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100 erste Tage an der Uni

Bei aller Kritik

Autor:
Leon

Rubrik:
studium

09.06.2011

Es ist schon witzig. Da heißt es in jedem stereotypischen Bericht über den „klassischen Deutschen“: meckert gerne und ist immer unzufrieden. Hört man das dann als Deutscher, lacht man meistens und tut das ab. Aber oft genug kommt auch die Einsicht: ganz so falsch ist‘s nicht. Ebenso geht es mir. Ich schreibe öfter über negative Eigenschaften des Studiums. Von Sachen, die nicht so rund laufen, lässt sich ja auch bekanntlich besser schreiben. Doch über dieser Kritik vergesse ich oft: Studieren zu dürfen ist ein wahnsinniges Privileg.

Erstens darf in Deutschland nicht jeder (zumindest von Vornherein) studieren: Der Abischnitt muss gut sein und Glück braucht man auch. Schon hier zeigt sich, dass man als Student einen gewissen Vorsprung (selbst verdient durch einen guten Abschluss) gegenüber anderen hat. Zweitens hat man als Student (in der Regel zumindest) den Zutritt zu einem unglaublich großen Wissensschatz. Sei es durch Bibliotheken und deren Bücher oder Aufsätze. Sei es durch die Expertise der lehrenden Professoren und Dozenten. Oder das Wissen der Kommilitonen. All das bereichert ungemein. Am Schönsten ist es aber, wenn man Themen und Zusammenhänge beispielweise in der Tageszeitung plötzlich viel besser einordnen und erklären kann. Dann merkt man ganz konkret: Bei aller Kritik – so ein Studium ist schon etwas ganz großes!

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