interaktiv

100 erste Tage an der Uni

Kann´s das wirklich sein?

Autor:
Leon

Rubrik:
studium

19.04.2011

Was am Anfang des Semesters nur ein Eintrag im Kalender war, der noch in weiter Ferne lag, war jetzt plötzlich ein rasch näher kommender Termin geworden. Die Abschlussklausuren standen vor der Tür und mit ihnen eine Menge Stoff zum Lernen. Während des Paukens drängte sich neben dem Zeitdruck aber noch ein anderes Thema in meinen Kopf: Die Art und Weise des Lernens. Schon in der Schule fand ich reines Auswendiglernen ziemlich „wettbewerbsverzerrend“ und vor allem wenig nachhaltig. Doch was machte ich jetzt für die Uni-Klausuren anders? Richtig – nichts! Ich zimmerte mir Daten und Abläufe der athenischen Demokratie in mein Hirn und lernte anhand von Karteikarten die Definition des idealistischen Konzeptes in den internationalen Beziehungen. Aber konnte es das wirklich sein? Ursprünglich dachte ich, dass es in der Uni viel mehr auf selbst erdachte Zusammenhänge ankommt. Pustekuchen…

Fraglich ist deshalb a) ist das gerecht? und b) bringt das Lernen etwas für später? Zu a) kann man sagen, dass es (wenn überhaupt) insofern gerecht ist, weil jeder die gleiche Chancen hat, anhand des Vorlesungskriptes (so es denn eines gibt) für die Klausur zu lernen. Dann kann es natürlich schon vorkommen, dass jemand, der nie in der Vorlesung war, eine bessere Note schreibt als man selbst, der fast immer anwesend war. Dies wäre wiederum ungerecht.

Über b) denke ich ebenso negativ. Wenn man mich zum Beispiel jetzt nach Details zum gelernten Stoff fragen würde, könnte ich kaum noch etwas wiedergeben. Man lernt nur noch, um das kurzfristig Gespeicherte in der Klausur schnellstmöglich zu Papier zu bringen – und es anschließend wieder von der Festplatte zu löschen. Gewinn für die Zukunft? Minimal bis kaum vorhanden. Schade, wo das Studium doch auf den Beruf und die Zukunft vorbereiten soll…

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