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100 erste Tage an der Uni

Alles Wissen nach Leipzig — die Deutsche Nationalbibliothek

Seit einer Woche schreibe ich an einer Hausarbeit: „Die russische Intelligenzija vorrevolutionärer Zeit". Super spannend. Aber als ich mich auf Literatursuche begab, stellte ich bald fest, dass meine Unibibliothek nicht viel dazu vorweisen kann.

Von der Existenz der Deutschen Nationalbibliothek wusste ich, und dass es ein großes Gebäude sei, dem ständig neue Erweiterungsbauten zugesellt werden mussten. (Die Deutsche Nationalbibliothek ist eine Zentrale Archivbibliothek, die alle deutschen und deutschsprachigen Publikationen ab 1913 sammelt. Ein Sitz ist in Leipzig und einer in Frankfurt am Main).

Man hatte mir schon erzählt, dass der Zugang nicht frei sei - man müsse sich eine Tageskarte für 5 Euro oder eine Jahreskarte für 60 bis 70 Euro zulegen. Und so zögerte ich. Doch die Abgabefrist für die Hausarbeit rückte näher.

Ob denn die für mich relevante Literatur auch in der Bibliothek zu finden sei? Ja, das Suchsystem spuckte den richtigen Titel aus. Optionen: Bereitstellung in Frankfurt oder Leipzig. Ha, wie privilegiert diese beiden Städte doch sind - nur hier wird das ganze deutsche publizistische Schrifttum gesammelt. Und ich soll diese Gelegenheit nicht am Schopfe packen?! In anderen Städten muss man sich entweder der Einschränkung der Unibibliothek unterwerfen oder Bücher per Fernleihe bestellen, und das ist auch weder einfach noch billig. Als ich dann feststellte, dass meine Kommilitonen sich geirrt hatten und ein Jahresausweis nur 38 Euro kostet, war für mich die Entscheidung gefallen. Es war schon spät am Abend, aber die Bibliothek hatte bis 22 Uhr auf und so fuhr ich gleich hin, um mir einen Ausweis ausstellen zu lassen.

Jetzt habe ich unbegrenzten Zugang zum Wissen - na ja, mehr oder weniger. Die Bücher muss man sich am besten am Vortag online bestellen, damit sie einem, der man selber zu den meisten Büchern keinen direkten Zugang hat, vor dem Lesesaal in die Hand gedrückt werden. Das hab ich dann gestern Abend auch gleich gemacht. Jetzt fahre ich hin. Mal schauen, wie es sich dort arbeiten lässt.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Aug 27, 2009
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Aug 27, 2009

100 erste Tage an der Uni

Nebenfach oder Wahlbereich?

Hier an der Uni Leipzig hat man als Studierender in den geisteswissenschaftlichen Fächern kein Nebenfach, sondern einen Wahlbereich, aus dem man querbeet zwischen Philosophie, Politikwissenschaft, Soziologie, Orientalistik, Romanistik und vielem mehr auswählen kann. Ja, wenn man nur wirklich auswählen könnte!

In Wirklichkeit läuft es so ab, dass man vier Module auswählt und sich dafür bewirbt, mit einem Favoriten, der zweiten Wahl und so weiter. Dann werden die freien Plätze in den Wahlbereichsmodulen nach einem „klugen Algorithmus" im Uni-Rechenzentrum auf die Bewerber verteilt. Leider scheint dieser Algorithmus so klug nun doch nicht zu sein. Im ersten Semester wurden mir zwar auf Anhieb alle Module zugeteilt, im zweiten aber nur eines. Und in ein zweites kam ich nur rein, weil ich so dreist war, mich gleich in die ersten Veranstaltungen zu setzen und meinen Namen auf eine herumgereichte Anwesenheitsliste zu schreiben.

Kommendes Semester kann man sich hier in den Geisteswissenschaften doch auf ein Nebenfach festlegen. Na ja, zumindest ein oder zwei Dutzend Studierende, so viele, wie die Uni meint, Plätze zur Verfügung zu haben. Wer dass hinbekommt, muss nicht mehr bangen, am Ende einen bunten Salat zusammenstudiert zu haben.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Jul 22, 2009
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Jul 22, 2009

100 erste Tage an der Uni

Couchsurfing - Reisen wieder als menschliches Abenteuer

Couchsurfing funktioniert so: Das Internetportal couchsurfing.com verbindet all jene, die gerne reisen, aber aus verschiedenen Gründen nicht in Hotels absteigen wollen und deshalb eine Couch oder eine andere Übernachtungsmöglichkeit suchen. Man meldet sich an, kann ein Profil erstellen und gibt an, ob man selber eine Couch oder eine andere Übernachtungsmöglichkeit zu bieten hat.

In fast allen Großstädten dieser Welt und auch in vielen kleinen findet man inzwischen Couchsurfer. Hier in Leipzig gibt es sogar eine Gruppe von Couchsurfern, die sich regelmäßig trifft. Sie verbindet die Philosophie einer sich gegenseitig aushelfenden Gemeinschaft. Reisen mehr als menschliches denn als ein kommerzielles Abenteuer.

Man kann so in die Fremde reisen, ohne gleich in den Touristentopf geworfen zu werden, ohne im Touristensumpf zu versacken, ohne in die Touristenfallen zu tappen. Wenn man die Landessprache nicht oder nur gebrochen spricht, kann man versuchen jemanden zu finden, der eine gemeinsame Sprache spricht und einen so an die Landessprache heranführen kann. Natürlich kann man bei den Leuten meist nur wenige Tage bleiben, aber es ist wunderbar, in der Fremde schon mal einen sicheren Hafen zu haben.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Jul 13, 2009
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Rubrik: studium
Jul 13, 2009