Führungskräfte bis hin zu den Mitarbeitern. Dieses Jahr haben wir sogar mit unserem Geschäftsführer, den neuen Azubis und dual Studierenden entspannt gefrühstückt, damit die Hemmschwelle zum Du noch mal etwas abgesenkt wird.

Michael Schallwig leitet die Berufsausbildung beim Energiekonzern Vattenfall.

Bei Vattenfall bekommen unsere neuen Auszubildenden und dual Studierenden ein intensives „Onboarding“. In den ersten Wochen geht es ums Kennenlernen, die Unternehmenskultur, Rechte und Pflichten. Außerdem bekommen alle eine Erste-Hilfe-Ausbildung, ein Brandschutztraining und eine einwöchige Office-Schulung. Um Team- und Problemlösungsfähigkeit zu trainieren, geht es dann auf eine gemeinsame einwöchige Reise mit erlebnispädagogischen Elementen.

Ein Porträt-Foto von Michael Schallwig

Michael Schallwig

Foto: privat

Wichtig für den Start sind ein freundliches und zurückhaltendes Auftreten. Man sollte Hilfsbereitschaft zeigen, sich vorstellen, wenn man in einer neuen Abteilung ist, alle grüßen und die Benimm-Regeln beachten. Wer aufmerksam und neugierig ist, zuhören kann und bei Bedarf Fragen stellt, kommt gut an. Absolute No-Gos sind hingegen, zu spät oder unausgeschlafen zur Arbeit zu kommen, zu aufdringlich zu sein oder Regeln und Termine nicht einzuhalten. Auch mit übereifrigen Aussagen sollte man vorsichtig sein – lieber einmal mehr nachfragen, als falsche Informationen weitergeben. Das private Smartphone hat auf der Arbeit nichts zu suchen.

Auch das Outfit muss stimmen und kann je nach Branche und Unternehmen sehr unterschiedlich sein. Am besten sollte man sich vorher informieren, sonst gilt die Regel, lieber etwas „overdressed“ zu erscheinen. Wichtig ist in jedem Fall, mit sauberer und ordentlicher Kleidung sowie gepflegt zur Arbeit zu erscheinen. Bei Unklarheiten kann man auch gerne in der Abteilung fragen, welcher Dresscode gewünscht ist.


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Stand: 21.11.2019