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100 erste Tage an der Uni

Im zwanzigsten Lebensjahr

Geburtstage sollen ja immer etwas Besonderes sein, so zumindest die Theorie und Hoffnung der meisten. Aber in diesem Jahr war mein Geburtstag Anfang Dezember eine kleine „Black-Box“, denn zum ersten Mal war ich an meinem Geburtstag nicht in meiner Heimat, sondern in meiner aktuellen Wahlheimat Konstanz. Ich hatte etwas Angst meinen Geburtstag alleine zu verbringen. Doch meine Freunde, sowohl die „alten“ als auch die „neuen“, ließen meinen 20. Geburtstag zu etwas ganz Besonderem werden. Eine gute Freundin, mit der ich gemeinsam studiere, überraschte mich gleich am Morgen in der ersten Vorlesung mit einem selbst gebackenen Nuss-Regenbogenkuchen. Auch fremde Menschen, die an den Arbeitsplätzen neben uns gearbeitet haben, gratulierten mir. Am Nachmittag kam extra eine Freundin aus meinem Heimatort nach Konstanz und wir bequatschten bei einem Kaffee alles, was wir so in der Zwischenzeit erlebt hatten. Gegen Abend ging es mit meinen Freunden aus dem Studium in einen Irish-Pub und ließen dort diesen tollen Tag ausklingen. Währenddessen vibrierte mein Handy immer mal wieder. Als ich sah, wer alles an mich dachte, zauberte mir das ein Lächeln ins Gesicht. Am Wochenende bin ich dann zurück nach Hause gefahren, um dort eine kleine Feier mit meinen Freunden aus der Schulzeit zu veranstalten. Bei Pizza, Bier und Prosecco erzählten wir uns, was wir vom anderen verpasst haben und lachten über unsere Geschichten. Meine Angst alleine an meinem Geburtstag zu sein, war also vollkommen unberechtigt und ich habe mal wieder bemerkt, dass ich richtig tolle Freunde habe.

Autor: Noah   |  Rubrik: studium  |  Jan 9, 2020
Autor: Noah
Rubrik: studium
Jan 9, 2020

Erste 100 Tage an der Uni

Augenzeugenberichte

Ein interessantes Thema der Wahrnehmungspsychologie sind Augenzeugenberichte. Können wir uns darauf eigentlich wirklich immer verlassen? Wie nehmen wir Unfälle oder Verbrechen wahr? Können wir den genauen Ablauf wiedergeben? Aus psychologischer Sicht lautet die Antwort leider nein.
Denn besonders in stressreichen oder gefährlichen Situationen greifen wir oft auf bereits im Gehirn vorhandene Schemata zurück, die das Gesehene verzerren. Auch nachträgliche Informationen zum Beispiel von anderen Zeugen können den eigenen Eindruck stark verfälschen. Sogar eine suggestive Fragestellung führt häufig zu extremen Veränderungen der Wahrnehmung: So zeigte man im Rahmen eines Experiments zwei Personengruppen dasselbe Video von einem Autounfall. Anschließend wurde der ersten Gruppe die Frage gestellt „Wie schnell waren die Autos, als sie aneinanderstießen?" Die zweite Gruppe wurde gefragt, wie schnell die Autos waren, als sie ineinander krachten. Letztere Gruppe schätzte die Geschwindigkeit der Autos lediglich aufgrund der Wortwahl als viel höher ein. Durch dieses gezielte Beeinflussen der Erinnerung können Personen, insbesondere Kinder, unter Umständen gänzlich falsche Informationen verinnerlichen.
Trotzdem bedeutet all das natürlich nicht, dass man Augenzeugen nicht trauen sollte. Diese stellen schließlich in vielen Fällen eine wichtige Beweisgrundlage für die Aufklärung von Unfällen oder Verbrechen dar. Es gilt nur, die mögliche Verzerrung und äußere Einflüsse auf den Augenzeugenbericht zu berücksichtigen.
Daher wurde in den 1980er Jahren eine gezielte Fragetechnik, das sogenannte kognitive Interview entwickelt, um den möglichst genauen und unverfälschten Ablauf eines Ereignisses von Augenzeugen zu erfahren. Ich fand die Vorlesung zum Thema Augenzeugenberichte unheimlich spannend, denn sie hat mir wieder einmal gezeigt, wie vielfältig doch die Einsatzgebiete der Psychologie sind – und dass deren Relevanz im Alltag nicht zu vernachlässigen ist.  

Autor: Anna  |  Rubrik: studium  |  Jan 7, 2020
Autor: Anna
Rubrik: studium
Jan 7, 2020

100 erste Tage an der Uni

Ein Professor am DJ-Pult

Im ersten Semester sind einem die Professoren noch etwas fremd. Man kann die Person, die einem jede Woche versucht etwas Neues beizubringen noch nicht richtig einschätzen oder gar eine Bindung aufbauen. Aber es gibt immer wieder Momente, bei denen man die Professoren näher kennenlernt. So hat „Studieren ohne Grenzen“ ein Event in einem großen Club in Konstanz organisiert – das Thema war: Dein Prof legt auf. Sofort wusste ich, dass ich dort hin musste, denn mein Professor, der bei mir die Vorlesung Personal und Organisation hält, stand dort hinter dem DJ-Pult. Meine Freunde und ich wollten wissen, welche Musik er auflegt. Deshalb kauften wir uns Karten, von denen sogar Teile der Einnahmen gespendet wurden. Als wir am Club ankamen, wussten wir direkt, dass wir „Powalter –, so nennen wir uns selbst in unserem Studiengang – klar in der Überzahl waren. Das merkte man auch akustisch, denn von Beginn an gab es Fanrufe für unseren Professor. Insgesamt traten fünf Professoren an, und jeder von ihnen hatte seinen ganz eigenen Stil. Ein knapp 60 Jahre alter Psychologie-Professor spielte Lady Gaga und Rammstein. Eine Professorin der Wirtschaftswissenschaften ging in die elektronische Richtung und unserer spielte vor allem Hip-Hop. Am Ende zählte der lauteste Applaus und die gesamte Fachschaft und Politik- und Verwaltungswissenschaften schrie sich die Kehle aus dem Leib und somit gewann unser Professor mit 2,6 Dezibel Vorsprung und sicherte damit unserer Fachschaft vier Kästen Bier. Ich bin normalerweise kein Fan von dunkeln, lauten Clubs, aber dieses Event hat mir sehr Spaß gemacht. 

Autor: Noah   |  Rubrik: studium  |  Dec 19, 2019
Autor: Noah
Rubrik: studium
Dec 19, 2019