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100 erste Tage an der Uni

Mehr als nur Auswendiglernen

Meinem ersten Eindruck nach gibt es im Psychologiestudium einige Prüfungen, die man auch ohne wirkliches Verständnis der Inhalte sehr gut bestehen kann. Das entspricht dem Klischee, man müsse nur "gut auswendig lernen können" um in diesem Studienfach Erfolg zu haben.
Und ja, ich werde für meine Prüfungen definitiv sehr viel auswendig lernen, denn sie bestehen häufig aus reiner Reproduktion. Anwendungsfragen sind eher eine Seltenheit. Dies betrifft besonders die Klausuren im ersten Semester, da hier die Grundlagen geprüft werden. So werden wir in einer Klausur beispielsweise Fachbegriffe in einen Lückentext einsetzen müssen. Das hat den Vorteil, dass man mit sorgfältiger Nachbereitung und diszipliniertem Lernen der großen Stoffmenge sehr sicher eine gute Note erzielen kann. Im Gegensatz zu den Schulaufgaben in der zwölften Klasse, in der hauptsächlich die Anwendung des erlernten Wissens gefragt war, hat mich dieses Fragenformat doch überrascht.
Ich persönlich finde es wichtig, sich zu den behandelten Inhalten seine eigenen Gedanken zu machen und abstrakte Fachbegriffe und Zusammenhänge wirklich zu verstehen. Deshalb schreibe ich mir während der Vorlesung viele Beispiele und Zusatzinformationen aus dem Vortrag mit. Denn auch wenn diese teils nicht prüfungsrelevant sind, helfen sie mir dabei, das Gesagte nachzuvollziehen und motivieren mich später beim Lernen.
Ganz abgesehen davon gibt es auch Prüfungen, bei denen Verständnis unabdingbar ist. Ein oft unterschätztes Modul im Psychologiestudium ist zum Beispiel Statistik, denn mit Vorlesung, Seminar, Tutorium, Nachbereitung und der Bearbeitung von Übungsblättern nimmt dieses in meinem Fall wöchentlich immerhin acht bis zehn Arbeitsstunden in Anspruch. Hier geht es immer darum, die Aufgaben wirklich zu verstehen.
Genau deshalb sollte ich mich jetzt wohl wieder Formelsammlung und Taschenrechner widmen, denn reines Auswendiglernen wird mich weder in Statistik, noch in einem anderen Modul wirklich weiterbringen.

Autor: Anna  |  Rubrik: studium  |  Feb 7, 2020
Autor: Anna
Rubrik: studium
Feb 7, 2020

100 erste Tage an der Uni

Im zwanzigsten Lebensjahr

Geburtstage sollen ja immer etwas Besonderes sein, so zumindest die Theorie und Hoffnung der meisten. Aber in diesem Jahr war mein Geburtstag Anfang Dezember eine kleine „Black-Box“, denn zum ersten Mal war ich an meinem Geburtstag nicht in meiner Heimat, sondern in meiner aktuellen Wahlheimat Konstanz. Ich hatte etwas Angst meinen Geburtstag alleine zu verbringen. Doch meine Freunde, sowohl die „alten“ als auch die „neuen“, ließen meinen 20. Geburtstag zu etwas ganz Besonderem werden. Eine gute Freundin, mit der ich gemeinsam studiere, überraschte mich gleich am Morgen in der ersten Vorlesung mit einem selbst gebackenen Nuss-Regenbogenkuchen. Auch fremde Menschen, die an den Arbeitsplätzen neben uns gearbeitet haben, gratulierten mir. Am Nachmittag kam extra eine Freundin aus meinem Heimatort nach Konstanz und wir bequatschten bei einem Kaffee alles, was wir so in der Zwischenzeit erlebt hatten. Gegen Abend ging es mit meinen Freunden aus dem Studium in einen Irish-Pub und ließen dort diesen tollen Tag ausklingen. Währenddessen vibrierte mein Handy immer mal wieder. Als ich sah, wer alles an mich dachte, zauberte mir das ein Lächeln ins Gesicht. Am Wochenende bin ich dann zurück nach Hause gefahren, um dort eine kleine Feier mit meinen Freunden aus der Schulzeit zu veranstalten. Bei Pizza, Bier und Prosecco erzählten wir uns, was wir vom anderen verpasst haben und lachten über unsere Geschichten. Meine Angst alleine an meinem Geburtstag zu sein, war also vollkommen unberechtigt und ich habe mal wieder bemerkt, dass ich richtig tolle Freunde habe.

Autor: Noah   |  Rubrik: studium  |  Jan 9, 2020
Autor: Noah
Rubrik: studium
Jan 9, 2020

Erste 100 Tage an der Uni

Augenzeugenberichte

Ein interessantes Thema der Wahrnehmungspsychologie sind Augenzeugenberichte. Können wir uns darauf eigentlich wirklich immer verlassen? Wie nehmen wir Unfälle oder Verbrechen wahr? Können wir den genauen Ablauf wiedergeben? Aus psychologischer Sicht lautet die Antwort leider nein.
Denn besonders in stressreichen oder gefährlichen Situationen greifen wir oft auf bereits im Gehirn vorhandene Schemata zurück, die das Gesehene verzerren. Auch nachträgliche Informationen zum Beispiel von anderen Zeugen können den eigenen Eindruck stark verfälschen. Sogar eine suggestive Fragestellung führt häufig zu extremen Veränderungen der Wahrnehmung: So zeigte man im Rahmen eines Experiments zwei Personengruppen dasselbe Video von einem Autounfall. Anschließend wurde der ersten Gruppe die Frage gestellt „Wie schnell waren die Autos, als sie aneinanderstießen?" Die zweite Gruppe wurde gefragt, wie schnell die Autos waren, als sie ineinander krachten. Letztere Gruppe schätzte die Geschwindigkeit der Autos lediglich aufgrund der Wortwahl als viel höher ein. Durch dieses gezielte Beeinflussen der Erinnerung können Personen, insbesondere Kinder, unter Umständen gänzlich falsche Informationen verinnerlichen.
Trotzdem bedeutet all das natürlich nicht, dass man Augenzeugen nicht trauen sollte. Diese stellen schließlich in vielen Fällen eine wichtige Beweisgrundlage für die Aufklärung von Unfällen oder Verbrechen dar. Es gilt nur, die mögliche Verzerrung und äußere Einflüsse auf den Augenzeugenbericht zu berücksichtigen.
Daher wurde in den 1980er Jahren eine gezielte Fragetechnik, das sogenannte kognitive Interview entwickelt, um den möglichst genauen und unverfälschten Ablauf eines Ereignisses von Augenzeugen zu erfahren. Ich fand die Vorlesung zum Thema Augenzeugenberichte unheimlich spannend, denn sie hat mir wieder einmal gezeigt, wie vielfältig doch die Einsatzgebiete der Psychologie sind – und dass deren Relevanz im Alltag nicht zu vernachlässigen ist.  

Autor: Anna  |  Rubrik: studium  |  Jan 7, 2020
Autor: Anna
Rubrik: studium
Jan 7, 2020