interaktiv

100 erste Tage an der Uni

Keine Zeit für keine Lust!

Autor:
Inga

Rubrik:
studium

20.06.2012

Ich stehe mit beiden Beinen in einem RIESENBERG Arbeit und kann den Horizont nicht mehr sehen. Paragraphen, Vokabeln, Wörterbücher, Grammatiken, BGB, Grundgesetz, Französisch, Italienisch, alles turnt in meinem Kopf herum und legt sich erst zu Ruhe, wenn ich tief und fest eigeschlafen bin. Wenigstens das fällt mir trotz zahlreicher Grillpartys im Innenhof des Wohnheims leicht, denn nach zwölf Stunden Uni bin ich tot. Fertig. Müde. Hungrig. Kann nicht mehr denken. Und doch muss ich mich aufraffen, schließlich will die Übersetzung für den nächsten Tag noch erledigt werden und die juristische Fallbearbeitung für den Tag danach auch. Noch am Abendessen kauend, wird der PC wieder hochgefahren und ich arbeite weiter. Die Referate für übernächste Woche müssen verdrängt werden, dafür ist jetzt keine Zeit. Auch nicht für den Stapel wirklich guter Bücher neben meinem Bett und erst Recht nicht zum Durchatmen, Eis essen, auf der Neckarwiese liegen, nicht mal zum Wäsche waschen, denn das kostet im Studentenwohnheim RICHTIG Zeit. Während ich im letzten Semester noch mit „Ich bin heute so unmotiviert“ argumentieren konnte, fehlt dieser Luxus gerade völlig. Bevor der Gedanke auch nur in mein Vorderstübchen gelangen kann, muss ich angefangen haben, sonst reicht die Zeit nicht. Ob das allen so geht? Andere müssen vielleicht nicht so viel schlafen wie ich, ich bin chronisch müde, unter neun Stunden Schlaf brauche ich den Tag gar nicht erst anzutreten. Aber unter Zeitdruck leiden sie alle- und sortieren aus: Das Unwichtige wird später oder gar nicht erledigt. So muss man es machen. Aus reinem Selbstschutz.

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