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Berufe mit Computerspielen

Karriere in der Games-Branche

World of Warcraft, League of Legends, Candy Crush: In ihrer Freizeit beschäftigen sich viele Menschen mit Computerspielen. Doch nicht allen ist bewusst, dass die Branche auch viele, sehr unterschiedliche Jobmöglichkeiten bietet.

Das Foto zeigt den "gamebot" während der Pressekonferenz der gamescom 2020

Der Gamebot war auf der Gamesbranchen-Messe gamescom 2020 ein Hingucker.

Den Tipp bekam Steven Bartels von einem Freund – dass es in Berlin eine renommierte Schule gibt, an der man sich für einen Job in der Computerspiele- beziehungsweise Games-Branche ausbilden lassen kann. Der 31-Jährige wusste sofort, dass das etwas für ihn war: Er hatte zwar schon sechs Semester Informatik in Rostock studiert und bei einer IT-Firma in Hongkong gearbeitet. „Dann habe ich aber festgestellt: Ich möchte in die Games-Branche.“

Steven Bartels

Steven Bartels studierte daher von 2013 bis 2016 Game Programming und Game Design an der Games Academy in der Hauptstadt. Seit zwei Jahren ist er Senior Developer beim Spielehersteller King in Berlin. Dort hilft er, das Spiel „Candy Crush Jelly Saga“ ständig zu verbessern und zu aktualisieren.
So wie er entscheiden sich viele für einen Beruf mit Computerspielen. „So vielfältig wie die Tätigkeitsfelder in der Branche sind, so vielfältig können die Interessen sein“, berichtet Christoph Plewe, Referent Talent & Services bei Game – Verband der deutschen Games-Branche. Wer sich besonders für technische Tätigkeiten interessiere, finde als Programmierer*in ebenso Platz wie die Menschen, die gerne Geschichten erzählen und komplexe Figuren erschaffen.

„Aber auch Interessen wie Architektur, Gestaltung, Design lassen sich in kreativen Arbeitsbereichen wie Game-, Level- oder Grafik-Design ausleben.“ Wer gerne musiziert, könne beispielsweise als Komponist*in durchstarten. Daneben gebe es noch viele weitere Tätigkeitsfelder, etwa im Marketing oder Vertrieb.

Christoph Plewe

Was aber zählt eigentlich zu den typischen Berufen? „Die Programmierung gehört zu den technischen Berufsbildern“, sagt Christoph Plewe. „In diesem Bereich ist man unter anderem dafür zuständig, das Game Design in Programm-Code zu übertragen.“ Ebenfalls zu den technischen Berufsbildern gehören die Technical Artists, die etwa visuelle Effekte programmieren.

Unter den kreativen Berufen wiederum findet man die verschiedenen Design-Disziplinen. „Game-Designer sind die kreativen Köpfe hinter den Spielen. Sie entwickeln die grundsätzliche Spielidee, an der dann das gesamte Team arbeitet.“ Level-Designer*innen hingegen sind für die Gestaltung der Spielwelten zuständig, Grafik-Designer*innen kümmern sich stärker um den Look eines Spiels. Storyteller*innen erschaffen Geschichte und Figuren, während Sound Designer*innen die Klangwelten eines Spiels kreieren.

Der Bedarf an Fachkräften im technischen Bereich ist Christoph Plewe zufolge besonders hoch. Auch Game-Designer*innen seien stark nachgefragt, ebenso wie Analyst*innen, die sich mit der Gestaltung von Vertriebs- und Monetarisierungsmodellen auseinandersetzen. „Ansonsten ist es sehr schwer, den Bedarf in der Zukunft zu benennen, da sich die Games-Branche so schnell weiterentwickelt.“

Wie in den Anfangszeiten der Spiele-Entwicklung kann man auch heutzutage noch als Quereinsteiger*in erfolgreich sein, wie Christoph Plewe berichtet. „Die Branche hat sich in den vergangenen Jahrzehnten aber sehr schnell professionalisiert, was auch an den Ausbildungsmöglichkeiten deutlich wird.“ Seit rund 20 Jahren entstehen demnach immer mehr spezialisierte Studiengänge wie Game Delevopment oder Virtual Design. „Hier lohnt es sich, ganz genau hinzuschauen, welcher Bereich für einen interessant ist und welche Schwerpunkte der jeweilige Studiengang hat.“

Christoph Plewe betont außerdem, dass praktische Erfahrung besonders wichtig ist. „Wer bereits an Projekten gearbeitet hat – und sei es im oder neben dem Studium oder in seiner Freizeit – bringt beste Voraussetzungen mit, weitere Erfahrungen bei Spiele-Entwicklern sammeln zu können.“

Wichtig ist zu wissen, dass es nicht nur Spiele zur Unterhaltung gibt. „Planspiele simulieren Prozesse und eignen sich besonders dazu, ein Verständnis für komplexe Zusammenhänge zu entwickeln“, erklärt Verena Schneider, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Bundesinstitut für Berufsbildung. „In dieser ‚Lernwelt‘ bewegen sich die Teilnehmenden in einer vorgegebenen Rolle. Durch ihre Entscheidungen verändern sie den Spielverlauf.“

Serious Games – ernsthafte Spiele – hingegen verbinden Lernen mit Unterhaltung. In der Berufsorientierung können Serious Games wie „Serena Supergreen“ oder „Gravitygo.de“ spielerisch berufliche Lebenswelten näherbringen und dadurch ganz neue Zugänge und berufliche Perspektiven eröffnen, wie Verena Schneider berichtet. „Planspiele und Serious Games als didaktische Werkzeuge bieten eine große Bandbreite an Möglichkeiten, Lernprozesse zu gestalten.“

Allerdings hänge ein sinnvoller Einsatz vom Design, den Rahmenbedingungen, der Zielsetzung, der Zielgruppe und einem „gesunden Maß“ ab. „Wichtig ist immer eine kritische Auseinandersetzung: Serious Games werden beispielsweise auch eingesetzt, um Werbebotschaften zu vermitteln.“

So unterschiedlich die Jobs sind, so vielfältig können die Voraussetzungen und Anforderungen sein. „Grundsätzlich sollte man immer gut in Teams arbeiten können, auch in internationalen und heterogenen, da man sich mit verschiedenen Professionen absprechen muss“, sagt Inés Lampe, Berufsberaterin für akademische Berufe bei der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar. Mitbringen sollte man außerdem Kreativität, Durchhaltevermögen, Spaß an der Entwicklung und Blick für Details.
„Wer von Anfang an das Ziel hat, in der Branche zu arbeiten, spielt auch gerne“, ist Inés Lampes Erfahrung. Das bedeute aber nicht, dass es nur so ginge. „Manche starten mit ganz anderen Ideen und landen dann in der Spielebranche.“

berufsfeld-Info

Das Informationsportal der Bundesagentur für Arbeit zeigt Berufswelten im Überblick

berufsfeld-info.de

studienwahl.de

Informationsportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Im „finder“ kannst du nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen

studienwahl.de

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.500 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild

berufenet.arbeitsagentur.de

Verband der deutschen Games-Branche

Mitglieder sind Entwickler, Publisher und viele weitere Akteure der Games-Branche wie E-Sport-Veranstalter, Bildungseinrichtungen und Dienstleister

game.de

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abi» 11.01.2021

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