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Studium

Endlich frei sein

Alles endete beziehungsweise begann vor einem Jahr. Schnell fanden noch die letzten Lernvorbereitungen fürs Colloquium statt, doch eigentlich war man gedanklich schon gar nicht mehr bei der Sache. Schließlich wartete etwas ganz großes und besonderes auf einen. Nie mehr für die Schule lernen müssen, die Abifeier planen und, ja, noch besser, sich schon in die Abifahrt hineinträumen, vielleicht bald weg von zu Hause sein und auf sich allein gestellt, kurzum: Endlich FREI SEIN!

Nun, ein Jahr später sitze ich, 200 Kilometer von meiner Heimatstadt entfernt, im kleinen Städtchen Passau an meinem Schreibtisch und kann von der viel versprochenen Freiheit momentan nicht so viel spüren: Nächste Woche beginnen meine Zwischenprüfungen, denn ich studiere Jura im zweiten Semester an der Universität Passau.

Ach, wie war das schön, vor einem Jahr, als ich das Gefühl hatte, es nun geschafft zu haben. Die endlos lange Schulzeit hinter mir, fühlte ich mich, als würden mir die Tore der Welt offen stehen, als würde alles möglich sein. Partys ohne Ende, Vorfreude auf die WM, all das waren die Dinge, die mich beschäftigten. Wie stolz waren wir alle bei der Abiturfeier, als wir hochfeierlich unser Abizeugnis in den Händen hielten, um danach uns und natürlich den Sieg der Deutschen gegen Argentinien feiern zu können.

Doch von einem wurden die Vorbereitungen für Abiturfeier und -zeitung ständig begleitet. Nämlich von der Frage, die man ständig gestellt bekam: „Und, wie geht`s bei dir jetzt weiter?" Es blieb einem also gar nichts anderes übrig, als sich über seine Zukunft Gedanken zu machen. Und das möglichst schnell, denn die Anmeldefrist an den Unis lief ja nur bis Ende Juni. Und da war ich mir sicher: Ich werde auf jeden Fall studieren.

Natürlich begannen die Gedanken um die eigene Zukunft schon in der Kollegstufe. Doch die vagen Vorstellungen, wie etwa: Ich will irgendwas mit Sprachen, Medien etc. machen, befriedigten weder die ständig nachfragenden Verwandten noch einen selbst. Irgendwann fragte ich mich, wie konkret ich mir mein Leben nach der Schule vorstelle, was mich interessieren könnte und auch, wie ich mir mein Berufsleben ausmale.

Erst waren es die Medienwissenschaften, die ich ins Auge fasste, um genauer zu sein Medien- und Kommunikationswissenschaften, was ich damit begründete, dass ich schließlich eine ambitionierte Deutsch-Lklerin sei. Als ich jedoch von dem meist viel zu hohen N. C. hörte, löste sich der Wunsch recht schnell in Rauch auf.

Zu diesem Zeitpunkt kam Passau ins Spiel. Ich hörte von einem interessanten und neueren Studiengang, den es so wohl nur in Passau gibt: Kulturwirtschaft. Hier vereinten sich alle meine Interessen: Kulturwissenschaften, verschiedene Kulturbereiche, Sprachen, garantierte Auslandsaufenthalte, BWL und VWL, alles in einem Studiengang. Doch auch hier wurden meine Pläne leider vom hohen N.C. durchkreuzt.

Autor: Elena  |  Rubrik: studium  |  Sep 19, 2007
Autor: Elena
Rubrik: studium
Sep 19, 2007

Studium

Ein neuer Lebensabschnitt!

Heute ist es endgültig. Die neue Mieterin hat den Vertrag unterschrieben. Ich blicke nach vorn auf ein neues Zuhause in Karlsruhe. WG-Zimmer. 2 Jungs und 2 Mädels. Zurück blicke ich auf die oft anstrengende, aber im Rückblick eher nur positiv gesehene Oberstufenzeit. Danach 10 Monate Ausbildung, die ich aber wegen Unterforderung und permanenter Langweile wieder aufgegeben habe. Angefangen hatte ich sie ursprünglich um erste praktische Erfahrungen zu sammeln, den Arbeitsalltag in einem nine to five-Job kennenzulernen und Selbstvertrauen sowie Selbstsicherheit im Umgang mit Fremden zu gewinnen. Leider wurde ich in meinen Erwartungen enttäuscht.

Als ich die Lehre abbrach, dachte ich, ich wäre nun mein Leben lang gestempelt: „Ausbildung abgebrochen = inkonsequent = ohne Durchhaltevermögen = Looser". Mittlerweile sehe ich das anders. Ich habe mich in den Monaten, in denen ich total unglücklich und unzufrieden war, mehr denn je mit mir selbst beschäftigt. Ohne diese Zeit des Verzweifelns, Nachdenkens und Ausheulens bei meinem Freund wäre ich nie auf die vielen Studienmöglichkeiten gekommen, die ich jetzt habe.

