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Virtuelle Weiterbildungsformate

Lebenslanges Lernen – online

Virtuelles Lernen ist heute nicht nur in Schulen und Universitäten Standard. Auch Weiterbildungen für Berufstätige finden häufig elektronisch statt.

Ein Foto von einer Frau, die am Computerbildschirm sitzt

International und in Deutschland gibt es Vorreiter, die sich schon seit über zwanzig Jahren auf virtuelle Schulungen spezialisiert haben.

Während der Pandemie ist eine Angestellte im Home-Office. Heute steht für sie eine Weiterbildung im Projektmanagement auf dem Programm. Sie meldet sich im Teamchat von den Arbeitskolleg*innen ab und wählt sich im virtuellen Klassenzimmer ein. Nach der Präsentation des Trainers und der Diskussion mit den anderen Teilnehmer*innen geht es für die Gruppenarbeit in separate Räume. Mit drei anderen Teilnehmer*innen arbeitet sie am Whiteboard an einer Projektskizze, die anschließend im großen Kreis vorgestellt wird.

Der Schulungsanbieter organisiert das Training als Blended Learning (siehe Überblick, wird verlinkt). Wenn sich die Angestellte ausloggt, warten im Lernmanagementsystem Aufgaben auf sie. Den Test zu den Theorieinhalten bearbeitet sie gleich. Sie bekommt direktes Feedback und Hinweise, wie sie ihre Wissenslücken schließen kann.  Mit einem Lernvideo informiert sie sich, wie die Projektmanagementsoftware richtig genutzt wird. Für die Gruppenaufgabe, die bis zum nächsten Schulungstag abgeschlossen sein muss, verabredet sie sich mit den anderen Teammitgliedern. Ihre Vorarbeit hat sie schon erledigt und lädt sie ins System hoch. Im Gruppenforum hat sie Fragen eingestellt. Wenn die anderen auch nicht weiterwissen, hilft der Trainer im Chat.

E-Learning ist Trend

Lutz Goertz

So funktioniert berufliche Weiterbildung in Zeiten von Corona. E-Learning gab es aber schon vorher, sagt Dr. Lutz Goertz, Leiter Bildungsforschung beim mmb Institut. „Angefangen hat alles vor über 20 Jahren mit Web-based Trainings, eigentlich nichts anderes als interaktive Sachbücher.“ Seitdem haben sich Technik und Schulungsmethoden rasant weiterentwickelt. International und in Deutschland gibt es Vorreiter, die sich schon seit über zwanzig Jahren auf virtuelle Schulungen spezialisiert haben. Auch viele traditionelle Weiterbildungsakademien haben schon vor Corona digitale Angebote entwickelt. Anbieter, die stark auf Präsenzangebote gesetzt hatten, mussten kämpfen. 2020 konnten laut Bundesinstitut für Berufsbildung 77 Prozent der geplanten Veranstaltungen nicht stattfinden. Etablierte Anbieter im E-Learning und Start Ups dagegen haben (der Trendstudie mmb Learning Delphi 2020/2021 zufolge) zugelegt.

Wer heute eine Weiterbildung bucht, muss nicht nur die Inhalte prüfen, sondern auch überlegen, welche technischen Plattformen passen. Die Vielfalt ist groß. Ein klassisches Online-Seminar kann als Videokonferenz oder in virtuellen Klassenzimmern stattfinden. „Die beiden Formate haben sich in den vergangenen Jahren stark angeglichen“, erklärt Lutz Goertz. „Ihr Vorteil ist, dass sie auf Distanz soziale Kontakte ermöglichen. Trainer und Teilnehmer arbeiten synchron im Raum, so wie man es aus Präsenzschulungen kennt.“ Wenn Lernmanagementsysteme eingebunden sind, können die Teilnehmer*innen individuell oder in Gruppen Inhalte vertiefen.

Andere Anbieter setzen auf hochwertige Lernvideos. Hier arbeitet man nicht in der Gruppe mit einem Trainer oder einer Trainerin, sondern für sich, und das System lernt mit. Künstliche Intelligenz identifiziert passende Inhalte und schlägt sie vor – wie bei einer Playlist für Musik oder Filme. Wer lieber mit anderen lernt, dem helfen Social-Event-Plattformen, die den informellen Plausch beim Begrüßungskaffee simulieren.

Spielend lernen auch nach Corona

Corona hat einen Markt für innovative Formate geschaffen. „Geübte Online-Gamer werden mit Virtual-Reality Schulungen viel Spaß und Erfolg haben“, meint Lutz Goertz. Nach seiner Erfahrung funktioniert das Lernen mit Virtual-Reality-Brille aber auch für alle anderen gut. Man muss kein IT-Spezialist sein, um sich als Avatar im virtuellen Schulungsraum zu bewegen oder technische Gerätetrainings zu absolvieren.

E-Learning ist mehr als eine Pandemie-Notlösung. Lutz Goertz rechnet damit, dass virtuelle Angebote sich auf dem Markt behaupten werden. „Die Hälfte der Teilnehmer an unserer Trendstudie geht aber davon aus, dass Präsenzschulungen vor allem als besonders wertiges persönliches Angebot weiterhin eine Rolle spielen werden“, sagt er.

Weitere Informationen

berufsfeld-info.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung.

berufsfeld-info.de

Karriere und Weiterbildung

Informationsangebot der Bundesagentur für Arbeit zum Thema Karriere und Weiterbildung

arbeitsagentur.de/karriere-und-weiterbildung

IHK-Weiterbildung

Hier kann man nach Weiterbildungsangeboten der Industrie- und Handelskammern suchen – per Eingabe der Postleitzahl

ihk.de/weiterbildung

Stand: 30.04.2021

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