beruf & karriere

Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen

Vielseitigere Aufgaben durch mehr Wissen

Man lernt ein Leben lang, heißt es – eine Weisheit, die Rene Gregorczyk (38) zu seinem Motto erkoren hat. Eine Weiterbildung zum Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen hat ihm einen neuen Job beschert. Mittlerweile studiert er berufsbegleitend und strebt langfristig eine Führungsposition an.

Ein Mann und eine Frau am Schreibtisch in einer Beratungssituation

Mit einer Weiterbildung zum Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen stehen einem viele Möglichkeiten offen, etwa in der Beratung einer Krankenkasse.

Sympathien und Antipathien blendet Rene Gregorczyk komplett aus, während er im Kundenzentrum der Bergischen Krankenkasse in Solingen arbeitet. „Man muss sich persönlich zurückzunehmen und auch unbequeme Botschaften ruhig, sachlich und verbindlich rüberbringen“, erklärt der 38-Jährige. An diesem Tag etwa wollte eine Kundin wissen, wie es mit Zuschüssen zu Gesundheits-Präventionskursen aussieht. Ein anderer Kunde hatte den Kostenvoranschlag für seinen Zahnersatz dabei und wollte diesen erklärt bekommen. Hinzu kamen Anrufe mit Nachfragen von Kollegen sowie E-Mails. In jeder Situation waren Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl gefragt.

Dass Rene Gregorczyk diese Stelle bekommen hat, lag nicht nur an seiner Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten, sondern ebenso an einer vor drei Jahren absolvierten IHK-Weiterbildung zum Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen: „Damit habe ich gezeigt, dass ich mich gerne fortbilde und dazulernen möchte“, sagt er. „Dadurch konnte ich mein bisheriges Sozialversicherungswissen in Richtung allgemeine Verwaltung, Organisation und Planung sowie Beratung ergänzen.“

Viele Jahre Erfahrung im Außendienst

Ein Foto von Rene Gregorczyk

Rene Gregorczyk

Rund 70 Prozent seines Tages verbringt er mit Kundenberatung und Sachbearbeitung. Zu letzterem gehören auch herausfordernde Tätigkeiten. Dazu zählt etwa die Mitarbeit in diversen Projektgruppen zu Themen wie Neukundengewinnung. Den übrigen Teil seiner Arbeitszeit ist Rene Gregorcyzk zu Besuch in Partnerunternehmen und hält dort Vorträge: beispielsweise über Pflegeleistungen, Sozialversicherungsfragen, Patientenverfügungen oder Mitarbeitergesundheit.

Bei seinem vorherigen Arbeitgeber, der BAHN-BKK, hatte er bereits etliche Jahre Erfahrung im Außendienst gesammelt. „Im Vertrieb haben wir  über Kooperationspartner aus dem privaten Krankenversicherungsbereich Neukunden-Akquise gemacht. Die Arbeit hat mir viel Freude bereitet.“

Stetiges Lernen ist nötig

Allen, die eine Weiterbildung absolvieren wollen, rät Rene Gregorcyzk: „Man muss stetig lernen.“ Zwei Wochen vor der Prüfung damit anzufangen, das reiche nicht. „Und bei allem, was man in der Fachwirt-Ausbildung lernt, sollte man immer schauen, wie man es auf den praktischen Bereich anwenden kann, den man ja schon aus dem Berufsalltag kennt. Dann fällt auch das Lernen viel leichter.“

Inzwischen gibt er sein Wissen weiter. Schon während seiner Weiterbildung hat er Anfragen für eine Dozententätigkeit für Kaufleute und Fachwirte im Gesundheits- und Sozialwesen bekommen. Mittlerweile ist er als solcher freiberuflich für verschiedene Bildungsinstitutionen tätig und sogar Mitglied im Prüfungsausschuss der IHK Düsseldorf. „Da bei mir im Vorbereitungslehrgang nicht alles optimal war, wollte ich das gerne selbst besser machen“, erklärt Rene Gregorcyzk. „Zum Beispiel arbeite ich gerne mit den angehenden Fachwirten alte Prüfungsaufgaben durch. Das hilft viel, finde ich.“

Recht ist eines seiner Lieblingsfächer

Er selbst hat bereits die nächste Weiterbildung begonnen: Er studiert berufsbegleitend Gesundheits- und Sozialmanagement. Im Sommer 2021 möchte er seinen Bachelorabschluss in der Tasche haben. In seiner Bachelorarbeit wird es um „Mitarbeitergesundheit im Betrieb“ gehen – ein Thema, zu dem er bereits viel Praxiswissen mitbringt. Durch seine Fachwirt-Weiterbildung studiert er nur drei statt fünf Semester. Und für die Zeit nach dem Studienabschluss hat er bereits angeboten bekommen, im Fach Recht als freiberuflicher Dozent zu arbeiten. „Das ist eines meiner Lieblingsfächer und da muss ich wohl positiv aufgefallen sein“, sagt er und lacht.

Wie es beruflich für ihn weitergehen soll, weiß Rene Gregorcyzk schon: „Mein Ziel ist es, eine Führungsposition zu erreichen. Bisher habe ich mich in meinen neuen Job gut eingearbeitet und blicke daher optimistisch in die Zukunft.“

abi» 08.05.2020

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