interaktiv

100 erste Tage an der Uni

Pizza in der Mikrowelle — kulinarische Analphabeten

Autor:

Rubrik:
studium

22.05.2009

Schade, wenn man nicht kochen kann. Besonders schade, wenn man dann niemanden hat, der für einen kocht. Dann bleiben einem als Student häufig nur noch Mensa, Pizza, Müsli und Butterbrot - doch recht fade. Leute, lernt zu kochen! Am Besten bei Mama. Seit letztem Herbst bin auch ich Student. Ich studiere Geschichte und Philosophie in Leipzig. Dazu wohne ich in einer 5er-WG. Einer meiner Mitbewohner lebt von Butterbroten, eine andere von Griesbrei, ein dritter aus der Tiefkühltruhe - wundert mich, dass sie überhaupt noch leben.

Ich hatte das Glück, schon als kleiner Junge und auch später immer wieder kochen zu müssen. Als Kind lernte ich, indem ich abschaute und nachahmte, das Risiko einging, es zu verpfuschen und aus Fehlern lernte. Risiko ist aber aufreizend und man hat noch das ganze Leben vor sich. Für alles gibt es eine gute Phase - zum Lernen meist die Jugend.

Um mich herum aber sind viele, die das Koch-ABC nur ansatzweise beherrschen - kulinarische Analphabeten. Estragon, Liebstöckel, Kumin und Kardamom. Chili, Knoblauch, Ingwer, Rosmarin und Muskat. Was wäre ein gutes Essen ohne diese und andere Kräuter und Gewürze? Essbar, aber ein kulinarischer Genuss? Nachher koche ich mir Ratatouille mit frischen Zucchini, Tomaten, Paprika und Knoblauch, mit Zitronenzeste (feine Streifen Zitronenschale), schwarzem Pfeffer, Meersalz und einer Messerspitze Chili. Dazu Vollkornreis und eine Hühnchenbrust mit frischem Rosmarin, Sesam und Zitronensaft. Ich freue mich schon darauf.

Diesen Artikel teilen

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Das hilft uns, dir ein gutes Nutzungserlebnis zu bieten und unsere Website zu verbessern. Wenn du durch die Seiten surfst, erklärst du dich hiermit einverstanden. Hier erfährst du mehr über die Nutzung deiner Daten und Möglichkeiten zum Widerspruch.