Bei 20 Bewerbungen habe ich einige Zusagen erhalten. Nochmal hatte ich die Qual der Wahl. Ich hatte riesige Angst, mich wieder für das Falsche zu entscheiden. Aber seit ich den ausgefüllten Immatrikulationsantrag für den Studiengang "Technische Readktion" abgeschickt habe, bin ich zufriedener denn je.

Angst, in eine fremde und vor allem doppelt so große Stadt wie meine jetzige zu gehen, habe ich natürlich trotzdem noch. Aber die wurde auch schon gemindert, seit ich weiß, dass ich meine Wunsch-WG bekommen habe. Sorgen habe ich eher, was meine Freunde betrifft. Der Umzug bedeutet auch gleichzeitig, dass ich mich bald in einer Fernbeziehung befinden werde. Werde ich genügend Vertrauen haben? Wie oft werden wir uns sehen können? Besteht die Gefahr des Auseinanderlebens? Und meine Freundinnen, wie wird es wohl sein, sich nicht mehr spontan treffen zu können, Emotionen nur über Telefon und Internet zu vermitteln? „Gute Freundschaften halten alles aus." Hoffentlich stimmt das.

Autor: Ute  |  Rubrik: studium  |  Sep 7, 2007
Autor: Ute
Rubrik: studium
Sep 7, 2007

Studium

Juristen - sich bestätigende Vorurteile?

Ich erinnere mich noch sehr genau an meinen ersten Spaziergang über dem Campus der Uni Passau. Voller Neugierde ließ ich die vielen neuen Eindrücke auf mich wirken, ich genoss das Campus-Flair und freute mich auf das, was auf mich zukommen würde. Ein aufregendes Gefühl, denn ich wusste, dass ich nun auch ein Teil von all dem sein würde.

Natürlich beobachtete ich auch die Leute um mich herum, die vielen Studenten und ich freute mich darauf, Bekanntschaft mit den unterschiedlichsten Menschen aus den unterschiedlichsten Teilen Deutschlands und vielleicht sogar der Welt  zu machen. Doch, huch, was war denn das?

Statt der erwarteten Vielfalt erblickte ich fast nur männliche Personen, die Poloshirts in pastelligen Farben und aufgestelltem Kragen trugen, dazu Segelschuhe und große, teure Sonnenbrillen. Einige hatten es sich sogar trotz großer Hitze nicht nehmen lassen, sich ihren Burberry-Schal um den Hals zu wickeln. Bei näherem Hinsehen stellte ich dann geschockt fest, dass es nicht nur Männer waren, die so rumliefen, die Frauen sahen identisch aus! Eine Person glich der anderen!

Regensburg ist ein hübsches StädtchenNun stellt sich zunächst einmal die Frage: Was ist ein „typischer Jurist"? Was macht ihn aus? Ist es die Kleidung oder doch eher seine (trockene) Art? Juristen haben grundsätzlich mit Vorurteilen zu kämpfen. Vom bereits erwähnten Kleidungsstil angefangen bis hin zu dem Vorwurf, sie seien humorlos, geldgierig und überhaupt total weltfremd. Alles nicht unbedingt gute Voraussetzungen für jemanden, der sich mit nichts identifiziert, was einen „typischen Juristen" ausmacht. Tatsächlich muss ich gestehen, dass einige dieser Vorurteile stimmen, vor allem was den Kleidungsstil anbelangt.

Doch all denjenigen unter euch, die sich jetzt in ihren Vorurteilen bestätigt fühlen, kann ich sagen: Ganz so schlimm ist es auch wieder nicht. Zum einen, weil sich unter den 400 und mehr Kommilitonen immer Menschen befinden, die garantiert nicht so sind. Und zum zweiten können auch Poloshirtträger mit aufgestelltem Kragen im Grunde nette Menschen sein, wenn man sich erstmal die Mühe macht, sie kennenzulernen.

Mittlerweile fühle ich mich trotz des ersten Schocks pudelwohl in meinem Studiengang und kann den „typischen Juristen" mit einem Augenzwinkern sehen. Wer also mit dem Gedanken spielt, Jura zu studieren, sollte sich davon nicht abschrecken lassen.

Ach ja, ein Poloshirt besitze ich übrigens immer noch nicht.

Autor: Elena  |  Rubrik: studium  |  Aug 16, 2007
Autor: Elena
Rubrik: studium
Aug 16, 2007