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100 erste Tage an der Uni

Déjà-Vu in Tschechien

Es war eine relativ spontane Idee und doch verbreitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer an meiner alten tschechischen Grundschule: Inga kommt zurück!

Das traf es nicht ganz, schließlich war ich nur zwei Tage zu Besuch da. Und doch, die Reaktionen waren überwältigend. Ich brauchte nur einen Fuß über die Türschwelle zu setzen, da ging so etwas wie ein Ruck durch die ganze Schule. Große Kinderaugen blitzten in jähem Wiedererkennen kurz auf, Münder blieben sperrangelweit offen und Fragezeichen bildeten sich in den Köpfen. Es dauerte nicht lang und ich sah mich von Kinderarmen umschlungen, die mich die ganze Pause nicht wieder loslassen wollten. Ältere Schüler lugten verlegen ins Lehrerzimmer, ob es denn auch wirklich wahr sei, dass „die Deutsche“ wieder da ist. Auch die Lehrer waren begeistert. Wo ich nun studiere, wollten sie wissen, wie es mir geht und wann ich wiederkäme. Begeistert nahm ich ihr Angebot an, wieder im Unterricht mitzuarbeiten, spielte Vokabelspiele, las Texte vor und ermahnte Honza, der es immer noch nicht gelernt hatte in entscheidenden Momenten einfach mal still zu sein.

Es hatte sich nicht viel verändert: Ein paar Schüler waren älter geworden, aber der Unterricht war derselbe, die Lehrer dieselben und die wundervolle Atmosphäre dieselbe. Beruhigt trat ich wieder den Heimweg an: Ich war immer noch willkommen und es lief dort alles seinen rechten Gang. Gut, dass ich nochmal da gewesen bin!

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  May 15, 2012
Autor: Inga
Rubrik: studium
May 15, 2012

100 erste Tage an der Uni

Kleinstadtkirmes

Manchmal ist es ganz schön, aus einer richtig öden, langweiligen und nicht wirklich schönen Kleinstadt aus der westfälischen Provinz zu kommen. Es gibt keinen Bahnhof, kein Kino, kein Theater, kein schönes Café, nichts, was das Herz begehrt. Jeder kennt jeden aus dem täglichen Kleinstadt-Tratsch, es wird penibel registriert, wer wen grüßt, mit wem befreundet ist und welchen Status genießt. Vorgärten werden spießig gepflegt, Nachbars Hund verflucht, wenn er sein Geschäft an der falschen Stelle erledigt.

Es gelingt mir erstaunlich gut, all diese kleinen Eigenschaften meines Zuhauses in meiner Abwesenheit während des Semesters zu verdrängen. So ist es jedes Mal eine Art Kulturschock, zurück nach Hause zu kommen, in diese kleine Stadt, wo man einfach immer jemanden trifft, den man gar nicht treffen will.

Höhepunkt des Lebens in einer solchen Kleinstadt ist die Kirmes: Breakdancer, Kinder-Karussell, Bierbuden, Schießstände und Pommesbuden lassen das Herz des Provinzlers höher schlagen und das auch berechtigt: Egal, wen man vermisst hat, egal, wen man jahrelang nicht gesehen hat, die Kirmes ist ein Garant, sich wieder zu treffen. Und das nicht irgendwo: Legendär ist der Bierstand des Abijahrgangs des Gymnasiums. Am „Dreizehner“ sieht man jeden, quatscht mit jedem und auch nur dort verabredet man sich. Schon lange heißt’s nicht mehr „nach dem Krieg um sechs“. Für alle, die man aufgrund Studium, FSJ, Arbeit oder Ausbildung lange nicht sehen wird, heißt’s: „Auf Kirmes, am Dreizehner!“

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Apr 30, 2012
Autor: Inga
Rubrik: studium
Apr 30, 2012

100 erste Tage an der Uni

Zweite Runde

So - meine ersten Semesterferien neigen sich dem Ende zu. Trotz Lernen für die immerhin drei Nachprüfungen hatte ich viel Zeit zum Entspannen, faul sein und Freunde treffen. Viele meiner Freunde, die in Hessen noch zur Schule gehen, haben ihr Abi schon geschafft und hatten deshalb auch Zeit, etwas zu unternehmen – es war echt toll, die ganzen Schulfreunde mal wieder um sich zu haben.

Meine erste Nachprüfung – Wirtschaftsmathe – ist auch schon geschafft und diesmal lief es wesentlich besser als beim letzten Mal. Jetzt hoffe ich einfach, dass ich bestanden habe und dass die anderen beiden Klausuren auch so gut zu machen sind.

Den Job in einem Restaurant hier konnte ich zum Glück auch behalten, obwohl ich wegen der Prüfungen und dem Familienurlaub vier Wochen nicht da war. Das freut mich wirklich, da ich mittlerweile sehr gut in das Team integriert bin und die Arbeit echt Spaß macht.

Auf den ersten Vorlesungstag freue ich mich auch schon richtig. Das ändert sich wohl nie, auch in der Schule habe ich mich schon immer auf den ersten Tag nach den Ferien gefreut: Neue Fächer, neue Professoren und alle Freunde wiedersehen. Denn auch in der Uni habe ich mittlerweile echt supertolle Menschen kennengelernt, mit denen ich gerne etwas unternehme – ganz besonders natürlich den Erstipartys wieder einen Besuch abzustatten.

Autor: Fanny  |  Rubrik: studium  |  Apr 18, 2012
Autor: Fanny
Rubrik: studium
Apr 18, 2012