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100 erste Tage an der Uni

Alles Wissen nach Leipzig — die Deutsche Nationalbibliothek

Autor:

Rubrik:
studium

27.08.2009

Seit einer Woche schreibe ich an einer Hausarbeit: „Die russische Intelligenzija vorrevolutionärer Zeit". Super spannend. Aber als ich mich auf Literatursuche begab, stellte ich bald fest, dass meine Unibibliothek nicht viel dazu vorweisen kann.

Von der Existenz der Deutschen Nationalbibliothek wusste ich, und dass es ein großes Gebäude sei, dem ständig neue Erweiterungsbauten zugesellt werden mussten. (Die Deutsche Nationalbibliothek ist eine Zentrale Archivbibliothek, die alle deutschen und deutschsprachigen Publikationen ab 1913 sammelt. Ein Sitz ist in Leipzig und einer in Frankfurt am Main).

Man hatte mir schon erzählt, dass der Zugang nicht frei sei - man müsse sich eine Tageskarte für 5 Euro oder eine Jahreskarte für 60 bis 70 Euro zulegen. Und so zögerte ich. Doch die Abgabefrist für die Hausarbeit rückte näher.

Ob denn die für mich relevante Literatur auch in der Bibliothek zu finden sei? Ja, das Suchsystem spuckte den richtigen Titel aus. Optionen: Bereitstellung in Frankfurt oder Leipzig. Ha, wie privilegiert diese beiden Städte doch sind - nur hier wird das ganze deutsche publizistische Schrifttum gesammelt. Und ich soll diese Gelegenheit nicht am Schopfe packen?! In anderen Städten muss man sich entweder der Einschränkung der Unibibliothek unterwerfen oder Bücher per Fernleihe bestellen, und das ist auch weder einfach noch billig. Als ich dann feststellte, dass meine Kommilitonen sich geirrt hatten und ein Jahresausweis nur 38 Euro kostet, war für mich die Entscheidung gefallen. Es war schon spät am Abend, aber die Bibliothek hatte bis 22 Uhr auf und so fuhr ich gleich hin, um mir einen Ausweis ausstellen zu lassen.

Jetzt habe ich unbegrenzten Zugang zum Wissen - na ja, mehr oder weniger. Die Bücher muss man sich am besten am Vortag online bestellen, damit sie einem, der man selber zu den meisten Büchern keinen direkten Zugang hat, vor dem Lesesaal in die Hand gedrückt werden. Das hab ich dann gestern Abend auch gleich gemacht. Jetzt fahre ich hin. Mal schauen, wie es sich dort arbeiten lässt.

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