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100 erste Tage an der Uni

Bahn fahren - ein Reisebericht

Autor:
Inga

Rubrik:
studium

28.03.2012

Bahn fahren kann entspannt sein – muss aber nicht. Ein Reisebericht, der mir neulich zugetragen worden ist, lautete ungefähr so: Der IC von Leipzig nach Köln fuhr circa fünfzehn Minuten verspätet in Magdeburg ein. Dort stieg ein ziemlich erschöpfter Student dazu, in der Hoffnung, zweieinhalb Stunden später bei seinen Eltern in der Nähe von Bielefeld vor der Tür zu stehen. Es sollte eine Hoffnung bleiben. Kaum 20 Minuten später blieb der überfüllte Zug im Nichts zwischen Magdeburg und Braunschweig stehen, auf einem stark nach Gülle riechenden Feld. Zehn Minuten später erfolgte die erste Durchsage: „Wir stehen.“ Ach was?! Wenige Minuten später die zweite: „Bitte nicht aussteigen.“ Warum denn auch? Der frischen Gülle wegen?! Der Zug stand nun schon fast eine halbe Stunde auf dem Acker, als es hieß: „Vor uns liegt ein Gleisbruch.“ Ein Gleisbruch?! Das Bild von den Daltons, die im Wilden Westen die Schienen auseinander zerren, um den Zug zum Entgleisen zu bringen, tauchte vor meinem geistigen Auge auf. Aber der Zug stand ja schon, entgleisen war nicht. Eine dritte Durchsage schallte durch den Zug: „Es wird geprüft, wo der Gleisbruch sich befindet.“ Danke. Ist irgendwie naheliegend. Bielefeld rückte in unerreichbare Ferne, als nach geschlagenen hundert Minuten erneut die knarzende Lautsprecherstimme ertönte: „Der Gleisbruch befindet sich unter uns.“

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