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Studium

Endlich frei sein

Autor:
Elena

Rubrik:
studium

19.09.2007

Alles endete beziehungsweise begann vor einem Jahr. Schnell fanden noch die letzten Lernvorbereitungen fürs Colloquium statt, doch eigentlich war man gedanklich schon gar nicht mehr bei der Sache. Schließlich wartete etwas ganz großes und besonderes auf einen. Nie mehr für die Schule lernen müssen, die Abifeier planen und, ja, noch besser, sich schon in die Abifahrt hineinträumen, vielleicht bald weg von zu Hause sein und auf sich allein gestellt, kurzum: Endlich FREI SEIN!

Nun, ein Jahr später sitze ich, 200 Kilometer von meiner Heimatstadt entfernt, im kleinen Städtchen Passau an meinem Schreibtisch und kann von der viel versprochenen Freiheit momentan nicht so viel spüren: Nächste Woche beginnen meine Zwischenprüfungen, denn ich studiere Jura im zweiten Semester an der Universität Passau.

Ach, wie war das schön, vor einem Jahr, als ich das Gefühl hatte, es nun geschafft zu haben. Die endlos lange Schulzeit hinter mir, fühlte ich mich, als würden mir die Tore der Welt offen stehen, als würde alles möglich sein. Partys ohne Ende, Vorfreude auf die WM, all das waren die Dinge, die mich beschäftigten. Wie stolz waren wir alle bei der Abiturfeier, als wir hochfeierlich unser Abizeugnis in den Händen hielten, um danach uns und natürlich den Sieg der Deutschen gegen Argentinien feiern zu können.

Doch von einem wurden die Vorbereitungen für Abiturfeier und -zeitung ständig begleitet. Nämlich von der Frage, die man ständig gestellt bekam: „Und, wie geht`s bei dir jetzt weiter?" Es blieb einem also gar nichts anderes übrig, als sich über seine Zukunft Gedanken zu machen. Und das möglichst schnell, denn die Anmeldefrist an den Unis lief ja nur bis Ende Juni. Und da war ich mir sicher: Ich werde auf jeden Fall studieren.

Natürlich begannen die Gedanken um die eigene Zukunft schon in der Kollegstufe. Doch die vagen Vorstellungen, wie etwa: Ich will irgendwas mit Sprachen, Medien etc. machen, befriedigten weder die ständig nachfragenden Verwandten noch einen selbst. Irgendwann fragte ich mich, wie konkret ich mir mein Leben nach der Schule vorstelle, was mich interessieren könnte und auch, wie ich mir mein Berufsleben ausmale.

Erst waren es die Medienwissenschaften, die ich ins Auge fasste, um genauer zu sein Medien- und Kommunikationswissenschaften, was ich damit begründete, dass ich schließlich eine ambitionierte Deutsch-Lklerin sei. Als ich jedoch von dem meist viel zu hohen N. C. hörte, löste sich der Wunsch recht schnell in Rauch auf.

Zu diesem Zeitpunkt kam Passau ins Spiel. Ich hörte von einem interessanten und neueren Studiengang, den es so wohl nur in Passau gibt: Kulturwirtschaft. Hier vereinten sich alle meine Interessen: Kulturwissenschaften, verschiedene Kulturbereiche, Sprachen, garantierte Auslandsaufenthalte, BWL und VWL, alles in einem Studiengang. Doch auch hier wurden meine Pläne leider vom hohen N.C. durchkreuzt.

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