beruf & karriere

Fachwirt/in im Gesundheits- und Sozialwesen – Hintergrund

Verbindung von Pflege und Betriebswirtschaft

Fach- und Führungskräfte im Gesundheits- und Sozialwesen sind gefragt – ein Bedarf, den unter anderem die Industrie- und Handelskammern mit der Fachwirt-Weiterbildung im Gesundheits- und Sozialwesen bedient.

Foto von einem Pfleger mit einer Pflegebedürftigen

Als Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen kann man beispielsweise organisatorische Aufgaben in Pflegeeinrichtungen übernehmen.

Kompetente Fach- und Führungskräfte im Gesundheits- und Sozialwesen sind gefragter denn je. Die-IHK Weiterbildung zum/zur Fachwirt/in im Gesundheits- und Sozialwesen bietet eine Kombination aus Erfahrungen mit und in der Pflege, Gesundheitsdienstleistungen und betriebswirtschaftlichem Know-how. Typische Arbeitgeber für Absolventen sind Kliniken, Gesundheitszentren, Reha-Einrichtungen, Wohn- und Pflegeheime, ambulante Pflegedienste sowie Verbände, Krankenkassen und andere Dienstleistungsunternehmen. Auch ein Einstieg in verwandte Bereiche wie

Fitness, Ernährung und Wellness ist möglich.

Ein Foto von Jürgen Tilk

Jürgen Tilk

„Inhaltlich geht es bei der Weiterbildung darum, die Teilnehmer auf organisatorisch-planende, kaufmännisch-verwaltende, aber auch beratende Tätigkeiten vorzubereiten“, sagt Jürgen Tilk, Leiter Weiterbildung bei der IHK Saarland. „Kombiniert wird dies mit dem Fokus auf branchenrelevante Spezialthemen, zum Beispiel Praxismanagement im Mehrversorgerzentrum oder ärztliche Abrechnungsdienstleistungen. Und die Weiterbildung ist auch eine gute Vorbereitung auf Funktionen mit Leitungs-und Personalverantwortung.“

Neben allgemein betriebswirtschaftlichen Inhalten werden in der Weiterbildung Themen wie Gesundheitsökonomie, fachbezogene Rechtswissenschaft sowie Marketing und Management im Sozial- und Gesundheitswesen behandelt.

Verschiedene Voraussetzungen

Voraussetzung  ist eine Ausbildung in einem anerkannten kaufmännischen, verwaltenden, medizinischen oder handwerklichen Ausbildungsberuf des Gesundheits- oder Sozialwesens sowie eine mindestens einjährige Berufspraxis. Auch ein Hochschulstudium oder ein Ausbildungsabschluss in einem sonstigen kaufmännischen, verwaltenden oder hauswirtschaftlichen Beruf genügt für die Prüfungszulassung, allerdings werden dann zwei Jahre Berufspraxis in Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens gefordert. Wer keinen Abschluss vorweisen kann, muss fünf Jahre Berufspraxis mitbringen.

Die angehenden Fachwirte bereiten sich überwiegend in berufsbegleitenden Fortbildungslehrgängen auf die schriftlichen und praktischen Prüfungen vor. Der Lehrgang umfasst in der Regel 620 Unterrichtstunden, verteilt auf bis zu zwei Jahre. Lehrgänge werden deutschlandweit sowohl in Präsenz- als auch in virtuellen Unterrichtsformen durch spezialisierte Bildungsanbieter oder IHK-Bildungszentren angeboten. Jürgen Tilk: „Die Lehrgangsanbieter können meist bei der örtlichen IHK angefragt werden. Dabei ist anzuraten, vor Lehrgangsbeginn die Prüfungszulassung von der örtlichen IHK überprüfen zu lassen.“

Lernwille führt zum Erfolg

3.000 bis 5.000 Euro kann die Weiterbildung kosten, zuzüglich der IHK-Prüfungsgebühren von zirka 600 Euro. „Mit den Kosten verhält es sich grundsätzlich aber ähnlich wie mit den Beiträgen im Fitness-Studio“, sagt Jürgen Tilk: „Allein das Bezahlen bringt noch keinen Erfolg.“ Motivation, Lernbereitschaft und Einsatzwillen sind ihm zufolge die Grundvoraussetzungen.

„Grundsätzlich lässt sich sagen: Abiturienten, die sich bewusst für eine Ausbildung im sozialen Bereich oder in der Gesundheitswirtschaft entscheiden, finden mit dieser Fortbildung im Anschluss an ihre Ausbildung eine gute und auf dem Arbeitsmarkt gefragte Alternative zum Hochschulstudium“, verspricht Jürgen Tilk. Der Abschluss gilt als gleichwertig gegenüber einem Hochschulbachelor. Und im Anschluss ist etwa noch eine Fortbildung zum Geprüften Betriebswirt (IHK) möglich. Ebenso wie natürlich der Übergang in geeignete Hochschulstudiengänge. Die Weiterbildungen werden gegebenenfalls auf die Studienleistungen angerechnet, was allerdings im Ermessen der einzelnen Hochschulen liegt.

abi» 08.05.2020

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