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100 erste Tage an der Uni

Das One-Way-Ticket in die neue Heimat

Autor:
Inga

Rubrik:
studium

25.10.2011

Ganz offensichtlich war ich in den Süden gekommen: Baden-Württemberg begrüßte mich mit 30 Grad im Schatten, in Westfalen waren es noch knapp 20 gewesen. Mühsam quälte ich mich durch die Massen am Mannheimer Hauptbahnhof, mein Fahrrad wurde immer schwerer, schließlich schleppte ich es im Schneckentempo die Treppe hinauf. Irgendjemand stieß von hinten gegen mein Rad, ich verlor fast das Gleichgewicht, doch zum Fallen war es zu eng auf der Treppe. Geschafft. Die One-Way-Fahrt in meinen neuen Studienort entwickelte sich mehr und mehr zum Höllentrip: Die Tür der S-Bahn ging nicht mehr zu, mein Fahrrad blockierte die Lichtschranke. Schon wurden die ersten zornigen Rufe laut, die Hitze schien allen ein wenig aufs Gemüt zu schlagen. Am Zielort purzelte ich förmlich aus dem überfüllten Zug und fühlte mich schlagartig wie befreit.

Die Sonne lachte, der Himmel war strahlend blau, die Berge grün. Munter schwang ich mich auf mein Rad und fuhr gen Studentenwohnheim zur Schlüsselabholung, ich hatte nicht mehr viel Zeit. Doch die Schlange war gigantisch. Innerhalb von zwei Tagen sollten alle fünf Häuser à acht Wohnungen belegt werden. Chaos, Hektik, aber auch Offenheit, Humor und Fragen über Fragen; schließlich waren alle neu hier und fast alle Erstis. Irgendjemand zettelte ein Kennenlerntreffen an, ein anderer schmiss eine Küchenparty, die Stimmung war super. Nebenbei fuhren Bullis, Fahrräder, Autos und Mopeds auf und ab, Möbel, Pflanzen, Koffer, Kartons und Bettdecken wurden geschleppt und Handwerker und Hausmeister liefen ein und aus. Einen solchen Trubel hatte die ehemalige Kaserne wohl seit Nachkriegszeiten nicht mehr erlebt!

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