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100 erste Tage an der Uni

Das Dealen mit der Anwesenheit

Autor:
Inga

Rubrik:
studium

14.06.2012

Zweimal fehlen pro Semester ist das Maximum. Mit Attest oder ohne, das ist völlig egal. Nach zwei verpassten Kursen ist Sense und das ganze Seminar darf im nächsten Semester wiederholt werden. Wen wundert es da, dass mit Fehlzeiten gepokert wird? In einem Kurs, bestehend aus neun Leuten, kann man sich schlecht von Kommilitonen in die Anwesenheitsliste eintragen lassen und so geht das Gerechne los: Den Brückentag kann ich mir nicht freinehmen, weil ich an dem Wochentag schon da hinfahre und deshalb hier nicht kann. Es ist albern, schließlich arbeitet man den verpassten Stoff so oder so nach und ob ich eine Übersetzung oder Grammatik-Übung zu Hause oder in der Uni mache, ist doch Jacke wie Hose. Aber, wie gesagt, fehlen wird streng geahndet und wehe dem Menschen, der es tatsächlich schafft seinen Kurs einfach zu vergessen. Wehe dem, der am Donnerstag in aller Seelenruhe aufsteht, frühstückt und plötzlich merkt, dass er vor einer Stunde in der Uni hätte sein müssen! So kann man seine Fehlzeiten natürlich auch verplempern…

Und als ob das nicht genug wäre, öffnet jener unglückliche Mensch ohnehin schon deprimiert sein E-Mail-Postfach und kann es einfach nicht fassen, was er da von seinem Dozenten liest: „Die letzte Veranstaltung des Semesters im Juli fällt leider aus. Als Ersatztermin besucht bitte die Vorlesung zum Thema XY am Freitagabend um 20 Uhr. Es handelt sich um eine Pflichtveranstaltung. Wer nicht teilnimmt, erhält eine Extraaufgabe von mir.“ Wahnsinn. Soweit sind wir also schon. Wer beim Ersatztermin am Freitagabend um 20 Uhr fehlt, bekommt eine Strafarbeit…

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